Yvonne Schönek startet bei Kunstflug-WM

Luftakrobatik über dem Flugplatz

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Yvonne Schönek neben ihrer Extra 330 im Hangar des Mühldorfer Flugplatzes. Fliegen ist die große Leidenschaft der 45-Jährigen: "Wenn ich mal zwei, drei Tage nicht in der Luft bin, dann fehlt mir das."
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Mühldorf - Yvonne Schönek brennt für ihre Leidenschaft, das Kunstfliegen. Die 45-Jährige geht im August bei der WM an den Start - und wirbt um Verständnis für ihren Sport.

"Wenn ich Leute treffe, die nicht fliegen, kann ich das gar nicht glauben. Warum machen die das nicht?" Yvonne Schönek eine passionierte Pilotin zu nennen wäre wahrscheinlich noch untertrieben. Das Fliegen sei ihr Kindheitstraum gewesen, ja, doch die 45-Jährige aus Taufkirchen an der Vils ist davon überzeugt, dass doch ohnehin jeder Mensch als Kind diesen Traum gehabt haben muss.

"Das ist das Schönste auf der Welt"

Yvonne Schöneks Extra 330 kurz vor dem Start.

Seit rund 25 Jahren schwebt Schönek nun schon durch die Lüfte, die 45-Jährige arbeitet als Flugkapitänin bei einer große deutschen Fluggesellschaft. Genug vom Fliegen hat Schönek in ihrer Freizeit deswegen noch lange nicht. "Nein, nein, vom Fliegen habe ich nie genug. Das ist die schönste Sache der Welt", erzählt die 45-Jährige. In der Luft verbringe sie schon sehr viel Zeit, doch alles andere wäre auch nichts für sie: "Wenn ich mal zwei, drei Tage nicht in der Luft bin, dann fehlt mir das."

Seit Jahren macht Schönek deshalb in ihrer Freizeit Kunstflug. Seit etwa acht Jahren besitzt sie die Lizenz, seit fünf Jahren beschäftige sie sich damit intensiv, erklärt die 45-Jährige, die regelmäßig vom Flugplatz Mühldorf aus zu Trainingsflügen abhebt. Schnell wird klar, dass Kunstflug weit mehr als ein Hobby ist. Kunstflug, das ist ein Leistungssport, bei dem Ausdauer und Präzision gefragt sind. "Das ist ein Hochleistungssport, man muss fit sein dafür", sagt Schönek. Jeden Tag mache sie deshalb fürs Kunstfliegen Sport.

Schönek im Video-Interview:

Im August steuert Schönek die WM an

In ihrem Flugzeug selbst, einer Extra 330, verbringt die 45-Jährige gar nicht einmal so viel Zeit. Zum einen, weil sie schlicht nicht mehrere Stunden am Stück ihre fordernden Figuren fliegen kann, zum anderen, weil der Lärmschutz ihrer vergleichsweise lauten Maschine Grenzen setzt. Am Mühldorfer Flugplatz selbst übt Schönek nur zehn Minuten - pro Woche. Darüber hinaus steuert sie von Mühldorf aus regelmäßig sogenannte Boxen an, das sind speziell für Kunstflug ausgewiesene Gebiete.

Außerdem übt die 45-Jährige viel im Ausland, demnächst geht es für ein Trainingslager in die Slowakische Republik. Läuft dort alles nach Plan, steuert die 45-Jährige im August die Weltmeisterschaft des internationalen Luftsportverbands FAI in der slowakischen Stadt Dubnica nad Váhom (Dubnitz an der Waag) an. Bei der WM wird es vor allem darauf ankommen, wie präzise Schönek ihre spektakulären Manöver fliegen kann. Jede Linie muss gerade sein, alle Rollen, die sie fliegt, muss die 45-Jährige exakt stoppen ohne nachzuwackeln. "Es ist schon eine sehr große Herausforderung, das alles ganz präzise zu fliegen", erklärt Schönek.

Lärmbelastung sorgt immer wieder für Diskussionen

Eine Spitzenleistung ist freilich nur mit intensivem Training möglich. Weil dies mit vergleichsweise großem Lärm verbunden ist, zieht Schönek an vielen unterschiedlichen Orten ihre Kreise in dem Himmel. In der Vergangenheit sorgte die Geräuschkulisse am Mühldorfer Flugplatz immer wieder für Diskussionen. Der Fliegerclub Mühldorf betont, dass man die Kritik einzelner Bürger ernst nehme. "Wir versuchen, dass man die Leute nach Möglichkeit nicht beeinträchtigt", erklärt Martin Eibl, Erster Vorstand des Fliegerclubs.

Die Lärmbelastung habe sich in den letzten Jahren verringert, auch dank Investitionen des Vereins. Sämtliche Flugzeuge habe man auf lärmarme Motoren, Auspuffe und Propeller umgerüstet, so Eibl. Mit rund 10.000 Euro pro Flugzeug hat diese Maßnahme zu Buche geschlagen. Außerdem seien die heutigen Ultraleichtflugzeuge viel leiser als die älteren Modelle, erklärt der Vorstand.

"Segelfliegen ist billiger als ein Fitnessclub"

Am Mühldorfer Flugplatz herrscht nahezu ausschließlich An- und Abflugverkehr. Lediglich Schönek dreht einmal in der Woche für zehn Minuten genau über dem Gelände ihre Runden - mit einem Sicherheitsabstand von 1600 Metern über dem Boden. Schönek bittet um Verständnis in der Bevölkerung, gerade jetzt vor der Weltmeisterschaft. "Wenn die Leute wissen, es ist nur einmal in der Woche für zehn Minuten, können sie es aushalten", hofft die 45-Jährige.

Schönek und Eibl betonen, dass alle kritischen Bürger gerne den Flugplatz besuchen dürfen, um sich selbst ein Bild von der Arbeit des Fliegerclubs zu machen. "Wir freuen uns über jeglichen Besucher", so Eibl. Der Verein möchte auch mit einem gängigen Klischee aufräumen, Fliegen sei ein Sport für Reiche. "Quer durch die Bevölkerung haben wir Mitglieder: Arbeiter, Angestellte, Jugendliche, Rentner", sagt Eibl und Schönek ergänzt: "Wenn du wenig Geld verdienst, kannst du segelfliegen. Das ist billiger als in den Fitnessclub zu gehen."

Am liebsten würden Eibl und Schönek einfach jeden mit ihrer Begeisterung für den Flugsport anstecken. "Wenn ich in der Luft bin, ist es pure Entspannung", schwärmt Eibl. "Wenn man die Welt von oben sieht - sie ist wunderschön."

Yvonne Schönek im TV:

Auch das Fernsehen ist auf die Kunstfliegerin aus Taufkirchen an der Vils aufmerksam geworden. Das Bayerische Fernsehen zeigt am Samstag, 31. Mai, um 18 Uhr in der Sendung "Zwischen Spessart und Karwendel" einen Beitrag über Yvonne Schönek, ihre Leidenschaft fürs Fliegen und ihre Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft im August.

Dreharbeiten mit Yvonne Schönek in Mühldorf

Dreharbeiten am Flugplatz Mühldorf

Quelle: innsalzach24.de

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