Umweltministerin Scharf warnt

Klima: So könnte Bayern in Zukunft aussehen

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Nadelwälder und Schnee sucht man im Bayern der Zukunft vergeblich, geht man nach Umweltministerin Ulrike Scharf.

München - Trockenheit und Dürre statt Winter und Schnee? Die bayerische Umweltministerin malt ein düsteres Bild von Bayerns Zukunft. Wird es bald keinen Winter mehr geben?

Die globale Erwärmung könnte Bayern dramatisch treffen. „In Bayern erwärmt sich die Luft deutlich schneller als durchschnittlich“, sagte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) am Mittwoch bei einer Regierungserklärung im Landtag. Nach der neuen Prognose droht im Freistaat bis zum Ende des Jahrhunderts ein Temperaturanstieg um bis 4,5 Grad Celsius.

Bis zum Jahr 2060 könnte es bis zu 60 Schneetage weniger im Jahr geben. Und bis zum Ende des Jahrhunderts werde es kaum mehr Eistage geben - das sind nach der Definition der Meteorologen Tage, an denen die Temperatur konstant unter dem Gefrierpunkt liegt.

Auf der anderen Seite könnte es im Sommer künftig bis zu 30 Hitzetage mit Höchstwerten von 30 Grad und mehr geben - derzeit sind es durchschnittlich fünf pro Jahr. Im vergangenen Sommer war in Kitzingen gleich zweimal der deutschlandweite Temperaturrekord von 40,3 Grad gemessen worden.

Scharf will nun vor allem die Klimaforschung intensivieren, die internationale Zusammenarbeit in der Wissenschaft und in Klimaschutzprojekten ausbauen sowie eine „klimapolitische Informations- und Überzeugungsoffensive starten“. Bis 2050 sollen die bayerischen CO2-Emissionen pro Kopf und Jahr von derzeit über sechs auf unter zwei Tonnen sinken. „Klimapolitik ist Weltinnenpolitik“, sagte Scharf. Im Klimaschutzprogramm Bayern 2050 habe die Staatsregierung 170 Millionen Euro für 2015 und 2016 eingeplant.

Die Opposition ließ kein gutes Haar an der Rede der Umweltministerin. „Die Regierungserklärung hatte null Substanz“, sagte SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher. „Wir hatten einen ersten Entwurf oder zumindest die Ankündigung eines Klimaschutzgesetzes erwartet.“ Bayern sei Spitzenreiter im Flächenverbrauch, der Ausbau der erneuerbaren Energien werde reduziert. „Bayern ist im Klimaschutz auf der letzten Position.“ Scharf sei eine stumme Ministerin: „Sie sind nicht Feuer und Flamme für Ihr Thema.“

Der Grünen-Energieexperte Martin Stümpfig warf der Staatsregierung vor, ihre eigenen Ziele regelmäßig zu ignorieren. Eigentlich habe die Staatsregierung das Ziel, bis 2020 zwanzig Prozent Strom einzusparen. „In Bayern wird heute mehr Strom verbraucht und nicht weniger“, sagte Stümpfig. Der Verbrauch sei von 2000 bis 2013 von 6500 auf knapp 7000 Kilowattstunden pro Kopf und Jahr gestiegen. „Diese Steigerung ist deutlich höher als die Zunahme des Stromverbrauchs in ganz Deutschland.“

Die Freien Wähler stießen ins gleiche Horn: „Zur Energiepolitik in Bayern gibt es keine konkreten Aussagen“, kritisierte der Abgeordnete Benno Zierer. „Die Bereiche Verkehr und energetische Gebäudesanierung, in denen die größten Einsparpotenziale liegen, werden völlig ausgeklammert.“

dpa

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