Vier Bundesländer kooperieren

Länderübergreifende Zusammenarbeit gegen Einbrecherbanden

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München - Im Kampf gegen Einbrecherbanden hat heute Innenminister Joachim Herrmann in Bayern die erste gemeinsame länderübergreifende Fahndungs- und Kontrollaktion gestartet, zu der sich die Polizeien aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz zusammengeschlossen haben.

"Unsere Schwerpunktkontrollen zielen in erster Linie auf reisende Tätergruppen ab", erläuterte Herrmann. "Wir haben insbesondere überregionale Verkehrswege wie Autobahnen und deren Ausweichrouten im Blick." Neben der Einbruchskriminalität seien auch der Kraftfahrzeugdiebstahl und die Rauschgiftkriminalität besonders im Visier der Fahnder. Die länderübergreifenden Schwerpunktkontrollen werden bis Samstag, 29. Oktober, durchgeführt. +++

Koordiniert werden die länderübergreifenden Schwerpunktkontrollen von den jeweiligen Landeskriminalämtern. Auf bayerischer Seite führen alle Polizeipräsidien entsprechende Kontrollaktionen durch, auch mit Unterstützung durch die Bayerische Bereitschaftspolizei."Damit erhöhen wir den Fahndungsdruck auf Einbrecherbanden", machte Herrmann deutlich. Zudem könne die Polizei anhand der gewonnenen Kontrollerkenntnisse die zukünftigen Bekämpfungsstrategien weiter optimieren. Laut Herrmann ist vor allem im Herbst und im Frühjahr mit verstärkten Wohnungseinbrüchen in der Dämmerung zu rechnen.

Neue Kooperationsvereinbarung

Basis der ersten gemeinsamen länderübergreifenden Kontrollaktion gegen Einbrecherbanden ist die neue Kooperationsvereinbarung zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität, die Herrmann am Rande der Innenministerkonferenz im Juni 2016 mit seinen Ministerkollegen aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz unterzeichnet hat. Kern der Vereinbarung ist ein 8-Punkte-Programm, das insbesondere einen schnelleren und besseren Informationsaustausch, eine stärkere gemeinsame Täterfahndung sowie eine noch intensivere Zusammenarbeit bei konkreten Ermittlungsverfahren und in der Prävention vorsieht. "Mit unserer neuen Kooperation bündeln wir unsere Stärken und Kompetenzen, um gemeinsam gegen die Einbruchskriminalität noch schlagkräftiger zu werden", erklärte Herrmann.Vorbild war eine bereits im Sommer 2015 mit Baden-Württemberg geschlossene Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Einbruchsbekämpfung.

Außerdem verwies Herrmann auch auf den 'Tag des Einbruchsschutzes' am Sonntag, den 30. Oktober 2016. Das ist eine Aktion des 'Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes' im Rahmen der Kampagne 'K-Einbruch' "Hier geht es vor allem darum, wie sich jeder Einzelne am besten vor Einbrechern schützen kann", betonte der Minister. "Es gibt eine Reihe wirksamer Vorkehrungen, um Einbrechern das Leben möglichst schwer zu machen." Dazu habe die Polizei eine Menge Tipps und Hinweise, wie man sein Zuhause am besten schützen kann. In Bayern bieten beispielsweise alle Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen kostenlose Beratungen an, auch zuhause. "Das lohnt sich", so Herrmann mit Blick auf eine aktuelle Auswertung des Bayerischen Landeskriminalamtes. Diese zeigt, dass in Bayern im Jahr 2015 2.152 Einbrüche nachweislich durch Sicherheitstechnik verhindert wurden, also bei insgesamt 7.480 Delikten knapp ein Drittel.

Für den Innenminister ebenfalls sehr wichtig ist eine erhöhte Wachsamkeit der Bürgerinnen und Bürger: "Bitte verständigen Sie über 110 sofort die Polizei, sobald Sie in Ihrer Nachbarschaft etwas Verdächtiges bemerken." Aufmerksame Zeugen haben nach Herrmanns Worten im vergangenen Jahr in 402 Fällen in Bayern einen Einbruch verhindert. Die dabei alarmierte Polizei konnte 105 Täter noch am Tatort oder in Tatortnähe festnehmen.

Pressemeldung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Bau und Verkehr

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Rubriklistenbild: © dpa

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