User-Fragen zum Thema Asyl:

Neumeyer: "Sensibilisieren und mobilisieren"

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Rosenheim - Essen, Unterkunft, Arbeit: Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, klärt über die Grundlagen auf und wagt einen Blick in die Zukunft: 

Nach dem User-Aufruf, uns Fragen zum Thema Flüchtlinge und Integration zu schicken, haben wir uns jetzt mit Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, getroffen. Das ausführliche Interview haben wir in insgesamt vier Artikel aufgeteilt. Jeden Tag ein weiterer Artikel zu unterschiedlichen Themen. Heute: Die Grundlagen der Integration.

"Bildlich dargestellt haben wir auf der einen Seite einen großen Kreis mit verschiedenen Punkten in einer Farbe, Deutschland oder auch Bayern. Auf der anderen Seite, etwas außerhalb, gibt es einen anderen Kreis, mit vielen bunten Punkten. Jetzt geht es darum, diesen kleinen Kreis in den großen mit aufzunehmen," erklärt Martin Neumeyer, der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung im Gespräch mit rosenheim24.de. Doch wie kann diese Aufgabe gelingen? Wir haben mit den Fragen unserer Leser nachgehakt:

"Integration ist nicht immer ganz so einfach", fährt Neumeyer fort. Seit rund 20 Jahren ist Martin Neumeyer, der ursprünglich aus Abensberg im niederbayerischen Landkreis Kelheim stammt, schon ein starker Verfechter des Themas Integration, seit 2009 ist er offiziell der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung. "Das liegt an meinem Heimat-Landkreis. Da gibt es eine Stadt, die ist die viertgrößte, türkische Stadt der Bundesrepublik Deutschland, rein Anteils-mäßig", erklärt Neumeyer. Aus dem Wunsch heraus, besonders die Kinder über Horte und Kindergärten besser in die bestehende, deutsche Kultur aufzunehmen, habe sich sein erster Verein entwickelt. "Das mache ich jetzt genauso, bloß auf bayerischer Ebene. Einfach ins Gespräch kommen, sensibilisieren, mobilisieren und informieren. Wir müssen jetzt das Beste daraus machen, für uns und diese Leute", beschreibt er seine Tätigkeit in der Staatsregierung.

"Das wird nicht immer gelingen, ich weiß auch dass es Widerstände gibt"

"Es geht wirklich darum, diesen Menschen etwas anzubieten, Sprache, Bildung und so weiter", führt Neumeyer weiter aus und geht dabei auf das konkrete Angebot der Staatsregierung ein. Sprachkurse, egal ob im Kindergarten oder auch für Erwachsene, und Berufsintegrationskurse sollen die Asylbewerber fit für den Alltag in Deutschland machen und bilden dabei nur die Grundlage des staatlichen Angebots. "Das kostet alles wahnsinnig viel Geld und wird in dem Fall, den wir jetzt momentan haben, noch mehr werden, weil wir einfach eine Dimension haben, die bisher nicht vorstellbar war", gibt Martin Neumeyer allerdings zu bedenken.

Sozialer Wohnungsbau, Obdachlosigkeit und Alphabetisierung, nur einige Schlagwörter, die er in diesem Zusammenhang weiter nennt. Doch was ist die Alternative? "Kein Geld reinstecken, die Sache laufen lassen? Dann werden wir wahrscheinlich Auseinandersetzungen bekommen, die in anderen Ländern an der Tagesordnung sind", so Martin Neumeyer weiter. Als Beispiel führt er Frankreich an. In Marseille oder Paris spreche zwar jeder französisch, die Probleme unterschieden sich aber grundsätzlich von denen in Nürnberg oder München, so Neumeyer. Und weiter: "Die Sprache alleine ist ein Teil, doch dann kommt Bildung. Und das ist entscheidend!"

Zweiter Teil der Serie am Dienstag

Am Dienstag folgt der zweite Teil unserer Reihe zum Thema Integration. Dann gehen wir auf das Angebot der Bayerischen Staatsregierung näher ein und geben einen Ausblick auf gerade erst anlaufende Maßnahmen. Welche Rolle spielt dabei das Ehrenamt? Wie können Asylbewerber selbst zur Entlastung der Situation beitragen? Die Antworten im zweiten Teil der Serie mit dem Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer. 

Rubriklistenbild: © pa/dpa

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