"Aufwändiger Einsatz" auf A8 bei Holzkirchen

Rohrdorfer ringt nach Horrorcrash weiter mit Tod

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Holzkirchen - Ein Schwerstverletzter, zwei Schwerverletzte, hoher Schaden und ein Verkehrschaos - das ist die Bilanz des Horrorcrash auf der A8. Auch auf der Umleitungsstrecke kam es zu einem Unfall:

Am Donnerstagnachmittag hatte sich auf der A8 in Fahrtrichtung Salzburg ein fürchterlicher Unfall ereignet. Zwischen den Anschlussstellen Holzkirchen und Weyarn hatte ein rumänischer Sattelzug ein Stauende übersehen und war mit etwa 80 km/h auf einen stehenden türkischen Lastwagen aufgefahren. Dazwischen stand noch ein Audi mit Rosenheimer Zulassung, der bei dem heftigen Aufprall unter den Auflieger des vorderen Lkw geschoben und dabei völlig zerquetscht wurde.

Dass der Mann in dem Audi, ein 47-Jähriger aus Rohrdorf, das Unglück überlebt hat und beim Eintreffen der Rettungskräfte sogar ansprechbar war, ist angesichts der Bilder ein schieres Wunder. Denn von dem Fahrzeug war so gut wie nichts mehr übrig. Nachdem der Autofahrer befreit war, kam er mit lebensbedrohlichen Verletzungen mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus. „Seilzug, Spreizer und Schere waren nötig, um den Mann zu befreien. Er war Gott sei Dank alleine im Auto“, sagte Miesbachs Kreisbrandrat Anton Riblinger dem Münchner Merkur.

Rohrdorfer weiter in Lebensfahr

Der gesundheitliche Zustand des Rohrdorfers war auch am Freitagmorgen unverändert. Er schwebe weiter in Lebensgefahr, teilte die Pressestelle der Polizei auf Anfrage von rosenheim24.de mit. Außerdem wurden bei dem Horror-Crash auch der Fahrer des rumänischen Lkw (42) und dessen Beifahrerin (40) schwer verletzt. Auch die beiden kamen in Krankenhäuser. Es entstand ersten Schätzungen zufolge ein Schaden von über 100.000 Euro.

Kreisbrandrat: "Sehr aufwändiger Einsatz"

Wie Riblinger weiter sagte, sei es „ein sehr aufwändiger Einsatz“ gewesen. Drei Feuerwehren (Holzkirchen, Otterfing, Weyarn) mit über 70 Mann, zwei Hubschrauber, drei Notärzte, 25 Rettungsdienstler und neun Rettungswagen sowie zahlreiche Polizeistreifen seien vor Ort gewesen, um den Anforderungen des Einsatzes gerecht zu werden. Der Audi konnte erst nach über einer Dreiviertelstunde unter dem Auflieger hervorgezogen werden. Dazu wurden auch Hydraulikheber und eine Seilwinde eingesetzt. Hinzu kam, dass ein angeforderter Kran wegen des Verkehrschaos die Einsatzstelle zunächst nicht erreichen konnte.

Bilder: Horror-Unfall auf A8 bei Weyarn

Insgesamt musste die Autobahn in Fahrtrichtung Salzburg für über viereinhalb Stunden total gesperrt werden. Der Verkehr wurde an der Anschlussstelle Holzkirchen ausgeleitet. Es kam deswegen auch auf den Umfahrungsstrecken zu massiven Verkehrsbehinderungen, auch auf Nebenstraßen. Ein Gutachten soll nun klären, wie es zum dem schrecklichen Unfall kommen konnte.

Erst in der Nacht auf Donnerstag hatte es in Brandenburg einen ähnlichen Unfall gegeben, der noch tragischer ausging: In der Nähe von Magdeburg rammte ein Lkw, ebenfalls an einem Stauende, einen anderen Lastwagen. Dieser wurde auf ein Auto geschleudert, das wiederum unter einen weiteren Lkw geschoben wurde. Dabei starben zwei Menschen.

UPDATE, 10.35 Uhr, Unfall auf Umleitungsstrecke:

Auch auf der Umleitungsstrecke kam es zu einem Unfall und zwar zwischen einem 48-jährigen Motorradfahrer aus Putzbrunn und einem 43-jährigen Autofahrer aus Flintsbach. Wie die Polizei in Miesbach mitteilte, ging es wegen der Unfälle auf der Autobahn auch auf der Bundesstraße 472 im Bereich der OMV-Tankstelle am Irschenberg nur mit Schrittgeschwindigkeit voran. Deswegen entschloss sich der Autofahrer offenbar zu einem Wendemanöver, bei dem er den überholenden Motorradfahrer übersah.

Der Biker leitete sofort eine Vollbremsung ein, stürzte aber ziemlich heftig. Dabei dürfte er erheblich verletzt worden sein. Er kam nach Erstversorgung durch Rettungskräfte und Notarzt zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus nach Bad Aibling. Den Autofahrer erwartet nun eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

mw

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