Fall wird in Coburg neu aufgerollt

Mord an Bordellbetreiber: Den Killern droht lebenslänglich

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Die wegen Mordes angeklagten Peter G. (v) und Paul K. (r) sitzen am 07.04.2016 zu Prozessbeginn im Sitzungssaal im Landgericht in Coburg.

Coburg - Weil sie einen Bordellbetreiber totprügelten, wurden vier Männer und eine Frau 2015 verurteilt. Jetzt sitzen die Killer erneut vor Gericht - diesmal geht es um lebenslänglich.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Coburger Bordellbetreibers stehen drei Männer und eine Frau zum zweiten Mal vor Gericht. Die ehemalige Freundin des Opfers und ihr Noch-Ehemann sollen die beiden anderen Männer angestiftet haben, hieß es in der Anklage der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Diese sollten demnach den 66-Jährigen zumindest so schwer verletzen, dass er sterben könnte. Die Staatsanwaltschaft geht wie schon im ersten Verfahren von Mord aus.

Anfang 2015 waren die vier Angeklagten bereits zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Damals hatten die zwei als Haupttäter Verurteilten je dreizehneinhalb Jahre Haft erhalten, die beiden Anstifter wegen Delikten der Körperverletzung je sieben Jahre. Die Staatsanwaltschaft legte erfolgreich Revision ein: Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Nun nahm sich deshalb eine andere Schwurgerichtskammer des Coburger Gerichts der Sache neu an (Aktenzeichen: 3 Ks 105 Js 10777/13 (2)).

Nach Ermittlungen der Polizei hatten die beiden mutmaßlichen Täter im Auftrag der Freundin des Opfers und deren Noch-Ehemanns gehandelt. Die Staatsanwaltschaft wirft der damaligen Freundin des 66 Jahre alten Opfers vor, sie habe dessen Geschäft übernehmen und an sein Erbe kommen wollen. Ihr Noch-Ehemann und die beiden mutmaßlichen Haupttäter hätten ebenfalls vom Tod des Mannes profitieren wollen. Dieser war Ende 2013 in seiner Wohnung im Coburger Stadtteil Beiersdorf umgebracht worden - deshalb ist das Verfahren als „Beiersdorf-Prozess“ bekannt. Ein Urteil wird im Mai erwartet.

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