"Diese Straße erlaubt keine Fehler"

Schwere Unfälle auf B12: Verkehrsaufkommen zu hoch?

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Auf der B12 passieren regelmäßig schwere Unfälle, wie hier vergangene Woche in Straßmaier. Der Bürgermeister der Gemeinde Maitenbeth zeigt sich entsetzt.

Maitenbeth - Der Unfall auf der B12 vergangene Woche, der ein Menschenleben forderte, ist einer von vielen im Gemeindegebiet. Nun wird das leidige Thema "Unfallschwerpunkt B12" neu diskutiert. Bürgermeister Josef Kirchmaier sagt: "Diese Strecke erlaubt keine Fehler".

"Wir kennen das Problem und müssen es hinnehmen", zeigt sich Bürgermeister Josef Kirchmaier hilflos. Er sei es leid, nach zahlreichen Kontaktaufnahmen durch ihn von zahlreichen Behörden zu hören, dass man Geduld haben müsse, die Autobahn sei in greifbarer Nähe.

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"Es ist absehbar, aber mit jedem Tag existiert die Gefahr weiter", so Kirchmaier im Gespräch mit wasserburg24.de. Im Gespräch sei einst ein dreispuriger Ausbau mit Überholspur gewesen, doch er glaube nicht mehr daran, dass dies jemals realisiert werde.

"Der Forstbereich gehört zu unserem Gemeindegebiet, hier passieren leider auch jedes Jahr sehr viele schlimme Unfälle, wir sind mit der B12 wirklich sehr unglücklich", gibt Kirchmaier zu bedenken. Vom Gemeindegebiet Maitenbeth bis zur Autobahn seien es 15 Kilometer reines Überholverbot, außerdem viel Geschwindigkeitsbeschränkungen, ungeduldige oder unvorsichtige Fahrer seien dann nicht die beste Kombination, so der Rathauschef.

Seit Jahren komme es zum Schriftverkehr, doch Straßenbauamt und weitere Stellen hätten kein Ohr für die Belange der Kommune und der Bürger, die nach Änderungen, einem Ausbau oder Entschärfungen schreien.

"Wir wurden und werden immer nur vertröstet", so das Gemeindeoberhaupt verärgert. Es käme immer der Hinweis, dass die bald existente Autobahn dann für eine allgemeine Verbesserung im Straßenverkehr auf der Bundesstraße B12 sorgen werde, man müsse nur Geduld haben, bis die Maßnahme fertig sei. Ob das mit der Autobahn tatsächlich "bald" realisiert werde in diesem Bereich, lasse neue Diskussionen zu, findet der Rathauschef aus Maitenbeth. "Und ob dann die Situation besser wird, dass die B12 zu einer wirklich ruhigeren Strecke wird, darüber braucht man wahrscheinlich gar nicht diskutieren", so Kirchmaier weiter.  

Täglich mehr als 20.000 Fahrzeuge unterwegs

Die Gemeinde Maitenbeth wird durch die B12 quasi geteilt. "Mehr als 20.000 Fahrzeuge sind hier täglich auf der B12 unterwegs, es ist eine unfallträchtige Strecke", verdeutlicht Kirchmaier. Allerdings sei die Kreuzung mit der MÜ 43 in die Bundesstraße hinein ebenfalls noch ein besonderer Unfallschwerpunkt, der die Bürger in Gefahr brächte, so Kirchmaier. "Jede kleinste Lücke wird hier genutzt, um nicht länger warten zu müssen. Hier passiert so viel, weil die Fahrer, die aus- oder hineinfahren oftmals nicht so lange warten wollen, und einfach abbiegen". Teilweise sogar auf der Gegenverkehrsspur!

"Das Verkehrsaufkommen ist für diese Straße einfach zu hoch", gibt das Gemeindeoberhaupt von Maitenbeth zu bedenken. Er habe einmal ein Schriftstück aus den 70er Jahren gefunden, aus dem hervorginge, dass man den gefährlichen Bereich besser kreuzungsfrei realisieren solle, weil das Verkehrsaufkommen mit täglich 7.000 Fahrzeugen zu hoch sei. (Es gibt die Kreuzung immer noch! Anmerkung der Redaktion) "Nichts hat sich geändert, es ist nur alles noch gefährlicher geworden und es macht mich traurig, dass so viele Unfälle passieren müssen", so Kirchmaier.

Die Auskunft, es werde alles besser, könne er mittlerweile nur noch belächeln. "Zwar ist absehbar, dass das Großprojekt Autobahn tatsächlich in einiger Zeit auch unseren Bereich erfasst, aber allein bis dahin wird es noch viele Unfälle geben", ist sich Kirchmaier sicher. "Diese Straße erlaubt keine Fehler", schließt Josef Kirchmaier das Gespräch.

Quelle: innsalzach24.de

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