Offener Brief von "Bürger setzen Grenzen"

Initiative: "A8 darf nicht breiter werden"

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Rosenheim - Als Hauptverbindung zwischen München und Salzburg, führt die A8 quer durch die Region. Während sich der Freistaat Gedanken über den Ausbau macht, befürchten Anwohner das Schlimmste:

Gebaut in den 1930er Jahren, ist die A8 die zentrale Verkehrsader in der Region. Mit einem durchschnittlichen Verkehrsaufkommen zwischen 45.000 und 63.000 Fahrzeugen pro Tag, je nach Teilstück, weist die Strecke zwischen Rosenheim und Bad Reichenhall auch eine gute Auslastung auf. Im Zuge der Überprüfung des Verkehrswegeplans 2015 wird die Trasse derzeit neu bewertet und über einen Ausbau von bisher vier auf künftig sechs Spuren entschieden. Ein Vorhaben, dass bei den Anwohnern auf wenig Gegenliebe stößt. In einem offenen Brief wendet sich die Initiative "Ausbau A8 - Bürger setzen Grenzen" jetzt an die Öffentlichkeit.

Das fordert die Initiative:

Laut den Prognosen für das Jahr 2025 der Autobahndirektion Südbayern, rechne man auf dem Teilstück zwischen Rosenheim und Rohrdorf mit einem Verkehrsaufkommen von 72.000 Fahrzeugen pro Tag. Im weiteren Verlauf der Strecke bis zur Grenze sollen die Zahlen dann kontinuierlich bis knapp 50.000 Fahrzeuge sinken. Bis 2030 rechne man dann jedoch wieder mit einem leichten Rückgang. Für die Initiative beweisen diese Zahlen eines:

"Aus der Aufstellung geht eindeutig hervor, dass ein sechs-streifiger Ausbau der A8—Ost mit den aktuellen Prognosen für 2030 in keinster Weise gerechtfertigt werden kann. Die Verkehrsbelastung soll zwar noch zunehmen, aber sie bleibt unter den erforderlichen Zahlen", so das Fazit. und weiter: "Einzig der Abschnitt Rosenheim-Rohrdorf überschreitet im Falle eines sechs-streifigen Ausbaus durch selbst erzeugten Verkehr die Schwelle." Besagte Schwelle für einen gerechtfertigten Ausbau befinde sich bei rund 68.000 Fahrzeugen pro Tag, so die Initiative.

Warnung vor zusätzlichen Kosten für den Steuerzahler

Auch bei den Kosten für die Allgemeinheit, blickt die Initiative mit Sorge auf das Projekt A8: "Wie das Bundesverkehrsministerium im Januar 2015 bekannt gab, soll der sechs-streifige Ausbau der A8-Ost obendrein als sogenanntes ÖPP-Projekt (Anm. d. Red: öffentlich-private Partnerschaft) umgesetzt werden. Der Bundesrechnungshof stellte 2014 in einem Gutachten dazu allerdings fest, dass gerade beim Autobahnbau die Kosten mit ÖPP für den Steuerzahler sich meist verdoppeln", so die Argumentation.

Weiter äußert der Verein auch Bedenken hinsichtlich des Flächenverbrauchs und damit möglicherweise in Verbindung stehenden Auswirkungen auf Mietpreise und bäuerliche Betriebe. Die Forderungen gehen aber noch einen Schritt weiter:

Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Ausbaustrecke?

In Sachen Lärmschutz müsse dringend nachgebessert werden, denn: "Die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten werden aber nach einem 6+2 Ausbau wesentlich höher sein, somit steigt die Lärmbelastung. Auch die große Breite einer sechs-streifigen Fahrbahn spielt eine große Rolle bei der Lärmausbreitung in kaum zu schützende Hang- und Höhenlagen", erklärt die Bürgervereinigung.Einen Anspruch auf Nachbesserung beim Lärmschutz im Zuge des Ausbaus habe man schließlich nicht. 

Zusammenfassend fordert die Initiative daher einen "flächen- und landschaftsschonenden 4+2 Ausbau (max. 28 m breit) mit effektivem Lärmschutz und einer dauerhaften Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h von Rosenheim bis zur Landesgrenze anstelle des überdimensionierten 6+2 Ausbaus".

Den vollständige, offene Brief der Initiative finden sie auf der Interseite des Vereins "Ausbau A8 - Bürger setzen Grenzen". 

Die Autobahndirektion Südbayern, die für die Planung, die Erhaltung und Verwaltung des südbayerischen Autobahnnetzes, und somit auch für die A8 in der Region zuständig ist, war am Freitag auf schriftliche Nachfrage von rosenheim24.de für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen. Sobald uns hier eine Nachricht erreicht, wird diese umgehend nachgeliefert. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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