Zehn Jahre EuFID: Großes Treffen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

München -  Zum zehnjährigen Jubiläum  der Arbeitsgruppe „EuFID – Europäische Fahrzeugidentifizierungsdatei“ treffen sich nun mehr als 50 Spezialisten der Polizei und verschiedener Kfz-Hersteller aus Europa.

Nach Wegfall der Grenzkontrollen nach Österreich und der damit verbundenen Auflösung der Bayerischen Grenzpolizei wurden Teile deren Aufgaben vom Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) übernommen. Darunter fielen auch die damals in Papierform aufgelegten „Kfz-Identifizierungsmappen“, in denen Hinweise für die Fahndungsbeamten zu verschiedenen Individualnummern von unterschiedlichsten Kraftfahrzeugen eingearbeitet waren.

Da parallel dazu auch im Bundeskriminalamt und in Österreich an derartigen Fahndungshilfsmitteln gearbeitet wurde, entschlossen sich im Herbst 2000 auf Initiative des LKA diese Behörden zur Gründung der Arbeitsgruppe „EuFID – Europäische Fahrzeugidentifizierungsdatei“. In den folgenden Jahren erklärten sich viele Spezialisten bereit, als Partner bei EuFID mitzuarbeiten.

Mittlerweile umfasst die Arbeitsgruppe zahlreiche Experten aus Deutschland, Österreich, Italien, Schweden, Frankreich und Slowenien.

Aus dem zunächst in Papierform veröffentlichten Hilfsmittel ist mittlerweile – auch mit tatkräftiger Unterstützung zahlreicher Kfz-Hersteller - eine umfassende Datei entstanden, die für den kontrollierenden Polizisten bereits auf der Straße wertvolle Hinweise über individuelle Kennzeichnungen bereithält.

Durch die Einbindung von Europol und mit finanzieller Unterstützung durch Fördermittel der Europäischen Union, kurz nach der Gründung von EuFID, konnten internationale Versionen der Datei in verschiedenen Sprachen innerhalb der EU erstellt werden. Zuletzt wurden die Produkte in Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Polnisch, Ungarisch, Slowenisch und Tschechisch übersetzt.

Gerade auf dem Gebiet der Kraftfahrzeugkriminalität hat sich in den letzten Jahren das Täterverhalten entscheidend geändert. Während früher der Diebstahl eines Kraftfahrzeuges zum eigenen Gebrauch als Regelfall anzusehen war, werden heute Pkw immer häufiger mit dem Ziel der Verschiebung gestohlen, um also einen möglichst hohen finanziellen Profit zu erzielen. International agierende Tätergruppen haben sich auf diesem Deliktsfeld etabliert. Mit hohem Know-How werden die vorhandenen mechanischen und elektronischen Sicherungseinrichtungen überwunden. Nach dem Diebstahl verändern sie sehr häufig gezielt individuelle Merkmale der Fahrzeuge, um deren Identifizierung zu verhindern.

Und gerade hier ist die Europäische Fahrzeugidentifizierung-Datei ein unverzichtbares Werkzeug zur Bekämpfung der Kfz-Kriminalität geworden.

Zum 10-jährigen Jubiläum der Arbeitsgruppe treffen sich nun mehr als 50 Spezialisten der Polizei und verschiedener Kfz-Hersteller aus Europa seit gestern unter der Schirmherrschaft von Peter Dathe, Präsident des Bayerischen Landeskriminalamtes zu einer zweitägigen Veranstaltung in München, um sich auszutauschen und gemeinsam an der Weiterentwicklung dieses wichtigen Fahndungsinstrumentes zu arbeiten.

„Die Arbeitsgruppe EuFID hat mit ihrer gleichnamigen Datei ein eindrucksvolles Werk geschaffen, das weltweit Anerkennung findet. Ich bin der festen Überzeugung, dass die gemeinsame Pflege und Aktualisierung der Europäischen Fahrzeugidentifizierungsdatei – gerade angesichts der nun wieder ansteigenden Kfz-Diebstahlszahlen – zur erfolgreichen Kfz-Kriminalitätsbekämpfung auch weiterhin notwendig und sinnvoll ist.“ so Peter Dathe während seiner Eröffnungsrede.

Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser