Welche Kräuter in den Strauß sollen

Mariä Himmelfahrt: Warum ist Bayern geteilt?

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Mädchen im Dirndl nehmen am 15.08.2015 in Kochel am See (Bayern) an der traditionellen Prozession teil.

München - Die Menschen in Bayern feiern am Samstag Mariä Himmelfahrt. Die katholische Kirche begeht diesen Tag, der offiziell Mariä Aufnahme in den Himmel heißt, mit Gottesdiensten und Kräutersegnungen.

Es werden dabei zu Sträußen gebundene Kräuter gesegnet, wie ein Sprecher des Erzbistums München-Freising erläuterte. Zudem gibt es vielerorts festliche Prozessionen. Etwa im Münchner Liebfrauendom, wo Kardinal Reinhard Marx einen Gottesdienst mit den Gläubigen feiert.

Ob die Menschen an Mariä Himmelfahrt auch Einkaufen gehen können, hängt von ihrem Wohnort im Freistaat ab. Denn während vor allem im Süden am Samstag ein gesetzlicher Feiertag ist, bleiben in einigen Kommunen in Nordbayern die Geschäfte geöffnet. Mariä Himmelfahrt ist nur dort gesetzlicher Feiertag, wo es mehr Katholiken als evangelische Christen gibt. Sind die Protestanten in der Überzahl, wird ganz normal gearbeitet.

Diese Kräuter sollten in den Strauß

Traditionell wird am 15. August auch in Bayern Mariä Himmelfahrt gefeiert. In 1704 der insgesamt 2056 bayerischen Gemeinden - dort, wo die Mehrheit katholisch ist - ist das Fest ein gesetzlicher Feiertag. Dazu pflegen die Menschen den alten Brauch, spezielle Kräuter zu sammeln und sie an diesem Tag in der Kirche vom Pfarrer weihen zu lassen. Daheim sollen die Kräutersträuße dann vor Unglück schützen. Bis zu 99 Kräuter können zu einem Busch gebunden werden, sieben müssen es aber mindestens sein.

- Königskerze: Die alten Germanen verehrten sie bei ihren Sonnwendfeiern. Im Christentum wurde der obere blühende Teil als Weihwasserwedel verwendet und bildet als „Marienkerze“ heute noch meist die Mitte des Kräuterbuschens. Sie ist Symbol für ein langes Leben. Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp schwor auf die Königskerze als Heilmittel für ein „traurig Herz“.

- Johanniskraut: Wie kaum eine andere Pflanze wird das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an die Menschen abzugeben. So soll es Frohsinn schenken.

- Baldrian: Der Baldrian ist fast in ganz Europa verbreitet und gehörte zu den germanischen Heil- und Ritualpflanzen. Er wurde zur Reinigungsräucherung benutzt und galt als Glücksbringer. Harry Potter benutzt Baldrianwurzeln für die Zubereitung des „Tranks der lebenden Toten“.

- Rossminze: Bereits in der Antike waren Minzsorten bekannt. So erwähnte etwa der griechische Arzt Dioskurides die heilende Wirkung der Minzen. Die Rossminze wird in der Volksheilkunde bei Magen-Darm-Beschwerden und gegen Kopfschmerzen eingesetzt.

- Liebstöckel: Erstmals erwähnt wurde Liebstöckel in der Landesgüterverordnung Karls des Großen um 800. In fast allen mittelalterlichen Kräuterbüchern wird Liebstöckel als heilendes Kraut erwähnt - bei Lungenschmerzen und Wassersucht. Heute noch findet sich das Kraut in vielen Bitterschnäpsen und Kräutertropfen, die als Verdauungshilfe gedacht sind.

- Rosmarin: Vor allem aus der Küche bekannt. Als Heilkraut spielt die aromatische Pflanze erst seit dem Mittelalter eine Rolle - sie diente als den Kreislauf anregendes und stärkendes Mittel.

- Wilde Möhre: Im Altertum galt die Wilde Möhre als ein beliebtes Aphrodisiakum, wurde aber auch bei Menstruationsproblemen und als Wurmkur bei Menschen eingesetzt. Außerdem soll das Kraut die Konzentration fördern.

dpa

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