Nach Feuer in JVA Mühldorf

Tatverdächtiger wird heute abgeschoben

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Gestern soll er ein Feuer in der JVA Mühldorf gelegt haben, heute wird der Tatverdächtige wie geplant abgeschoben.

Mühldorf - Er gilt als dringend tatverdächtig, in der JVA Mühldorf, die als Abschiebegefängnis gilt, Feuer gelegt zu haben. Ein 23-jähriger Mann aus Afghanistan soll heute trotzdem abgeschoben werden.

Die für heute, (Mittwoch, 24. Februar 2016) angedachte Abschiebung des 23-jährigen Afghanen werde vollzogen, heißt es von Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd gegenüber innsalzach24.de. Dies habe die Staatsanwaltschaft Traunstein jetzt entschieden.

Bereits seit vergangenem Sonntag war der Mann gemeinsam mit weiteren Abschiebehäftlingen im Hungerstreik, am gestrigen Dienstagabend kam es zu dem Feuer in der Zelle, in der der Afghane saß."Wir können ziemlich sicher sagen, dass es der 23-jährige Mann war, der den Brand verursacht hat", betont Sonntag. Der Mann selbst habe die Tat nicht zugegeben.Es liege der Tatbestand der gemeinschädlichen Sachbeschädigung vor. "Das ist kein besonders schweres Delikt", erläutert der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Bilder: Brand in der JVA Mühldorf

Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat trotzdem angeordnet, dass die Abschiebung des 23-jährigen Afghanen nicht verzögert werden müsse. "Ob es dann zu einer Strafverfolgung kommt steht noch nicht fest", so Sonntag auf Nachfrage. Als Motiv, warum der Mann das Feuer gelegt hatte, wird vermutet, dass er damit seine Abschiebung hinauszögern oder gar verhindern wollte, so Sonntag.

Wie war es möglich ein Feuer zu legen?

Die JVA in Mühldorf ist keine normale Justizvollzugsanstallt. Aktuell sind hier 30 Abschiebehäftlinge untergebracht. Es sei kein normaler Vollzug, sondern etwas offener, erklärt Sonntag weiter. "Hier sitzen keine Schwerverbrecher", so der Pressesprecher. Man könne zwar weder rein noch raus, doch die Männer und Frauen könnten sich etwas freier bewegen. Ob die Personen sogar Zugang zu Feuerzeug und Zigaretten haben, konnte Sonntag nicht beantworten.

Nach dem Feuer wurden die anderen Abschiebehäftlinge in einen anderen Trakt gebracht. "Zum Grad der Zerstörung kann ich aktuell keine Angaben machen", so Sonntag gegenüber innsalzach24.de.

Zum Einsatz der Feuerwehren wollte sich der Kreisbrandrat Harald Lechertshuber nicht äußern, er hielt sich bedeckt, verwies auf die aktuellen Polizeimitteilungen.

Quelle: innsalzach24.de

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