Kirchen warnen vor Gentests an Embryos

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Die mikroskopische Aufnahme zeigt eine menschliche Eizelle, die in einem Dresdner Speziallabor zu Demonstrationszwecken injiziert wird.

München - Sind Gentests an im Reagenzglas erzeugten Embryos erlaubt? Die beiden großen bayerischen Kirchen sagen Nein - und suchen nun Hilfe im Bundestag. Die neueste Entwicklung:

Die katholische und die evangelische Kirche in Bayern haben die Bundestagsabgeordneten dazu aufgerufen, gegen die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) zu stimmen. Ende Juni will der Bundestag darüber entscheiden, ob Gentests an im Reagenzglas erzeugten Embryonen erlaubt werden.

“Selbst die Bindung der Zulassung an bestimmte Voraussetzungen ändert nichts an der Tatsache, dass menschliches Leben nach bestimmten Merkmalen ausgewählt wird“, schrieben Kardinal Reinhard Marx und derLandesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Johannes Friedrich, in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Parlamentarier. Bei der Präimplantationsdiagnostik untersuchen Mediziner die erzeugten Embryonen auf Erbkrankheiten oder Chromosomendefekte und setzen diese dann gegebenenfalls nicht in die Gebärmutter ein.

Befürworter und Gegner gibt es in allen Fraktionen. Die Abstimmung findet deswegen ohne Fraktionszwang statt. In ihrem Brief betonen der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, Marx, und Landesbischof Friedrich, dass sie die Angst von Eltern vor einem weiteren behinderten Kind ernst nähmen. “Diese Menschen haben unser Mitgefühl und unsere Solidarität. Der Wunsch nach einem lebenden und gesunden Kind ist überaus verständlich“, schrieben sie. Allerdings müsse der Anspruch, das eigene Leben “mit allen Stärken und Schwächen, Begabungen und Beschränkungen leben zu dürfen“ für alle gelten und dürfe niemanden abgesprochen werden. “Denn das hieße, ihnen das Menschsein abzusprechen.“

lby

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