Abzocke von Flüchtlingen nimmt kein Ende

Ein Bayernticket nach Amsterdam

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Bahn und Bundespolizei versuchen Asylbewerber vor der Betrugsmasche zu warnen.

München - Die Abzocke nimmt kein Ende: Immer wieder werden Flüchtlingen wertlose Reisepläne als Zugtickets verkauft. Am Donnerstagmorgen wurde der Polizei ein neuer Fall gemeldet:

Am Donnerstagmorgen konnten zwei junge Syrier am Hauptbahnhof München vorläufig festgenommen werden. Sie hatten versucht, einer syrischen Familie Reisepläne und ein Bayerntickt in betrügerischer Absicht als Fahrschein nach Amsterdam zu verkaufen. Eine freiwillige Helferin, die sich am Hauptbahnhof um ankommende Migranten kümmert, bemerkte dies und informierte die Polizei.

Der Bundespolizei werden immer mehr Betrugsfälle bekannt, in denen "vermeintliche Landsleute" ankommende Migranten mittels skrupelloser Fahrkartenverkäufe am München Hauptbahnhof um ihr Geld bringen.

Bayernticket nach Amsterdam

Der jüngste Fall ereignete sich am Donnerstagmorgen gegen 6.30 Uhr. Eine 25-Jährige aus Schwabing, die am Hauptbahnhof als freiwillige Helferin eingesetzt ist, beobachtete, wie zwei Männer einer syrischen Familie eine Reiseauskunft sowie ein Bayernticket verkauften. Sie informierte sofort die Polizei.

Nach ersten Ermittlungen handelte es sich um zwei Syrer im Alter von 20 und 21 Jahren. Sie hatten einer sechsköpfigen Familie eine Reiseauskunft München - Amsterdam sowie ein gestern entwertetes Bayernticket für zusammen 222 Euro verkauft. Kurz bevor Geld und vermeintliche Fahrscheine die Besitzer wechselten, konnten die beiden Tatverdächtigen festgenommen werden.

Bei beiden handelt es sich um Asylbewerber, die derzeit in Niedersachsen Meldeadressen haben. Beim 21-Jährigen wurden eine weitere Reiseauskunft München - Halle/Saale sowie 700 Euro Bargeld aufgefunden. Beim 21-Jährigen eine Reiseauskunft München - Braunschweig sowie 400 € Bargeld. Gegen beide Syrer wird von der Bundespolizei wegen des Verdachts des Betruges ermittelt. Eine Entscheidung darüber, ob beide dem Haftrichter zugeführt werden, konnte noch nicht abschließend herbeigeführt werden.

Täter nur schwer auffindbar

Die Ermittlungen der Bundespolizei gestalten sich in diesem Deliktsfeld häufig schwierig, weil Täter nach erfolgreichem Verkauf meist den Bahnhofsbereich schnell verlassen. Wenn Geschädigte den Vorfall zur Anzeige bringen, können Tatverdächtige oft nur mittels sogenannter Lichtbildvorlagen erkannt werden. Dies setzt jedoch stets voraus, dass bereits Verdachtsmomente gegen einen illegalen Verkäufer vorlagen und deswegen schon einmal Lichtbilder gefertigt wurden.

Die bisher ermittelten Tatverdächtigen und deren Vorgehensweise legen den Schluss nahe, dass es sich bisher nicht um Formen organisierter Kriminalität handelt. Vielmehr wurden bisher stets Einzel-, und in geringer Anzahl Wiederholungstäter aufgegriffen. Immer mehr verlagert sich das Tatgeschehen aber auch weg vom Bahnhofsbereich, so dass Verkäufe auch außerhalb von Bahnanlagen, und damit weg von Überwachungskameras und Polizei, getätigt werden.

Ein hohes Maß an Dunkelfällen vermuten die Ermittler der Münchner Bundespolizei zudem im Bereich von Asylbewerbern, die sich in der Bundesrepublik nicht registrieren lassen wollen. So wie die oben genannte syrische Familie, die unterwegs in ein anderes europäisches Land war. Eine strafrechtliche Verfolgung ohne die tatrelevanten Aussagen der Opfer, kann dann oft nur geführt werden, wenn Zeugen, wie die 25-jährige freiwillige Helferin die Tat beobachtet haben. Darum sind Zeugen wie die Schwabingerin oder auch DB-Mitarbeiter für die weiteren Ermittlungen oft einziger Anhaltspunkt.

Bahn und Bundespolizei leisten Aufklärungsarbeit

Auch die Deutsche Bahn versucht in diesem Zusammenhang, Asylbewerber vor den Machenschaften von Betrügern zu warnen. Am Münchner Hauptbahnhof wurden mittlerweile Aufsteller vor und Aufkleber an den Fahrscheinautomaten angebracht, die in deutscher, englischer und arabischer Sprache auffordern, Fahrkarten nur selbst an Automaten oder Fahrscheinschaltern zu kaufen.

Und auch die Bundespolizei wird auf diese neue Masche skrupelloser Betrügereien reagieren. Derzeit wird ein Präventionsflyer in arabischer Sprache erstellt, mit dem bereits an Grenzübergängen und im grenznahen Raum vor den üblen Betrugsmaschen gewarnt werden soll.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion München

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