Prozessauftakt zum Brand mit sechs Toten in Schneizlreuth

Video-Interview: Anwälte belasten Gemeinde schwer

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Traunstein/Schneizlreuth - Sechs Menschen fanden an Pfingsten 2015 in den Flammen eines Bauernhofs den Tod. Die Anwälte des Angeklagten belasten jetzt die Gemeindeverwaltung *NEU: Video* 

Die wichtigsten Informationen im Überblick: 

- Der Angeklagte übernahm gleich zu Beginn des Prozesses die "volle Verantwortung für sein Fehlverhalten" und sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus. 

- Im Jahr 2009 sagte der Leiter der Event-Agentur dem Landratsamt schriftlich zu, wegen fehlender Brandschutzmaßnahmen keine Personen mehr im Pfarrerbauernhof unterzubringen.

- Kurz danach kam es zur "Täuschung der Behörden", so Richter Erich Fuchs. Es gab 1.400 Übernachtungen pro Jahr – ohne Brandschutz! 

- Ein Kripo-Beamter sagte aus, dass keine Anzeichen für eine Brandstiftung vorlagen.

- Brandursächlich waren entweder ein Kurzschluss im Sicherungskasten oder Glut von Rauchzeug oder Zigarettenkippen, so der Polizist.

- Todesursache der sechs Getöteten laut Kripo Rauchgasvergiftungen durch Kohlenmonoxyd und Cyanid

- Identität der Toten musste fast ausschließlich über DNA-Analysen festgestellt werden

UPDATE, 16.20 Uhr: Feuerwehrmann schildert seine Eindrücke

Als Todesursache der sechs Getöteten machten die Beamten der Kriminalpolizei Rauchgasvergiftungen durch Kohlenmonoxyd und Cyanid verantwortlich. Die Identitäten der Verstorbenen konnte fast ausschließlich nur über DNA-Analysen des Instituts für Rechtsmedizin in München festgestellt werden.

Feuerwehrmann berichtet von den Löscharbeiten

Als letzter Zeuge am ersten Verhandlungstag wurde noch ein Feuerwehrmann gehört, der den Einsatz am Brandabend leitete. Als erster Mann am Einsatzort schilderte er seine Eindrücke vom Feuer in Schneizlreuth.

Bereits auf der Zufahrt sei eine große Rauchsäule zu sehen gewesen. Nachdem ein Fenstergitter mit Gewalt entfernt wurde, konnten noch Personen aus dem Inneren des Hauses gerettet werden. Der Zeuge organisierte daraufhin, dass die bereits vor dem Haus befindlichen Gäste in Ruhe das Gelände verließen. Einsatzkräfte unter Atemschutz im Inneren des Hauses mussten aufgrund der enormen Hitzeentwicklung von über 800 Grad Celsius die Feuerbekämpfung umgehend wieder abbrechen. Bereits in dieser Phase des Einsatzes sei dem Feuerwehrmann bewusst gewesen, dass sich noch Menschen im Pfarrerbauernhof befanden.

"Ich war überrascht, dass da so viele Menschen vor Ort waren", erklärte der Zeuge auf Nachfrage der Verteidigung. Eine Feuerbeschau habe in dem Anwesen während der letzten sechs Jahre seines Wissens nicht stattgefunden. Zuständig sei dabei jedoch nicht er selbst sondern der zuständige Kreisbrandinspektor, der von der Gemeinde angefordert werden müsse.

Fortsetzung der Verhandlung am Donnerstag

Nach dem Bericht des Feuerwehrmanns unterbrach der vorsitzende Richter Erich Fuchs die Beweisaufnahme für diesen Tag.

Der Prozess gegen den 48-jährigen Eventmanager aus Traunsteiner wird am Donnerstag, den 14. Januar ab 9 Uhr vor der 2. Strafkammer am Landgericht in Traunstein fortgesetzt. Auch dann ist chiemgau24.de wieder im Gerichtssaal und berichtet aktuell in Einblendungen. Neben Mitarbeitern der Gemeinde Schneizlreuth sollen dann unter anderem die Opfer des Brandes vor Gericht gehört werden.

UPDATE, 15.30 Uhr: Kripo-Zeugen schildern die Vorfälle

Nach der Mittagspause wurde der erste von insgesamt sieben angesetzten Prozesstagen gegen den Traunsteiner Eventmanager vor der zweiten Strafkammer am Landgericht Traunstein unter dem Vorsitz von Richter Erich Fuchs fortgesetzt.

Seelische Beeinträchtigungen und viele Verletzte

Eine Polizistin der Kripo Traunstein, ihres Zeichens Sachbearbeiterin im Fall Schneizlreuth, machte danach Angaben zur Sache. Nachdem Sie sich zu den Übernachtungszahlen im Pfarrerbauernhof bei der Gemeinde Schneizlreuth informiert hatte, wirkte sie in den Ermittlungen im Brandfall mit. Durchschnittlich über 1.000 Personen übernachteten demnach pro Jahr in der Hütte des Eventmanagers. Zusätzlich nahm zum Beispiel auch die Caritas die Alm in Anspruch; Übernachtungen, die in den offiziellen Meldezetteln nicht angegeben wurden.

Bei der Vernehmung der Zeugen des Brands sei der Beamtin besonders die seelische Beeinträchtigung vieler Opfer in Erinnerung geblieben. Ein Seelsorger hatte die Beamten deshalb bei den Befragungen unterstützt.

Drei weitere Beamten berichteten im Anschluss noch über ihre Ermittlungsarbeit und die Ergebnisse. Bei einer Vermessung der Brandruine hatten die Polizisten dabei die Höhe des Balkons festgestellt, von dem die Übernachtungsgäste in der Nacht noch gesprungen waren, um sich vor den Flammen zu retten. Das Ergebnis: Je nach Untergrund zwischen rund 4,5 und 5,5 Meter. Gemeinsam mit den beiden Verteidigern, den Vertretern der Nebenklage und der zuständigen Staatsanwältin nahm das Gericht anschließend Bilder des Hauses in Augenschein, die kurz nach dem Brand entstanden waren und das Ausmaß des Feuers verdeutlichten.

"Es war sehr schwer die Körper von den Steinen zu unterscheiden. (...) Diese waren teilweise bis zur Unkenntlichkeit verbrannt", berichtete einer der Beamten von den Sucharbeiten im ehemaligen Pfarrerbauernhaus.

UPDATE 13.35 Uhr: Aussagen über Brandverlauf und -ursache

Nach einer kurzen Unterbrechung machte zuerst der zuständige Kriminalkommissar und Sachbearbeiter der Polizei in Traunstein Angaben zum Brand. 

Nachdem sich die Beamten einen Überblick über die Situation verschafft hatten, begannen die Polizisten mit der Ermittlungsarbeit. Dabei habe sich schnell herausgestellt, dass sechs Personen der Firma, die im alten Bauernhaus ihr Firmenjubiläum gefeiert hatten, abgängig waren und vermeintlich noch im Haus zu finden waren. Weitere Personen litten unter Rauchgasvergiftungen, wieder andere standen unter Schock.

Brandausbruch und Feuerursache

Wie der Polizeibeamte mitteilte, brach das Feuer im Mittelgeschoss, direkt neben dem Aufgang zum Bettenlager im Obergeschoß des Pfarrerbauernhofs im Bereich eine Wäscheschranks und eines Sicherungskastens aus. Den übernachtenden Gästen im Bettenlager sei so jede Chance genommen worden, über die Treppe zu flüchten. Viele hätten sich glücklicherweise noch über den Balkon oder Leitern ins Freie retten können. "Es müssen sich hier unglaubliche Szenen abgespielt haben. (...) Binnen Minuten stand alles in Brand", so der Ermittlungsbeamte weiter.  

Als Ursache machten die Experten zuerst einen möglichen Kurzschluss im Sicherungskasten aus. Von dort könnte sich der Brand schließlich weiter ausgebreitet haben. Dieser Theorie widersprechen jedoch die Aussagen mehrerer Zeugen, dass zum Brandzeitpunkt noch Licht im Haus gebrannt habe. Andere Zeugen konnten diese Aussage jedoch nicht bestätigen. 

Als weitere Ursache könne die Glut von Rauchzeug bzw. Zigarettenkippen in Frage kommen, so der Sachbearbeiter weiter. Für Brandstiftung seien jedoch keine Anzeichen, wie zum Beispiel Brandbeschleuniger, aufzufinden gewesen.

Ermittlungen zum Status des Pfarrerbauernhofs

Sowohl bei den Zeugenvernehmungen der Mitarbeiter der Firma, die am Brandabend im Pfarrerbauernhof anwesend waren, als auch beim Angeklagten und dessen Familie war der Kripo-Beamte vor Ort. In einer ersten Vernehmung des Angeklagten habe dieser bereits damals angegeben, dass er über keine Genehmigung als Beherbergungsbetrieb verfüge. Lediglich von einer Art Duldung des Betriebs soll die Rede gewesen sein.

Auf Nachfrage bei der Gemeinde Schneizlreuth sei schließlich festgestellt worden, dass zwar ein Gaststättenbetrieb eingetragen sei, nicht aber die Unterbringung von Übernachtungsgästen. Weder der amtierende Bürgermeister noch der Altbürgermeister der Gemeinde Schneizlreuth will jedoch zu irgendeinem Zeitpunkt den Übernachtungsbetrieb in der Alm gesehen haben. 

Schriftlich habe der Eventmanager dem Landratsamt schließlich mitgeteilt, dass keine Personen im Haus untergebracht würden.

Der Prozess wird nach einer einstündigen Pause fortgesetzt.

UPDATE 12.15 Uhr: Tausende Übernachtungen ohne Brandschutz

Auch nach einer kurzen Unterbrechung befasste sich das Gericht unter Vorsitz von Erich Fuchs weiter mit den Hintergründe des Brandes im Mai 2015 im sogenannten Pfarrerbauernhof in Schneizlreuth. Dazu war es für das Gericht zuerst interessant, inwieweit die Behörden von den baulichen Veränderungen am Originalzustand der Alm zur Unterbringung von Gästen gewusst hätten.

Was wusste die öffentliche Hand?

Der Angeklagte gab dazu an, dass beispielsweise Informationsmaterial zu seinem Angebot sowohl in der Gemeinde, dem Landratsamt und auch den Tourismusverbänden in der Region ausgelegen hätte. Sowohl dem Eigentümer, dem Elektriker, dem Architekten aber auch dem Verkehrsamt und weiteren gemeindlichen Ansprechpartnern seien die Pläne mit Sicherheit bekannt gewesen, so der Angeklagte auf Nachfrage seines Verteidigers Harald Baumgärtl. Man habe sich schließlich offen über das Angebot unterhalten und sich auch vor Ort bei Besichtigungen und Arbeiten getroffen. 

"Für mich war der erste Ansprechpartner immer der Eigentümer und die Gemeinde", so der 48­-Jährige. Warum er dann bei einem Bauantrag in den 1990er Jahren das Matratzenlager zur Unterbringungder Gäste nicht angegeben hatte, konnte der Angeklagte nicht nachvollziehbar erklären.

Drohende Untersagung ignoriert

Im Jahr 2008 erhielt der Angeklagte dann zum ersten Mal Post vom Landratsamt. Er wurde darin aufgefordert, einen aktuellen Bauplan mit Nutzungsnachweisen für die alte Alm zu erbringen. Auch die Bettenanzahl sollte dabei für den Pfarrerbauernhof nachgewiesen werden. Zudem forderte das Landratsamt den Angeklagen auf, den Brandschutz am Objekt überprüfen zu lassen. "Diesen Brief habe ich zuerst beiseite gelegt", so der Eventmanager. In diesem Moment habe er die drohende Untersagung seines Betriebes nicht erkannt und auch nicht beachtet.

In einem Schreiben antwortete der Angeklagte dann mehrere Monate später der Behörde. Darin erklärte er, dass er keine Möglichkeit sehe, den Brandschutz im Gebäude zu verbessern. Aus diesem Grund wolle er künftig davon absehen, Personen im Pfarrerbauernhof unterzubringen, so der Eventmanager im Jahr 2009 in seiner schriftlichen Stellungnahme. 

Eine Zusicherung, die der 48­-Jährige nur kurze Zeit später wieder brach, eine klare "Täuschung der Behörden", wie Richter Erich Fuchs bemerkte. Als Grund für sein Verhalten gab der angeklagte Eventmanager die Trennung von seiner damaligen Frau und die drohende Pleite seines Betriebs an.

Rund 1.400 Übernachtungen pro Jahr – ohne Brandschutz

"Ich hatte niemals den Gedanken, dass es in diesem Haus einmal brennen würde", verteidigte sich der Angeklagte. Auch am Brandabend sei daher nicht explizit auf die Feuer­verhütung mit den Gästen eingegangen worden. 

Eine Brandversicherung in Höhe von 2,5 Mio. Euro sei dennoch abgeschlossen worden und stehe jetzt zur Verfügung, erklärte der zweite Anwalt des Angeklagten, Frank Starke.

Nach einer kurzen Pausen sollen jetzt die polizeilichen Sachbearbeiter vor Gericht gehört werden.

UPDATE, 10.50 Uhr: Angeklagter übernimmt "volle Verantwortung"

Unter großem öffentlichen Interesse begann am Montag der Prozess gegen den 48-jährigen Traunsteiner Eventmanager, der Ende Mai 2015 den sogenannten "Pfarrerbauernhof" in Schneizlreuth als Gästeunterkunft für 54 Personen zur Verfügung stellte. Beim Brand des Anwesens wurden in den frühen Morgenstunden insgesamt sechs Personen getötet und weitere 20 Personen verletzt.

Nach Verlesung der umfangreichen Anklageschrift durch Staatsanwältin Monika Veigluber machte der Angeklagte umfangreiche Angaben, sowohl zu seiner Person, als auch zur ihm vorgeworfenen Sache.

Bevor der Angeklagte jedoch von den Geschehnissen in der Brandnacht berichtete, richtete der 48-Jährige sein Wort an die im Saal anwesenden Familienmitglieder der beim Brand getöteten Menschen. Er drückte den Hinterbliebenen sein Beileid aus und gab an, die "volle Verantwortung für sein Fehlverhalten" übernehmen zu wollen. Obwohl er über keine ausdrückliche Genehmigung für die Unterkunft in Schneizelreuth zum Brandzeitpunkt verfügt habe, hätte er nie damit gerechnet, dass dort Menschen zu Schaden kommen könnten. Er sei sich sicher, am Ende des Verfahrens vor dem Landgericht in Traunstein eine gerechte Strafe zu erhalten. Auch an die beim Brand Verletzten richtete der Angeklagte sein Wort und entschuldigte sich auch für die "Bilder des Grauens", die neben den Rauchgasvergiftungen "sicher psychische Verletzungen" hinterlassen hätten.

Angeklagter macht Angaben zur Sache

Noch während seiner Zeit in einem Hochgebirgszug der Bundeswehr im Süden Bayerns, entdeckte der Angeklagte seine Leidenschaft für den Bergsport. Nach dem Ausscheiden aus der Truppe gründete er eine Firma, die sich auf Klettertouren und Wildwasserfahrten spezialisiert habe. Zusammen mit seiner damaligen Frau bot der Angeklagte dazu auch Übernachtungen in Schneizelreuth an. Neben Firmen kamen auch Schulklassen im Pfarrerbauernhof und einem weiteren Gebäude in der Nähe unter.

Bilder: Prozessauftakt zu Brand in Schneizlreuth

Wollte der gelernte Koch das alte, teilweise baufällige aber denkmalgeschützte Anwesen zwischenzeitlich gar nicht mehr zur Unterbringung von Gästen nutzen, sei ihm nach der Trennung von seiner damaligen Lebensgefährtin und Geschäftspartnerin schlicht keine Wahl geblieben. Die Vermietung der Alm sollte seine Firma am Laufen halten. So beherbergte der Angeklagte auch in der Brandnacht 54 Personen in seiner Alm.

Während der Nacht auf den 23. Mai 2015 habe der Angeklagten in einem Wohnwagen vor der Almhütte übernachtet. Gegen 3 Uhr habe ihn ein Mitarbeiter alarmiert, dass das Gebäude in Brand stehe. Mit zwei Feuerlöschern in den Händen habe er versucht, zu diesem Zeitpunkt noch ins Innere des Hauses zu kommen, um gegebenenfalls noch nach Menschen zu suchen, so der Angeklagte in seiner Einlassung. Starke Rauchentwicklung im ersten Obergeschoß hätte dieses Vorhaben jedoch vereitelt.

Nach Eintreffen der Feuerwehr und bei einer Vollzähligkeitsüberprüfung der Übernachtungsgäste habe er schließlich festgestellt, dass insgesamt sechs Personen fehlten.

Wussten Gemeinde und Landratsamt bescheid?

Auf Nachfragen des vorsitzenden Richters Erich Fuchs gab der 48-Jährige an, die gewerbliche Vermietung bei den Behörden durchaus angezeigt zu haben. Die Gemeinde Schneizelreuth und auch das zuständige Landratsamt hätten bescheid gewusst, jedoch nie etwas gegen seinen Betrieb unternommen.

Auch in den Gesprächen mit dem Eigentümer des Anwesens sei der Brandschutz nie ein Thema gewesen, so der Angeklagte weiter. "Jeder hat gewusst, was ich da vorhab'. Ich habe meine Visionen auch dargelegt", so der Angeklagte zu seinem gefassten Plan, den Gästebetrieb im Pfarrerbauernhof und anderen Gebäuden in der Nähe weiter auszubauen. Staatsanwältin Monika Veigluber merkte dabei an, dass eine Beherbergung nie beim Landratsamt angezeigt oder gar genehmigt wurde. Lediglich ein Schankbetrieb sei in der Vergangenheit von der Behörde abgenickt worden.

sl

Vorbericht:

Er ist gelernter Koch, staatlich geprüfter Bergführer, war Ausbilder bei der Bundeswehr und baute sich schließlich in Schneizlreuth (Berchtesgadener Land) ein Event-Unternehmen auf. In einem jahrhundertealten Bauernhof ließ er seine Gäste übernachten, auch in der Nacht auf 23. Mai 2015. Zu Besuch in Schneizlreuth waren 47 Mitarbeiter der niederbayerischen Baufirma Lindner, sechs von ihnen überlebten ein ausbrechendes Feuer nicht. Nun steht der 47-jährige Geschäftsführer der Event-Agentur vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung in sechs Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in 20 Fällen.

Was wird der Angeklagte heute vor Gericht zu sagen haben? Laut seinen Anwälten, Frank Starke und Harald Baumgärtl, wird er zu seiner Schuld stehen. Der Bauernhof war als Herberge nicht zugelassen, für die Umbauten für insgesamt 50 Übernachtungsmöglichkeiten lag keine Baugenehmigung vor. Dem Landratsamt versprach er dagegen, keine Personen im Gebäude übernachten zu lassen. Der 47-Jährige wird sich heute vor dem Traunsteiner Landgericht selbst äußern.

Was löste den Brand aus?

Die Anwälte wollen laut Traunsteiner Tagblatt einerseits natürlich das Beste für ihren Mandanten geben, andererseits aber "versuchen, die Opfer dieses schrecklichen Ereignissen möglichst wenig zu belasten", so Starke und Baumgärtl übereinstimmend. Für die angeklagten Delikte drohen ihrem Mandanten bis zu fünf Jahre Haft.

Ein Konfliktpunkt zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft könnte die Brandursache werden: Von einem Wäscheschrank nahm das verheerende Feuer seinen Ursprung, doch ein technischer Defekt als Auslöser sei mit größter Wahrscheinlichkeit auszuschließen, so die Anwälte. Sie vermuten eher, dass es fahrlässige Brandstiftung war, beispielsweise durch eine Zigarette. Neben dem Angeklagten werden heute auch erste Opfer des Brandes als Zeugen erwartet. In den sieben Verhandlungstagen sollen insgesamt rund 40 Zeugen und mehrere Sachverständige gehört werden. Am 5. Februar ist mit einem Urteil zu rechnen.

+++ Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr. Wir berichten aktuell von den Ereignissen im Gerichtssaal +++

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xe/sl

Quelle: chiemgau24.de

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Xaver Eichstädter

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