Kardinal Marx für schnellen Atomausstieg

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München - "Grenzen der menschlichen Macht": Der Ausstieg aus der Atomenergie sollte nach Auffassung von Kardinal Reinhard Marx schneller als bisher geplant erfolgen.

“Wir brauchen neue und schnellere Ausstiegsszenarien. Die Phase, in der die Kernenergie noch als Brückentechnologie dient, sollte so kurz wie möglich sein“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Mittwoch laut Mitteilung. “Die schreckliche Katastrophe in Japan führt uns vor Augen, dass wir wieder neu diskutieren müssen, wo die Grenzen der menschlichen Macht liegen. Die Nutzung der Kernenergie birgt technische Risiken, die offenbar nicht beherrschbar sind.“

Neben den Gefahren des laufenden Betriebs sei auch die Frage der Endlagerung ungelöst und dürfe den nachfolgenden Generationen nicht aufgebürdet werden. Ein Bewusstseinswandel sei unumgänglich: “Wir müssen künftig zu einem verantwortlicheren Umgang mit den technischen Möglichkeiten finden.“

Der Kardinal zeigte sich tief erschüttert über das Ausmaß der Katastrophe. Bei der innenpolitischen Diskussion um eine künftige Atompolitik in Deutschland dürften die Opfer von Erdbeben, Flutwellen und atomarer Katastrophe nicht vergessen werden. “Die Menschen in Japan brauchen unsere Solidarität. Unsere Unterstützung wird möglicherweise über Jahre hin erforderlich sein.“ Der Kardinal rief die Priester und Gläubigen dazu auf, in diesen Tagen in den Gottesdiensten ganz besonders für die Opfer der Katastrophe zu beten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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