Aufkleberaktion auf Milchprodukten

"Wer steckt eigentlich hinter dem Bauernstand?"

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Milchaufkleber in Discountermärkten

Landkreis Berchtesgadener Land - Immer wieder tauchen Aufkleber auf Milchprodukten auf, die dazu aufrufen mehr regionale Produkte zu kaufen. Nun haben sich auch offizielle Stellen zu Wort gemeldet:

Seit einigen Wochen erreichen uns immer wieder Anfragen unserer Leser, die auf Milchprodukten in der Region Berchtesgaden seltsame Aufkleber entdecken. Eine Gruppierung die sich "Der Bauernstand" nennt, ruft darauf auf beim Einkauf darauf zu achten, dass Milch- und Käseprodukte aus der Region kommen. 

In unserer Recherche haben wir zunächst bei den betroffenen Discountermärkten nachgefragt. In der vergangenen Woche hatten wir die Gelegenheit, jemandem von der Gruppierung" Der Bauernstand" ein paar Fragen zu stellen. 

Mittlerweile haben sich auch offizielle Stellen zu diesem Thema zu Wort gemeldet. So zum Beispiel Bernhard Zimmer (Kreisrat und Sprecher der Grünen im Berchtesgadener Land) und Martin Hecht, Stellvertretender Pressesprecher Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Feedback von den Grünen auf die Milchaufkleberaktion

"Die Aufkleberaktion sehe ich sehr kritisch, weil hier offensichtlich eine Organisation oder eine Gruppierung, die sich nicht der öffentlichen Diskussion stellt, das Thema "Milchkrise" instrumentalisiert. Es stellt sich die Frage, wer sich hinter dem "Bauerstand" verbirgt.

Prinzipiell kann ich als Grüner Kreisrat die inhaltliche Aufforderung zum verstärkten Kauf regionaler Produkte unterstützen und bekanntermaßen setzen wir Grüne uns auch seit langem für eine Ökologisierung und Regionalisierung der Nahrungsmittelproduktion ein, um Wertschöpfung in die ländlichen Räume zurückzuholen, aber natürlich immer über eine offene Diskussion

Anonyme Aufkleber auf Produkten, die quasi als Warnhinweise gestaltet sind, verstoßen nicht nur gegen geltendes Recht, sie verwirren und verunsichern Verbraucherinnen und Verbraucher. Ganz offensichtlich ist die Aktion noch nicht einmal mit den Unternehmen abgestimmt, die positiv assoziiert werden, ist also gänzlich kontraproduktiv. Bleibt die spannende Frage, wer steht hinter dem 'Bauerstand'?"

Reaktion aus dem Staatsministerium

"Aufgrund der schwierigen Situation auf dem Milchmarkt und den damit verbundenen niedrigen Milchauszahlungspreisen ist es zwar grundsätzlich verständli ch, wenn Milcherzeuger mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf ihre schwierige Situation aufmerksam machen. 

Im Freistaat liegt der durchschnittliche Milchauszahlungspreis allerdings deutlich über den bei der Aktion angesprochenen 20 Cent je Kilo (im Juni 2016 mit 25,25 Cent je Kilo bei 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß) und hat in den zurückliegenden Monaten auch nie die 25 Cent-Grenze unterschritten. Zudem ist derzeit ist eine positive Trendwende auf dem Milchmarkt erkennbar. Inwieweit es rechtlich zulässig ist, auf die Milchpackungen, die einem Dritten gehören, Aufkleber aufzubringen, obliegt nicht unserer Bewertung."

Was sagen eigentlich die Milchbauern selber dazu? Diese und andere Informationen finden Sie in unseren nächsten Artikeln.

Quelle: BGland24.de

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