Verband Deutscher Seilbahnen in Miesbach

Klimawandel nur ein Thema bei der Seilbahntagung

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Miesbach - Die Deutsche Seilbahntagung findet dieses Jahr vom 14. bis 18.Oktober statt, bei der aktuelle Themen und Branchen-Trends besprochen werden und neue Ziele gesetzt werden.

Der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte e.V. (VDS) veranstaltet alljährlich dieses Forum. Dieses Jahr findet die Tagung in Miesbach statt. Knapp 200 Teilnehmer aus dem In- und Ausland werden erwartet. "Dieses Gipfeltreffen ist wichtig für den Erfahrungsaustausch und die Diskussion aktueller Fragestellungen", sagt die Geschäftsführerin Birgit Priesnitz vom Verband für Deutscher Seilbahnen. Bei dieser Veranstaltung werden volkswirtschaftliche Effekte von Seilbahnen diskutiert sowie Erfahrungen und Perspektiven ausgetauscht. Die Teilnehmer erwartet neben interessanten Fachvorträgen auch eine Ausstellung der SeilbahnWirtschaft. Die Seilbahntagung 2015 dient als Netzwerk der Branche, bei der die Teilnehmer wichtige Kontakte knüpfen. Gelegenheit dazu besteht vor allem bei der Ausstellung des Förderkreises. Die Schau zeigt aktuelle Entwicklungen und bietet ein Forum zum Erfahrungsaustausch. Neben den Fachreferenten stehen Vorstand und Geschäftsführung des Verbandes für den Dialog zur Verfügung.

Spezielle Themen der Veranstaltung:

Ein Thema der Tagung werden die Herausforderungen des Klimawandels für die Seilbahn-Branche sein. Privatdozentin Dr. Andrea Fischer vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der österreichischen Akademie der Wissenschaften präsentiert unter dem Titel "Wintersport im Klimawandel – Zahlen, Daten, Fakten" aktuelle Forschungsergebnisse. Die Seilbahn-Branche setzt sich fundiert mit diesem Thema auseinander.

Ein weiterer Punkt auf der Agenda ist die Initiative "Dein Winter. Dein Sport". Die Interessengemeinschaft fördert den Wintersport mit Aktionen, Kampagnen und einer Internetpräsenz. Das Ziel dieser Allianz ist, Know-how und Kräfte zu bündeln sowie mehr Menschen für Schneesport zu begeistern. Grundlage für die Entwicklung des Wintersports muss dabei eine Balance zwischen ökonomischen und ökologischen Anforderungen sein. 

Damit die Regionen attraktiv für die Besucher bleiben, investieren die Seilbahnen in die Zukunft.

Die deutsche Seilbahn-Branche steckt in diesem Jahr 78 Millionen Euro in die Modernisierung ihrer Einrichtungen. Mehr Komfort für die Gäste und die Erneuerung der Anlagen haben oberste Priorität. „Freizeitsport in Seilbahn-Regionen boomt, darauf stellen wir uns ein. Die umfangreichen Investitionen zeigen eine Aufbruchstimmung“, betont Hannes Rechenauer, Pressesprecher des Verbandes Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte e.V.. Neben dem Fokus auf Wintersport liegt das Augenmerk der Betreiber auch auf den Sommeranlagen. Auf diese Weise bieten die Seilbahnen aktive Erholung das ganze Jahr hindurch.

Wie die erfolgreiche Modernisierung eines Skigebietes aussehen kann, erleben die Tagungsteilnehmer bei einer Exkursion auf das Sudelfeld. Durch die Erweiterung der Beschneiungsanlagen, den Bau eines Naturspeichersees und einer 6er-Sesselbahn am Waldkopf, inklusive moderner Servicestation mit beheiztem Skidepot, -verleih und –shop im Bereich der Talstation, entsteht ein zukunftsweisendes Ski- und Freizeitprojekt. 

Eine Auswahl an Neu- und Umbauten zeigt die Innovationskraft der Branche: Die Eibsee-Seilbahn wird bis Dezember 2017 auf Deutschlands höchstem Gipfel, der Zugspitze, in 2.950 Metern Höhe errichtet und die bestehende, 1963 in Betrieb genommene Pendelbahn, ersetzen. Erhöhter Komfort vor, während und nach der Bergund Talfahrt zur Zugspitze, lautet die Maxime der Seilbahnbetreiber. Mit einer Aussichtsplattform auf der neu gestalteten Bergstation und verglasten Kabinen wird sie zum Anziehungspunkt für viele Gäste: Bei diesem Bergerlebnis können die Besucher über dem Einfahrtsbereich der Kabinen fast 2000 Meter in die Tiefe schauen.

Das Allgäuer Skigebiet Oberjoch ist sowohl für Hobby-Skifahrer als auch Weltcup-Athleten seit Jahren ein beliebtes Ziel. Am Berg "Iseler" entstehen auf den bestehenden Trassen drei neue Sesselbahnen: Zwei Anlagen mit sechs Sitzplätzen sowie eine wettergeschützte Achter-Sesselbahn. Sie werden zum Start der Wintersaison 2015/2016 in Betrieb gehen. 

Das Gesamtkonzept "Feldberg 2020" in Baden-Württemberg beinhaltet, neben dem Neubau eines Parkhauses, den Ausbau der Anlagen zur weiteren Erhöhung des Komforts. Zu den umfangreichen Baumaßnahmen zählt die Errichtung einer Sechser-Sesselbahn auf dem neuesten Stand der Technik. Diese soll im Dezember den Besuchern zur Verfügung stehen. Angenehm und schnell lässt es sich so zum Feldberg-Gipfel schweben. 

Auch die nordrhein-westfälische Wintersport-Arena Sauerland zeigt sich gewappnet für die Herausforderungen an einen zeitgemäßen Freizeitanbieter. Der Fokus der führenden Wintersportregion der deutschen Mittelgebirge liegt auf Neu- und Umbauten, Familienangeboten und der Gastronomie. Aktuell werden unter anderem zwei hochmoderne Sesselbahnen, eine Sechser- und eine Achter-Sesselbahn gebaut, die die Wintersportler bequem nach oben transportieren.

Seilbahnen – zentraler Wirtschaftsfaktor der Regionen 

Die deutsche Seilbahn-Branche hat für die Regionen eine hohe wirtschaftliche Bedeutung – und das ganzjährig. Dies bestätigt die Grundlagenuntersuchung 2015 des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e.V. an der Universität München (dwif e.V.). Insbesondere in strukturschwachen ländlichen Gebieten leisten Seilbahnen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung. 

Die touristisch geprägten Regionen profitieren maßgeblich von den Seilbahnen und ihren Kunden. Sie sind für die Standorte ein zentraler wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Denn bei vielen Gästen ist eine Seilbahn ein wichtiges Entscheidungskriterium für einen Urlaubsort oder ein Ausflugsziel. Die Seilbahnnutzer in Deutschland sorgen so für einen Gesamtumsatz von 740 Millionen Euro jährlich. 

Seilbahnen sichern als Arbeitgeber die Beschäftigungssituation in der Region und schaffen nachhaltige Arbeitsplätze. Sie haben eine unmittelbar positive Wirkung auf die Wirtschaft vor Ort. Der errechnete Multiplikator von 5,1 besagt: Eine Stelle bei einer Seilbahn bedeutet 5,1 Arbeitsplätze in der Region. Besonders in strukturschwachen Gebieten leistet die Seilbahnbranche daher einen enormen Beitrag – und das ganzjährig: Sie reduziert die Abwanderung und das Pendeln von Arbeitnehmern über weite Distanzen in strukturell stärkere Gebiete.

Seilbahnen sind überdies sehr umweltfreundlich, denn durch den elektrischen Antrieb erzeugen sie keine direkten CO2- Emissionen und stoßen keine weiteren Schadstoffe aus. Die intelligente Lenkung der Seilbahnnutzer sichert die Ausgewogenheit zwischen Nutzung und Schonung der Naturfläche. Außerdem ermöglichen die Seilbahnen älteren Gästen, Kindern und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen die Bergwelt zu erleben.

In diesem Jahr verbuchen die Seilbahnen einen Rekordsommer: Rund 5 Millionen Gäste haben deutschlandweit dieses Transportmittel gewählt. Die hohen Temperaturen lockten viele Menschen auf die Berge. Denn mit der Seilbahn konnten die Ausflügler in wenigen Minuten der brütenden Hitze im Tal entfliehen. Bis Ende August liegen die Gästezahlen bereits neun Prozent über denen des Vorjahres. Auch der Herbst verspricht ideale Wanderbedingungen. 

Der Verband Deutscher Seilbahnen veröffentlicht einen Flyer zum Thema „Seilbahnen - Motor der Region. Wirtschaftliche Effekte durch Seilbahnen in Deutschland“. Das Faltblatt kann beim Verband bestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter

www.seilbahnen.de

Pressemeldung Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte e. V.

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