Wieder Fund von Fliegerbombe in Mühldorf

Nach Evakuierung: "Wir sind daheim im Bomben-Viertel"

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Hilft nix - Eine Evakuierung muss sein. Einsatzkräfte bitten Bewohner, die Wohnung zu verlassen und wie die Nachbarn auch, in einer Turnhalle zu warten, bis die Fliegerbombe entschärft ist.

Mühldorf - Gefunden am Nachmittag, begutachtet am Abend, evakuiert im Dunkeln, Entwarnung in der Nacht. Was für Behörden und Einsatzkräfte nach Fahrplan läuft, bedeutet für betroffene Bewohner Aufregung. Evakuierung nach Fliegerbombenfund. Ein Dauerthema?

"Ich verstehe ja, dass alles auf Sicherheit ausgerichtet ist, aber es ist mit Familie und Kindern schon sehr umständlich, wenn man auf unbestimmte Zeit aus der eigenen Wohnung muss" wettert eine aufgebrachte Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern. Schnell hat sie sogar die Schulränzen der Beiden eingepackt. "Man weiß ja nie, wie lange das dauert". Bereits das zweite Mal sei sie betroffen von einer Evakuierung, heißt es von der Mühldorferin.

Eine Spaziergängerin wird nach dem Gassigehen mit ihrem Hund vom Polizisten informiert, dass sie einen anderen Weg nutzen muss. 

Tatsächlich ist nie klar, wie lange die Entschärfung einer Fliegerbombe dauert. "Sicherheit geht vor und hier schauen wir sicher nicht auf die Uhr", betont die Polizei, die sich oft mit Kommentaren von betroffenen Bewohnern auseinandersetzen muss, warum und überhaupt wie lange. "Für die Tatsache, dass Fliegerbomben im Stadtgebiet Mühldorf gefunden werden, können die Einsatzkräfte nichts dafür", betont ein Polizeibeamter aus Mühldorf, der gemeinsam mit BRK, THW und Feuerwehren aus der Umgebung die Bewohner über die Evakuierungsmaßnahme informiert und zum Verlassen des Bereichs auffordern muss.

Bahnhofsgebiet oft Fundort

In der Nacht gings wieder in die eigenen Vier Wände: Bewohner eines Wohnblocks in der Martin-Greif-Straße hadern mit den Gegebenheiten

Im Bereich des Bahnhofs in Mühldorf wurden bereits in den vergangenen zwei Jahren Fliegerbomben gefunden. "Immer wieder sind wir hier betroffen in dem Wohnblock. Wir sind Daheim im Bomben-Viertel", frotzelt ein Bewohner, der seine Wohnung im vierten Stock in der Martin-Greif-Straße verlassen muss und zum Shuttlebus am Bahnhof gehen soll, um zu einer vorbereiteten Turnhalle zu gelangen. 

In der Turnhalle gibt es Getränke und ein Essen für die Bewohner, die nicht wissen, ob sie viele Stunden oder nur kurze Zeit hier ausharren müssen.

Im Fall der gefundenen Fliegerbombe vom Dienstag, 16. Februar 2016, hat es nur kurz gedauert. Nachdem die Evakuierung um 20.40 Uhr abgeschlossen war, wurde mit der Entschärfung begonnen, diese war um 21.10 Uhr beendet. Dann konnten alle Bewohner wieder zurück in ihre Wohnungen.

Helfer zeigen sich äußerst menschlich

"Hier kümmern sich alle gut um uns", freute sich eine ältere Dame. Sie wurde vom Polizisten am Dienstagabend gebeten, die Wohnung zu verlassen. "Da hatte ich mir gerade etwas zu Essen warm gemacht, aber ich hab es zurückgelassen", hieß es von der Rentnerin. Besonders dankbar zeigte sich die Frau von der Hilfsbereitschaft der Einsatzkräfte. "Ich brauche einen Rollator und hätte es ohne Hilfe nicht zu dem Bus geschafft, der uns in die Halle gefahren hat, aber das Rote Kreuz war da und hat mir geholfen".

Quelle: innsalzach24.de

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