Freispruch vor Gericht

Marlboro: Maybe-Kampagne wird nicht verboten

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Mit diesem Foto dokumentiert Henri Kuntnowitz die Tabakwerbung.

München - Die Werbekampagne von Marlboro wird auch künftig in Bayern zu sehen sein. Das Münchner Verwaltungsgericht hat den Verbotsbescheid gegen die Plakate aufgehoben.

Der Tabakkonzern Philipp Morris darf weiter mit der sogenannten Maybe-Kampagne für seine Zigarettenmarke Marlboro werben. Das Verwaltungsgericht München hob den Verbotsbescheid des Landratsamtes München am Donnerstag auf. Die schriftliche Begründung stand zunächst noch aus. In der mündlichen Verhandlung hatte der Vorsitzende Richter am Vortag aber bereits gesagt, die Kammer könne allein in der Wortkombination aus „Be“ (deutsch: „Sei“) und „Maybe“ („vielleicht“) keine „besondere Ansprache der Jugend erkennen“ - und nur dann hätte die Kampagne dauerhaft verboten werden können. (Az.: M 18 K 13.4844)

Philipp Morris hatte Marlboro seit Ende 2011 mit der Maybe-Kampagne auf Plakaten, Flyern, Videos und im Kino beworben. Texte wie „Don't be a Maybe“ (frei übersetzt: „Sei nicht unentschieden“) oder einfach „Maybe“ mit durchgestrichenem „May“ - was im Englischen die Aufforderung „Sei“ stehenlässt - waren illustriert mit Rauchern. Das Landratsamt verbot mit Bescheid vom Oktober 2013 diese Werbung, weil sie besonders geeignet sei, Jugendliche oder Heranwachsende zum Rauchen zu veranlassen.

Junge Menschen seien unsicher und müssten sich noch finden, und dann komme „so ein Spruch“, begründete ein Behördenvertreter in der mündlichen Verhandlung das Verbot. Das reiche auch ohne schmückende Fotos aus, um „den Jugendlichen da abzuholen, wo er abgeholt werden will“. Diese Befürchtung teilte die Kammer nicht und ließ die Kampagne in ihrer bisherigen Form zu - am Vortag hatte der Richter noch angedeutet, dass vielleicht nur das Wortspiel genehmigt werden könnte, nicht aber die illustrierenden Bilder. Ein Freibrief ist die Entscheidung aber nicht. Der Richter warnte nämlich, dass jedes neue Motiv mit der Wortkombination einer Einzelbetrachtung unterliege.

dpa

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