Stadtrat bezeichnet Werke als „Plunder“

Kunst oder Krempel? Professor und Stadtrat im Clinch

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Die Installation "Einheitsmännchen" des baden-württembergischen Konzeptkünstlers Ottmar Hörl. Nicht bei allen stößt das Werk des Bildhauers auf Zustimmung.

Nürnberg - Ist das Kunst oder kann das weg? Der für seine „Einheitsmännchen“ und Dürer-Hasen bundesweit bekannte Nürnberger Bildhauer Ottmar Hörl liegt im Clinch mit einem SPD-Stadtrat über seine Kunst.

Der Kommunalpolitiker bezeichnet einige der Werke als „Plunder“. Am Donnerstag machte Hörl, der Präsident der Nürnberger Akademie für Bildende Künste ist, die Fehde öffentlich. Er riet dem Stadtrat, einen Psychiater aufzusuchen.

Angefangen hatte alles Ende Februar, als der Berchinger SPD-Stadtrat Josef Mayer eine E-Mail an die Akademie der Bildenden Künste und die Stadt Nürnberg schickte. Darin echauffierte sich Mayer über in einer Anzeige beworbene Zinn-Hasen zum Stückpreis von 420 Euro. „Verlogen, beschämend“ und „rufschädigend für Nürnberg“ sei das, schrieb Mayer. „Bloß damit dem Hörl die Taschen gefüllt werden.“ Die Akademie werde durch ihn zur Fabrik für „Plastik-Kitsch-Müll“. Im Jahr 2003 hatte Hörl 7000 Dürer-Hasen aus Plastik in Nürnberg gezeigt.

„Gehen Sie doch lieber zum Psychiater“

Künstler Ottmar Hörl inmitten seiner grünen Plastikhasen.

Er habe diese Mail als „Privatperson und Vater eines jungen Künstlers“ geschrieben, der sich selbst bemühe, mit seiner Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sagte der 72 Jahre alte Mayer. Vor manchen Kunstwerken Hörls wie etwa den Gartenzwergen, die den Hitlergruß zeigen, ziehe er seinen Hut. „Das erfordert Mut.“ Den Gold-Hasen bezeichnete er dagegen als „Kunst-Plunder“. Darüber habe er seinen Unmut zum Ausdruck bringen wollen.

Der 1950 geborene Hörl, Professor für Bildhauerei, reagierte nun mit einem offenen Brief an Mayer. Darin bezeichnete er dessen Verhalten als „amoralisch, untragbar“ und „Skandal“. Ihn bei seinem Arbeitgeber sowie der Stadt zu beleidigen und zu diffamieren, sei untragbar. „Was haben Sie denn bitte im Hirn und der Seele. Ja geht's noch?“, fragte Hörl. Weil ihm ein paar Kunstwerke nicht genehm seien, kotze er seinen Frust aus und diskriminiere Menschen. „Dann gehen Sie doch lieber zum Psychiater, wenn Sie mit irgendwas vielleicht nicht klar kommen“, schreibt Hörl. Mit dieser E-Mail habe Mayer seiner Partei „einen Bärendienst erwiesen“ und sie in den „Morast“ gezogen.

dpa

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