Frau wegen Totschlags vor Gericht

Kinderleiche im Müllsack: Mutter bestreitet Vorwürfe

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Die Angeklagte im Gerichtssaal in Weiden.

Weiden - In der Oberpfalz steht eine junge Mutter vor Gericht. Sie soll ihr Baby auf dem Kunden-WC eines Supermarktes geboren und erstickt haben.

Eine junge Mutter aus der Oberpfalz bringt nach verheimlichter Schwangerschaft ihr Baby auf der Toilette eines Supermarktes auf die Welt. Sie steckt es in einen Müllsack. Zwei Tage später wird die Leiche des Mädchens gefunden. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Weiden wegen Totschlags bestritt die 21-Jährige am Freitag, das Kind getötet zu haben. Immer wieder sorgen Fälle von Kindstötungen für Entsetzen. Vor einer Woche waren in Franken acht Babyleichen gefunden worden. Die 45 Jahre alte Mutter hatte eingeräumt, einige Säuglinge lebend geboren und dann umgebracht zu haben. Sie sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Das Verfahren in Weiden zeigte zu Beginn deutlich die Grausamkeit der Tat auf. „Die gesamte Mundhöhle und der Rachenraum des Kindes waren mit Papiertüchern dicht austamponiert“, sagte der Rechtsmediziner Stephan Seidel aus Erlangen. Dies sei nicht zufällig passiert. Das Kind habe nach der Geburt zwischen 30 Minuten und fünf Stunden gelebt.

„Als ich die Toilette verlassen habe, hatte das Kind kein Papier im Mund gehabt“, betonte die 21 Jahre alte Angeklagte. Sie hat bereits zwei kleine Kinder im Alter von zwei und vier Jahren und eine Abtreibung hinter sich. Sie wollte später an den Geburtsort zurückkommen und das Baby in eine Klinik bringen. Sie habe sowohl die Schwangerschaft als auch die Geburt aus Scham verheimlicht. „Ich hatte Angst, dass mein Vater mich rauswirft.“

Wenige Stunden nach der Geburt habe sie erfahren, dass die Toilette des Supermarktes bereits gereinigt worden sei. „Da konnte ich auch niemanden mehr etwas sagen“, sagte die 21-Jährige. Zwei Tage später entdecken die Ermittler die Leiche des Mädchens in einem Müllcontainer. Ein Arzt in einer Klinik hatte die Polizei alarmiert, nachdem die junge Frau mit starken Blutungen zu ihm gekommen war. Der Mediziner hatte festgestellt, dass die Frau ohne medizinische Hilfe ein Kind auf die Welt gebracht hatte, der Verbleib des Säuglings aber nicht zu klären war.

Der jungen Mutter droht sogar eine Verurteilung wegen Mordes. Das Gericht gab den rechtlichen Hinweis, dass wegen der besonderen Grausamkeit auch eine höhere Strafe in Betracht kommt. Der Prozess wird am kommenden Donnerstag (26. November) fortgesetzt. Das Urteil wird am 7. Dezember erwartet.

dpa

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