Mann stirbt, Frau überlebt schwer verletzt

Raubmord von Meiling: Täterbande gefasst

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Meiling/Seefeld - Der Brutale Raubmord an einem Rentnerpaar erschütterte ganz Deutschland. Nun konnten die Täter gefasst werden - und es war nicht die erste grausame Tat:

Ein 72-jähriger Meilinger und seine 67-jährige Frau wurden Anfang September Opfer eines brutalen Raubmordes, bei dem der Mann starb und die Frau schwerverletzt zurückgelassen wurden.

Die Täter in Österreich geschnappt werden. Es handelte sich um eine Räuberbande aus Rumänien, die in mindestens drei Fällen zuschlug.

Insgesamt sieben Männer wurden verhaftet, wovon vier bereits die Tat gestanden, wie aus einer Mitteilung der Polizeidirektion Niederösterreich hervorging.

Die Räuberbande verübte insgesamt sieben brutale Straftaten in wechselweisem Zusammenwirken. Die Tätergruppe steht auch im Verdacht mehrere Einbruchdiebstähle begangen zu haben. Außerdem dürften weitere Mittäter noch flüchtig sein, nach denen gefahndet wird.

Hier die ausführliche Pressemeldung der Landespolizeidirektion Niederösterreich:

Das Landeskriminalamt Niederösterreich, Ermittlungsbereich Raub, ermittelt seit Juni 2015 gegen eine "mehrköpfige" Tätergruppe, welche im Bundesland Niederösterreich in unregelmäßigen Zeitabständen in Wohnhäuser einbricht und in äußerst brutaler Art und Weise die vorwiegend älteren Hausbewohner misshandelt, schwer verletzt und beraubt.

Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen und Fahndungsmaßnahmen im In- und Ausland konnten Hinweise und Erkenntnisse auf eine rumänische Tätergruppe eruiert werden, die ausschließlich zur Begehung von Raubüberfällen und Einbrüchen aus Rumänien anreist und neben Österreich auch in der Schweiz und Deutschland aktiv sein dürfte. Auch konnte festgestellt werden, dass diese kriminelle Organisation vermutlich einen hellen Van als Tatfahrzeug verwenden dürfte und konzentrierten sich auch die Fahndungen in diese Richtung.

Als sich am 6. September 2015 , gegen 22.30 Uhr, eine neuerliche Home-Invasion im Gemeindegebiet von Gänserndorf ereignete, wobei von mehreren unbekannten Tätern auf die 86-jährige Hausbewohnerin eingeschlagen wurde, leitete die Raubgruppe gezielte Fahndungsmaßnahmen und Ermittlungsschritte ein. Unter anderem wurden mögliche Kontaktadressen in Wien und NÖ kontrolliert, wobei schließlich noch am 7. September 2015, gegen 17.00 Uhr, die mutmaßliche Tätergruppe in 1160 Wien, vor einem Lokal wahrgenommen werden konnte. In der Folge wurden sieben rumänische Verdächtige von Bediensteten des Landeskriminalamtes Niederösterreich angehalten und festgenommen. Ebenso konnte das vermutliche Tatfahrzeug, ein Pkw mit bulgarischem Kennzeichen vorgefunden werden. Im Fahrzeug stellten Bedienstete der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich noch Teile der Beute und Tatkleidung etc. sicher.

Die rumänischen Staatsbürger wurden in weiterer Folge von Bediensteten der Raubgruppe vernommen. Bei den intensiven und umfangreichen Vernehmungen zeigten sich schließlich vier der sieben Verdächtigen großteils geständig, nachstehende, brutale Straftaten in wechselweisem Zusammenwirken verübt zu haben:

Alland:

Home-Invasion am 28. Juni 2015, gegen 04.40 Uhr, im Gemeindegebiet von Alland, Bezirk Baden. An diesem brutalen Raubüberfall waren 4 teilmaskierte Täter beteiligt, welche durch das Bad-Fenster in das Objekt einbrachen. Das Ehepaar wurde in der Folge durch massive Faustschläge und Fußtritte schwer misshandelt, wobei ein 72-jähriger Mann mehrere Gesichtsfrakturen und Rippenbrüche erlitt und mit dem Notarzt in das Landesklinikum Baden eingeliefert werden musste. Die Täter flüchteten, nachdem sie das Ehepaar im Schlafzimmer einsperrten, mit einem vierstelligen Eurobetrag in bar und minderwertigem Schmuck. Die 48-jährige Frau des Schwerverletzten sprang in der Folge aus dem Fenster und holte Hilfe.

Puchberg:

Home-Invasion am 18. Juli 2015, gegen 03.00 Uhr, im Gemeindegebiet von Puchberg am Schneeberg, Bezirk Neunkirchen. Dieser Überfall wurde ebenfalls von 4 Tätern vorgenommen, wobei 2 Täter durch das Bad-Fenster in das Objekt eindrangen und eine alleine anwesende 69-jährige Frau im Schlaf überfielen. Sie wurde mit einem Küchenmesser bedroht und durch brutale Faustschläge und Tritte misshandelt. POSTL erlitt schwere Gesichtsverletzungen und musste im Landesklinikum Neunkirchen behandelt werden. Die Täter erbeuteten einen zweistelligen Eurobetrag in bar, Eheringe und Modeschmuck. Das Küchenmesser blieb am Tatort zurück.

Strengberg:

Home-Invasion am 26. August 2015, gegen 21.30 Uhr, im Gemeindegebiet von Strengberg, Bezirk Amstetten. An dieser Home-Invasion waren 5 Täter beteiligt, wobei 4 in das Objekt eindrangen und ein Täter vor dem Wohnhaus im Fluchtfahrzeug Aufpasserdienste leistete. Die Täter verwendeten als Tatwaffen zwei Messer und zwei ca. 1,5 Meter lange Äste, welche sie von einem Baum im Garten abgebrochen hatten. Eine 72-jährige Frau wurde massiv mit den Holzknüppeln geschlagen und mit Füßen getreten. Auch wurde ihr zeitweise Nase und Mund zugehalten, wodurch sie zu ersticken drohte. Weiters wurde sie ständig mit dem Umbringen bedroht. Durch die brutale Vorgangsweise erlitt die 72-Jährige Serien-Rippenbrücke, sowie Frakturen und Platzwunden im Gesicht, weshalb sie im Landesklinikum Amstetten stationär behandelt werden musste. Die Täter erbeuteten lediglich einen dreistelligen Eurobetrag in bar und Silberschmuck.

Reichsberg:

Home-Invasion am 31. August 2015, gegen 00.30 Uhr, im Gemeindegebiet von Reichersberg am Inn, Bezirk Ried/Innkreis, OÖ. Diesen Raubüberfall verübten 5 teilmaskierte Täter, wobei 4 durch Aufbrechen des Küchenfensters in das Objekt eindrangen und ein Täter vor dem Wohnhaus im Fluchtfahrzeug wartete. Zwei Täter bedrohten eine 58-jährige Frau und ihre 83-jährige Mutter mit einem Messer und Holzknüppel und schlugen mehrmals auf sie ein, während die beiden anderen Täter das gesamte Wohnhaus nach Wertgegenständen durchsuchten. Die beiden verletzten und geschockten Opfer wurden in der Folge in ein Zimmer gesperrt und die Täter flüchteten mit einer mit einem zweistelligen Eurobetrag in bar, einem Ehering und Modeschmuck. Die Opfer konnten sich durch "Flucht" aus dem Kinderzimmerfenster selbst befreien.

Wila:

Home-Invasion und versuchte Vergewaltigung am 3. September 2015, gegen 22.15 Uhr, im Gemeindegebiet von Wila im Weiler, Kanton Zürich, Schweiz. An dieser Straftat waren 8 Täter beteiligt, wobei 5 Täter in das Einfamilienhaus einbrachen, ein Täter vor dem Haus Aufpasserdienste leistete und zwei Täter die beiden Fluchtfahrzeuge lenkten. Das 78-jährige Opfer wurde in der Folge mit einem Sessel niedergeschlagen und es kam auch zu einem Vergewaltigungsversuch. Anschließend wurde das verletzte Opfer an Händen und Füssen gefesselt und mehrmals mit dem Umbringen bedroht. Auch forderten die Täter "Money, Safe" und flüchteten schließlich mit einer Beute in einem dreistelligen Betrag in Schweizer Franken und drei Goldmünzen.

Seefeld:

Raubmord und Home-Invasion am 5. September 2015, gegen 00.10 Uhr, im Gemeindegebiet von Seefeld, Bayern, Deutschland. An dieser äußerst brutalen Straftat waren insgesamt 8 Täter beteiligt, wobei 5 Täter die unmittelbare Tat ausführten, eine Person im Garten Aufpasserdienste leistete und zwei Personen die Fluchtfahrzeuge lenkten. Ein 72-jähriger Mann wurde durch Hundegebell aufmerksam und verließ das abgelegene Wohnhaus durch die Terrassentüre, wobei er im Freien auf die Täter traf. Diese schlugen in der Folge mit Eisenstangen und Holzprügel massiv auf ihn ein und zerrten ihn in das Haus zurück. Dort wurde auch seine 67-jährige Frau brutalst niedergeschlagen und misshandelt. Die Täter traten auch mit Füssen auf ihre Opfer ein und sperrten anschließend das schwerst verletzte Ehepaar in eine Abstellkammer ein. Die Täter verkeilten die Tür noch mit einem Tisch, um den Opfern jegliche Flucht unmöglich zu machen. In der Folge durchsuchten die Täter das gesamte Wohnhaus und flüchteten mit Bargeld und Schmuck in unbekannter Höhe. Beide Opfer konnten erst zwei Tage später von einem Zeitungsausträger aus der Abstellkammer befreit werden, wobei der 72-Jährige bereits seinen schweren Verletzungen erlegen war. Die 67-Jährige wurde schwerst verletzt in das Krankenhaus eingeliefert.

Gänserdorf:

Home-Invasion am 6. September 2015, gegen 22.30 Uhr, im Gemeindegebiet von Gänserndorf, Bezirk Gänserndorf, NÖ. Bei dieser Home-Invasion waren ebenfalls 8 Täter beteiligt, wobei 5 Täter in das Wohnhaus einbrachen, ein Täter im Garten Aufpasserdienste leistete und zwei Täter die beiden Fluchtfahrzeuge lenkten. Das 87-jährige Opfer wurde von den Tätern mehrmals ins Gesicht geschlagen, wodurch sie diverse Prellungen erlitt. Auch wurde ihr eine Axt an den Hals gehalten und sie mit dem Umbringen bedroht. Die Täter durchsuchten das gesamte Wohnhaus und raubten einen dreistelligen Eurobetrag in bar und zwei Goldketten, welche sie dem Opfer vom Hals nahmen. Bevor die Täter mit der Beute flüchteten, sperrten sie die 87-Jährige in den Keller und verkeilten die Türe mit einem Tisch. Das Opfer konnte sich nach einiger Zeit selbst befreien und Hilfe holen. Die Tatwaffe (Axt) wurde am Tatort zurück gelassen.

Opfer wurden auskundschaftet

Angemerkt wird, dass die Täter großteils ihre Opfer/Tatobjekte bereits Stunden vor dem Überfall auskundschafteten, indem sie mit einem Kanister um Wasser baten bzw. durch Fenster ins Innere der Wohnhäuser blickten. Auch handelte es sich meistens um sehr abgelegene Wohnhäuser, welche ausschließlich von älteren Personen bewohnt sind. Bei sämtlichen Überfällen gingen sie äußerst brutal vor, verwendeten Gegenstände (Axt , Messer, Holzknüppel etc.) welche sie am Tatort vorfanden und forderten "Safe, Money und Gold". Gebrauchsgegenstände wurden keine geraubt. Bei den Überfällen verwendeten sie einen grauen Pkw mit bulgarischem Kennzeichen und einen blauen Pkw mit französischem Kennzeichen als Fluchtfahrzeuge.

Die sieben festgenommenen Tatverdächtigen aus Rumänien zeigten sich teilgeständig und wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt in die dortige Justizanstalt eingeliefert.

Die umfangreichen und intensiven Ermittlungen gegen diese Tätergruppe dauern noch an und es werden weitere ähnlich gelagerten Fällen im In- und Ausland überprüft. Die Tätergruppe steht auch im Verdacht mehrere Einbruchdiebstähle begangen zu haben. Außerdem dürften weitere Mittäter noch flüchtig sein, nach denen gefahndet wird.

Bei der Festnahme der Tätergruppe konnten auch Schmuck und Uhren sichergestellt werden die noch keinem Tatort zugeordnet werden konnte.

Weitere Geschädigte bzw. Besitzer der sichergestellten Gegenstände werden gebeten, sich mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich, unter Telefonnummer 059133-30-3333, in Verbindung zu setzen.

Eine Veröffentlichung von Fotos der bereits festgenommenen Verdächtigen und des Fluchtfahrzeuges wurde von der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt angeordnet.

jb/Pressemeldung Landespolizeidirektion Niederösterreich

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser