Der Buchsbaumzünsler breitet sich in Bayern aus

Landkreis Altötting: "So schlimm war´s noch nie"!

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Erst, wenn die äußeren Blätter angefressen sind, wird das Problem deutlich

Landkreis Altötting - "So schlimm wie heuer war es noch nie in der Region". Es geht um das Problem Buchsbaumzünsler. Hilflos müssen Hobbygartler zusehen, wie sich der Schädling bei uns breit macht. 

Er gehört nicht hierher aber jetzt ist er eben da: Der Buchsbaumzünsler. Dieser, von der Musterung der Flügel her, eher unspektakuläre Falter lebt nur circa acht Tage. Er ist weiß mit schwarzem Muster und die Außenränder an den Vorderflügeln braun. Nicht wirklich schön aber soweit ist noch alles in Ordnung. Das Problem sind die Eier. Die legt er an den Buchsbaumblättern ab. Daraus schlüpfen Raupen und dann beginnt der Albtraum jedes Gartenbesitzers: Die bis zu fünf Zentimeter langen Raupen fressen die Blätter, teilweise sogar die Rinde an den Ästen und kleine Zweige.

Hilflosigkeit

So schlimm wie heuer war es noch nie in der Region“, sagt Brigitte Koreck vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Altötting im Telefoninterview mit innsalzach24.de und eines sei vorweg genommen: Es gibt bisher nichts, das 100%ig gegen den Buchsbaumzünsler hilft. Wenn das Klima passt, entsteht im Schnitt alle zwei Monate eine neue Generation Buchsbaumzünsler. Bis zu vier wären damit pro Jahr möglich. Ist eine neue Generation Raupen geschlüpft, stehe ihr Telefon nicht mehr still so Koreck. Erst vor zwei Wochen war es wieder soweit. „Was kann ich tun?“, ist dann die Frage, die Situation in den Gärten mit einem Buchs teilweise dramatisch, wenn nur noch das Gerippe der Hecke übrig bleibt.

Der Befall beginnt meist im unteren Bereich der Pflanze. Anfangs ist das noch nicht schlimm. Problem: Der Befall ist meist nicht gleich zu erkennen. Generationen Buchsbaumzünsler-Raupen kann das ganz anders aussehen aber: „Ein befallener Buchsbaum stirbt nicht zwangsläufig ab, sondern kann sich durchaus wieder erholen, sofern er ansonsten gesund ist und die Nährstoff- und Wasserversorgung gewährleistet ist“, schreibt Clemens Jobst vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Altötting in einem kleinen Aufsatz zum Problem Buchsbaumzünsler. „Bei wiederholtem Befall der Pflanze durch den Schädling wird allerdings ein Überleben der Pflanze immer schwieriger und sollte deshalb nach Möglichkeit vermieden werden“.

Hoffnung

Was aber tun? Noch gibt es wenig Erfahrungsberichte dazu, wie man den Buchsbaumzünsler am wirkungsvollsten bekämpft. „Das rechtzeitige Erkennen des Befalls ist die Grundlage einer erfolgreichen Bekämpfung“, schreibt Jobst. Er empfiehlt, die Buchsbäume im Frühjahr regelmäßig zu untersuchen, „wobei Pheromonfallen unterstützend verwendet werden können, aber die regelmäßige Sichtkontrolle nicht ersetzen“. Mit dem Hochdruckreiniger in den betroffenen Buchs spritzen, Raupen und betroffene Blätter und Zweige danach einsammeln und im Hausmüll entsorgen ist ein anderer Tipp. Das Frühjahr scheint der Schlüssel zu sein, denn nach der letzten Generation überwintert der Buchsbaumzünsler erst einmal. „Eine Bekannte hat mir erzählt, sie habe ganz frühzeitig Bazillus thuringensis gespritzt und seitdem sei bei ihr Ruhe“, erzählt Brigitte Koreck. Die 100%ige Lösung sei das aber ohne weitere Erfahrungsberichte auch nicht.

Erfahrungsaustausch

Tritt der Buchsbaumzünsler derart dramatisch auch außerhalb des Landkreises Altötting auf? Wo? Welche Erfahrungen haben Sie mit den Schädlingen gemacht? Wer hat ähnlichen Horror im heimischen Garten erlebt oder kämpft gerade noch damit? Wer hat Erfahrungen gemacht mit dem Bazillus thuringensins oder dem Hochdruckreiniger oder gar eine ganz andere Lösung für das Problem Buchsbaumzünsler? 

Nutzen Sie die Kommentar-Funktion oder schreiben Sie an raphael.weiss@ovb24.de.

Quelle: innsalzach24.de

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