Polizei klärt über Unfallhäufigkeit auf

Statistik: So oft krachte es bereits auf der St2352

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Nicht der erste Unfall dieser Art: vor zwei Wochen verunglückte ein PKW-Fahrer auf der St2352 zwischen Mühldorf und Waldkraiburg.

Mühldorf/Waldkraiburg - Unfälle auf der St2352 sind gefühlt leider keine Seltenheit. Unter Polizisten ist die Strecke längst als Unfall-Häufungsstrecke bekannt. Eine Polizeistatistik klärt nun endgültig auf: Wie oft schepperte es in dem Abschnitt tatsächlich?

Vor exakt zwei Wochen ereignete sich der schwere Verkehrsunfall auf der St2352 zwischen Mühldorf und Waldkraiburg, bei dem ein junger BMW-Fahrer auf die Gegenfahrbahn abkam und dabei einen 80-jährigen Autofahrer tödlich verletzte.

Schwerer Unfall auf der St2352 zwischen Mühldorf und Waldkraiburg

Doch das tragische Unglück war nicht das erste dieser Art auf der Staatsstraße 2352. Ein Polizeibeamter, der bei dem letzten Vorkommnis vor Ort war, erzählte von zwei weiteren Kreuzen, die alleine in unmittelbarer Nähe vom Unfallort standen. "Da scheppert es schon öfters", schilderte der Beamte seine Erfahrungen.
Nun sendete die Polizeiinspektion Mühldorf am Inn innsalzach24.de auf Anfrage eine umfangreiche Unfallstatistik zu der Strecke zwischen Mühldorf und Waldkraiburg zu.

Details der Unfallstatistik 

Getötete und verletzte Personen

Die Statistik beinhaltet alle polizeilich aufgenommen Unfälle auf der St2352 im Zeitraum ab 01.01.2011 bis zum 31.05.2016. Außerdem wies der zuständige Sachbearbeiter Herr Zehentbauer darauf hin, dass nur „Streckenunfälle“ berücksichtigt wurden. Unfälle an Einmündungen oder Kreuzungen (z.B. Bereich Föhrenwinkel, Pürtener Kreuzung, Ebing oder die Einmündung zum Auffahrtsast der Staatsstraße 2550 (ehemals Bundesstraße 12) sind nicht enthalten.

Tragischerweise stechen in der Statistik vor allem die tödlichen Unfälle heraus. Neben den am 25.05.16 tödlich verunglückten Pkw–Fahrer kam noch am 06.07.2013 ein Pkw-Fahrer ums Leben. Er kam allein beteiligt von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Am 25.06.2011 war ebenso noch ein tödlicher Unfall zu verzeichnen. Ursächlich für diesen Unfall war ein missglücktes Überholmanöver, der Pkw prallte ebenso gegen einen Baum. 

Fahrer meistens zu schnell unterwegs

Unfallursachen

Auch die Anzahl der Schwerverletzten im Zuge von Autounfällen auf der Strecke ist besorgniserregend. Jedes Jahr wird mindestens eine Person schwer verletzt, im Jahr 2014 waren es alleine sechs. Obwohl der gesamte Straßenabschnitt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h beschränkt ist, ist weiterhin die mit Abstand höchste Unfallursache überhöhte Geschwindigkeit. Einige wenige Unfälle sind auf Alkohol oder Drogen am Steuer zurückzuführen.

Die Polizei versah die Strecke eben aufgrund der Unfallhäufung und des Straßenzustandes die Strecke mit der Maximalgeschwindigkeit. Ein weiteres Unfallrisiko stellen Lastwägen dar, die wegen der höhenbegrenzten (3,70m) Bahnunterführung auf der Straße wenden müssen.

Vielzahl an Gegenmaßnahmen 

Die Unfallkommission (bestehend aus Vertretern des Straßenbauamtes Rosenheim, Landratsamt Mühldorf am Inn und Polizei) begann bereits mit der Umsetzung einiger Gegenmaßnahmen, um die Anzahl der Verkehrsunfälle zu verringern. So wurden in den vergangenen Jahren viele Meter Leitplanken gesetzt und die gefahrene Geschwindigkeit verstärkt überwacht.

Für die nahe Zukunft sind vor allem ein bestandorientierter Ausbau der Straße sowie eine Erneuerung des Straßenbelags geplant. Außerdem ist langfristig gesehen auch der Aus- oder Umbau der Bahnunterführung vorgesehen. Wie wirksam sich der Maßnahmenkatalog der Polizei erweist, wird sich noch zeigen müssen.

Martin Wiegand

Quelle: innsalzach24.de

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