Wiesn-Einsätze für die Polizei:

Besoffener grölt "Sieg Heil" vor Festzelt

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München - Er wollte mit der Wiesn Geld verdienen, deshalb fuhr ein "falscher" Fahrer mit einem geklauten Taxi Gäste durch die Stadt. Aber nicht nur damit musste sich die Polizei beschäftigen:

"Sieg-Heil"-Rufer festgenommen

Am Donnerstag, 24. September, gegen 1.10 Uhr, rief ein stark alkoholisierter 38-Jähriger mehrmals vor Festbesuchern vor einem Festzelt "Sieg Heil". Zu diesem Zeitpunkt befand sich eine Einsatzgruppe der Wiesn-Wache in unmittelbarer Nähe.

Der 38-Jährige wurde vorläufig festgenommen und zur Wiesn-Wache verbracht.

Polnische Diebesbande mit Rikscha unterwegs

Bereits am Samstag, 19. September, fielen Taschendiebfahndern aus Berlin, welche als Unterstützungskräfte auf dem Oktoberfest eingesetzte sind, drei Personen in einem Festzelt auf. Diese drehten mehrere Runden im stark überfüllten Bühnen- und Stehbereich und waren offensichtlich auf der Suche nach geeigneten Opfern. Eine Straftat konnte jedoch nicht beobachtet werden. Anschließend entfernten sich die Personen aus dem Zelt und konnten im Getümmel untertauchen.

Am Sonntagabend wurden die drei Personen erneut in einem Festzelt festgestellt. Auch hier konnten wiederum keine konkreten Straftaten beobachtet werden. Sie stiegen anschließend am St.-Pauls-Platz in eine Rikscha und entfernten sich.

Am Nachmittag, 21. September, sah ein Berliner Taschendiebfahnder die drei Personen im Bereich der Kaufingerstraße am Marienplatz. Sie trugen mehrere Einkaufstüten und befanden sich offensichtlich auf Shoppingtour. In der Maximiliansstraße bestiegen sie einen Pkw mit polnischem Kennzeichen und fuhren weg.

Aufgrund einer eingeleiteten Fahndung wurde der Pkw auf einem Schotterparkplatz an der Joseph-Wild-Straße einer Kontrolle unterzogen. Die Personen richteten die Pkw gerade für ein Nachtlager her. Im Fahrzeug wurden insgesamt acht Smartphones und diverses Bargeld aufgefunden.

Bislang konnten drei der aufgefundenen Mobiltelefone Diebstählen in einer Münchner Bar zugeordnet werden. Bezüglich des Diebesguts sind noch weitere Ermittlungen erforderlich.

Bei den drei Tatverdächtigen, einem 23-jährigen, 36-jährigen und 37-jährigen Polen, handelt es sich um professionelle reisende Taschendiebe, die ihre Taten planen und bandenmäßig begehen. Da sie in Deutschland über keinen festen Wohnsitz verfügen, werden sie dem Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium München vorgeführt.

Falscher Taxler mit in Hamburg geklautem Taxi unterwegs

Am Montag, 21. September, sah eine Mitarbeiterin der Taxizentrale am Münchner Hauptbahnhof ein Taxi, das ihr bereits am Freitag aufgefallen war. Dieses hatte ein Hamburger Kennzeichen. An dem Taxi wurden zwischenzeitlich Münchner Kennzeichen angebracht. Der Fahrer war ein junger Mann mit südländischem Aussehen. Auf den Sachverhalt hin angesprochen, äußerte der Fahrer, dass sein Chef zwischenzeitlich die Münchner Zulassung des Taxis veranlasst habe. Anschließend fuhr der junge Mann wieder weg.

Als die Dame das besagte Taxi mit dem gleichen Fahrer am Dienstag, 22. September, gegen 12.10 Uhr wieder am Bahnhofsplatz entdeckte, verständigte sie die Polizei. Durch die Einsatzzentrale wurde die Fahndung des Taxis veranlasst.

Nach Überprüfung des Sachverhalts durch Polizeibeamte, stellte sich heraus, dass die Münchner Kennzeichen zu einem Renault Espace gehörten. Von diesem Fahrzeug wurden die Kennzeichen in München entwendet und an das Taxi angebracht.

Zwischenzeitlich gab die Einsatzzentrale gegen 13 Uhr eine weitere Fahndung nach dem Taxi durch. Der Taxifahrer sei mit dem Taxi in der Goethestraße gegen einen dort geparkten Mercedes Sprinter gefahren und anschließend geflüchtet.

Gegen 16.40 Uhr gelang einer Streifenbesatzung, nach erneuter Mitteilung der Taxizentrale, das Taxi in der Wolfratshauser Straße auszumachen und an der Kreuzung Siemensallee anzuhalten.

Der Fahrer, ein 19-jähriger  Deutscher, wurde daraufhin festgenommen und im Anschluss Beamten der Fahndungs- und Kontrollgruppe West übergeben.

Der 19-Jährige gab an, dass er von  einem Bekannten das Angebot erhalten habe, das Taxi aus Hamburg zu übernehmen, um auf dem Oktoberfest mit Fahrdiensten Geld zu verdienen. Seit dem 14. September wohnte er in einem Hotelzimmer eines Freundes, ohne das Wissen des Hotels.Weiter gab er zu die Kennzeichen eines Renault Espace entwendet und am Taxi angebracht zu haben.

Einen Führerschein habe er nicht mehr, da dieser ihm nach Fahren ohne Fahrerlaubnis mit einem Lkw von der Polizei abgenommen wurde.

Bei einer Nachschau im Hotelzimmer wurde von den Polizeibeamten Rauschgiftgeruch wahrgenommen. Daraufhin angesprochen, händigte der Tatverdächtige den Polizeibeamten acht Tütchen Marihuana und einen Joint aus. Anschließend wurde er der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass das Taxi in der Nacht von 08. September auf 09. September entwendet wurde. Dort hatte ein Taxifahrer das Taxi abgestellt und versperrt, anschließend jedoch den Schlüssel verloren.

Nach Antrag der Staatsanwaltschaft München I erging durch den Ermittlungsrichter Haftbefehl. Des Weiteren ergeht eine Mitteilung an die Finanzbehörden, da sich die Taxieinnahmen im unteren vierstelligen Eurobereich bewegten.

Schüler räumen Souvenierstand aus 

Am Donnerstag, 24. September, gegen 1.20 Uhr, konnten Schweizer Taschendiebfahnder beobachten, wie in der Wirtsbudenstraße sechs Personen eine Abdeckplane eines Souvenierstandes aufknüpften.

Durch die entstandene Öffnung griff einer der Täter hinein und reichte diverse Gegenstände, wie zum Beispiel Hüte, Halstücher, T-Shirts, aus dem Stand an die anderen Personen weiter.

Die verständigten Polizeibeamten der Wiesn-Wache konnten vier Schüler im Alter von 18 bis 19 Jahren in unmittelbarer Nähe vorläufig festnehmen. Die Schüler wurden nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen.

Versuchte Vergewaltigung auf dem Weg zur S-Bahn

Am Mittwoch, 23. September, gegen 19.50 Uhr, war eine 20-jährige Münchnerin nach dem Besuch des Oktoberfestes allein auf dem Heimweg in Richtung S-Bahnhof Hackerbrücke. Sie wurde plötzlich von einem unbekannten Mann von hinten angefallen und in ein Gebüsch gezogen. Der Unbekannte griff ihr unter den Dirndlrock, zerriss ihr die Bluse und den Slip und fasste ihr in den Genitalbereich.

 Die 20-Jährige wehrte sich und begann zu schreien. Daraufhin ließ der Mann von ihr ab und flüchtete in unbekannte Richtung. Die Frau verständigte einen Freund, der sie zur Polizei begleitete.

Täterbeschreibung: Männlich, ca. 175 cm groß, ca. 30 Jahre alt, schlanke Figur, dunkle Haare.

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 15, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Pressemitteilung Polizeipräsidium München

Rubriklistenbild: © pa

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