Gegen Mühldorfer Firma und Landratsamt

Vorwürfe von ver.di: Kündigung wegen Engagement für Betriebsrat?

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Mühldorf - Es sind schwere Vorwürfe, welche die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gegen die Firma ESD Sicherheitsdienst und das Landratsamt erhebt. Die Pressemitteilung der Gewerkschaft im Wortlaut:

Hinweis der Redaktion:
Die Redaktion von innsalzach24.de  hat sich bereits mit dem Landratsamt und der beschuldigten Firma in Verbindung gesetzt und um Stellungnahmen gebeten. Sobald diese uns erreichen, werden wir sie ebenfalls veröffentlichen. 

Bei der Mühldorfer „ESD Sicherheitsdienst GmbH“ wollen die Beschäftigten einen Betriebsrat gründen. Gemeinsam mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di leiteten Beschäftigte des Kammermeier-Familienbetriebes Betriebsratswahlen ein. Einer der Initiatoren, ein Wachmann, bekam nun die Kündigung. Begründung: Vom Landratsamt für untauglich befunden.  Dass eine besondere Nähe zwischen Mühldorfs Landrat Georg Huber und der Kammermeier-Familie bestehe sei laut ver.di-Sekretär Florian Pollok „ein offenes Geheimnis. Zumal Huber öffentlich erklärt stolz zu sein die Firma im Landkreis zu haben.“ Huber steht dem Landratsamt Mühldorf vor. Eine Amtshandlung desselbigen dient ESD als Alibi für die fristlose Kündigung eines Wachmannes. Es hat ihn für nicht zuverlässig erklärt. Ganz plötzlich. Erst 2 Monate zuvor wurde der gleiche Mitarbeiter jedoch von eben jenem Amt für diensttauglich befunden. Geht es nach ver.di, dann besteht hier möglicherweise ein Zusammenhang zur Betriebsratswahl bei ESD. Der Wachmann ist Initiator der Wahl.„Ein Schelm der Böses dabei denkt“, so Pollok.

Für die Sicherheitsbranche ist eine Positiv-Bewertung der Behörde für jeden Mitarbeiter erforderlich. Über den „Entzug“ sei es möglich einem „Wahlinitiator“ zu kündigen – dieser steht sonst unter besonderem Kündigungsschutz. Insgesamt komme es ab und an vor, dass Wachmänner für nicht tauglich befunden würden. Nicht aber nachdem sie kurz zuvor die Erlaubnis erhielten. Auch der Zeitpunkt sei brisant – kurz vor der Wahlversammlung. Es sei zudem in solchen Fällen üblich betroffene Mitarbeiter ohne Fortzahlung der Bezüge freizustellen, damit diese den Rechtsweg bestreiten könnten.

Ebenso beklagt die Gewerkschaft, dass Geschäftsführer Max Kammermeier Junior derzeit versuche die Betriebsratswahl zu beeinflussen. Indem er beispielsweise mit Prokuristen Marc Dilg in Objekte des Unternehmens fahre und Mitarbeiter einschüchtere. Auch seien Objektleiter der Wahl wegen zu einem „Strategiegespräch“ zusammengerufen worden.Jeweils Straftatbestände nach dem Betriebsverfassungsrecht. Eidesstattliche Versicherungen von Mitarbeitern über Vorfälle lägen der Gewerkschaft vor. Es habe zwar kürzlich ein „konstruktives Gespräch“ zwischen Geschäftsführung und ver.di zum Wahlablauf gegeben, dies sei jedoch lediglich als „Nebelkerze des Unternehmens“ zu werten, betrachte man die jüngsten Entwicklungen.

ver.di fordert nun eine Untersuchung des Kündigungsfalles und wird hierzu die Mitglieder des Kreistages anschreiben. „Spezl-Wirtschaft sei bestimmt auch nicht in deren Interesse.“ Dem gekündigten Wachmann werde Rechtsschutz bei ver.di gewährt und Kündigungsschutzklage eingereicht. Ein Strafantrag gegen Kammermeier und Dilg werde zudem geprüft. Wegen der Wahlen hofft ver.di, dass sich die anderen der etwa 600 Beschäftigten nicht einschüchtern lassen. Man sei bei ESD aber „gut aufgestellt“.

Pressemitteilung Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk Bayern

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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