Über 100 Kräfte im Einsatz

In den Blaubergen: Wanderer nach über 20 Stunden gerettet 

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Kreuth - Zwei Personen wurden nach über 20 Stunden mithilfe einer großen Rettungsaktion aus dem Blauberggebiet gerettet. Durch das schlechte Wetter hat sich die Rettung verzögert. 

Update, 13.45 Uhr 

Die beiden osteuropäischen Wanderer stiegen mit Ihrem Hund über die Wolfsschlucht Richtung Blaubergalm auf. Dabei verirrten Sie sich derart im steilen und unwegsamen Gelände, dass sie weder vor noch zurück kamen. So wurde um 17.15 Uhr die Bergwacht Rottach-Egern alarmiert. 

In Anbetracht der Umstände wurden die Bergwachten Lenggries, Bad Tölz und Hausham sowie die Freiwillige Feuerwehr Kreuth zur Unterstützung angefordert. Zunächst war der genaue Standort nicht bekannt. Zwar konnte eine telefonische Verbindung zu den Betroffenen hergestellt werden, das bewährte System der Bergwacht zur Ortung über das Handy brachte aber keinen Erfolg. Daher wurden Hubschrauber der bayerischen Landespolizei angefordert. 

Nachdem bereits vom Tal aus Lichter im Gelände ausgemacht werden konnten, konnte der nachtflugtaugliche Helikopter Edelweiss 4 die genaue Einsatzstelle lokalisieren. Als man sich für eine Bergung aus der Luft rüsten wollte, schlug das Wetter gegen 21 Uhr schlagartig um. Die Sicht wurde so schlecht, dass an eine sogenannte Windenrettung nicht mehr zu denken war. 

Daher begannen Einsatztrupps der Bergwacht und der Tiroler Bergrettungsstelle Achenkirch damit, sich durch das schwierige Gelände zu den Betroffenen vorzuarbeiten. Dazu wurden über 400 Meter Seilversicherung installiert. Da ein Vorwärtskommen in der Nacht bei Schneefall sehr schwierig ist, konnten Bergwacht-Einsatzkräfte erst in den frühen Morgenstunden bis zu den Hilfesuchenden vordringen und diese mit heißen Getränken versorgen.

Zu diesem Zeitpunkt waren über 50 Einsatzkräfte unterwegs. Um die seit Stunden arbeitenden Kräfte auszutauschen, wurden gegen 5 Uhr die Bergwachten Schliersee, Bayrischzell und Wasserburg zur personellen Unterstützung angefordert. Mit dem ersten Tageslicht wurden die Rettungshubschrauber Christoph 1 und Christoph Murnau der ADAC Luftrettung in den Einsatz gebracht. 

Mehrere Versuche, die Einsatzstelle anzufliegen, mussten aber aufgrund der Witterung abgebrochen werden. Die beiden erschöpften Wanderer wurden dann zu Fuß durch die Bergwacht an den Seilen hinauf zum Blauberggrat gebracht. Die ungeplante Übernachtung im Freien hatte bei den unterkühlten Wanderer dann doch ihre Spuren hinterlassen.  Sie wurden noch am Berg in einem Zelt erstversorgt mit Geländefahrzeug und Rettungswagen in die Klinik gebracht. 

Immer wieder kommt es zu Einsätzen, bei denen eine Rettung mit dem Hubschrauber nicht möglich ist. In diesen Fällen bewähren das Material und die alpinistische Fachkenntnis der Bergwacht- Einsatzkräfte. Verbunden ist das aber mit einem enormen Einsatz an Personal und Material. Insgesamt waren mehr als 100 Retter über 20 Stunden lang im Einsatz. Sie kamen aus den Bergwachten Rottach-Egern, Hausham, Lenggries, Bad Tölz, Schliersee, Bayrischzell, Brannenburg, Samerberg und Wasserburg sowie der österreichischen Bergrettungsstelle Achenkirch. Außerdem die freiwillige Feuerwehr Kreuth. Zwei Hubschrauber der Edelweiss-Polizeifliegerstaffel der bayerischen Landespolizei sowie zwei Rettungshubschrauber der ADAC Luftrettung stellten eine wertvolleUnterstützung dar.

Erstmeldung 

Zur Zeit läuft eine großangelegte Rettungsaktion der Bergwacht im Gemeindegebiet Kreuth am Tegernsee. Am Freitag wurde die Bergwacht Rottach-Egern um 17.15 Uhr zu hilfebedürftigen Personen in die Wolfschlucht im Blauberggebiet gerufen. Die beiden Betroffenenhaben sich im felsdurchsetzten und sehr unwegsamen Gelände so verstiegen, dass sie nicht mehr weiter kamen. 

Über ihr Mobiltelefon konnten die Beiden mitteilen, dass sie unverletzt seien. Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit wurden Suchhubschrauber der Polizei hinzugerufen. Eine Edelweissmaschine der bayrischen Landespolizei konnte die Betroffenen noch am Abend im Steilgelände lokalisieren. 

Als gegen 21 Uhr das Wetter umschlug, konnte eine Rettung aus der Luft nicht mehr durchgeführt werden. So läuft seit dem eine aufwändige bodengebundene Rettungsaktion. Die Retter installierten vom Grat zum Blauberggipfel Seilversicherung und stiegen zu den Betroffenen ab. 

Aufgrund der schwierigen Umstände sind immer noch etwa 50 Einsatzkräfte gebunden. Zur Unterstützung wurden die Bergwachten Hausham, Lenggries, Bad Tölz, Schliersee, Bayrischzell, Wasserburg, Brannenburg und Samerberg gerufen. Auch mehrere Einsatzkräfte der österreichischen Bergrettungsstelle Achenkirch sind im Einsatz.

Pressemitteilung Bergwacht Hochland

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