Start des Pilotprojekts

An Oberbayerns Straßen blitzt es bald aus dem Anhänger

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Landkreis - Ein neues Pilotprojekt zur Unfallprävention wird am Montag in der Region gestartet. Erstmals sollen Tempolimits mit "teilstationären Geschwindigkeitsmessanlagen", also aus einem speziellen Anhänger heraus, überwacht werden:

Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland aus Bad Tölz und das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim geben am Montag den Startschuss für ein neues Pilotprojekt zur Unfallprävention.

Verwendet werden dafür erstmals spezielle Anhänger, in denen sich ein Geschwindigkeitsmessgerät befindet. Diese so genannten "teilstationären Geschwindigkeitsmessanlagen" gehören in Frankreich und der Schweiz schon länger zum Straßenbild. Dort werden sie zur Beruhigung von Unfallschwerpunkten eingesetzt. In Deutschland ist ihre Verbreitung bisher noch gering.

Ziel: Entschärfen von Unfallschwerpunkten

Wie sich die Blitz-Anhänger in der Praxis bewähren, soll der Modellversuch in den nächsten Wochen zeigen. Ab September werden die Trailer an unfallträchtigen Strecken in Oberbayern zu sehen sein. Gemessen wird jeweils bis zu 6 Tage am Stück rund um die Uhr. Autofahrer müssen sowohl innerorts als auch auf Landstraßen und Autobahnen mit Geschwindigkeitskontrollen aus dem Anhänger rechnen.

Überhöhte Geschwindigkeit ist bei schweren Unfällen nach wie vor  Ursache Nummer eins. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden 2015 bei mehr als 2.000 Geschwindigkeitsunfällen insgesamt 1.401 Verkehrsteilnehmer zum Teil schwer verletzt und 26 Personen getötet. Diese hohe Zahl von Unfallopfern verdeutlicht, wie wichtig präventive Maßnahmen wie Tempokontrollen sind.

Praktische Erfahrungen sammeln

Bei dem Modellversuch geht es den Verantwortlichen auch darum, Erfahrungen mit den neuen teilstationären Messanlagen zu sammeln. Eine der Kernfragen ist: Wie wirkt sich eine durchgängige Überwachung über eine oder mehrere Wochen auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer aus?

Daneben soll der Umgang mit der neuen Technik erprobt werden. Im Fokus von Verkehrsüberwachern und Polizei stehen Standortwahl, Rüstzeiten, Datenübertragung und Vandalismus. Zudem erwartet man sich genauere Erkenntnisse über die Betriebskosten. Nur ein Beispiel:

Während bei der Geschwindigkeitsüberwachung mit mobilen Anlagen ständig ein Messtechniker oder Polizeibeamter in der Nähe sein muss, werden die Trailer nur einmal abgestellt, eingerichtet und wieder abgeholt. Alles andere läuft von alleine.

Pressemitteilung Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland/Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser