Münchner Christbaum aus Ruhpolding in der Kritik

Die Medien spotten - der Bürgermeister nimmt's gelassen

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München - O du Schaurige? Ein Christbaum, der schon im November die Äste hängen lässt? Die Fichte am Marienplatz, die aus Ruhpolding stammt, erntet viel Spott. Ein Überblick über die Reaktionen:

Der Rosenheimer Christbaum in voller Pracht.

Während der Christbaum am Rosenheimer Max-Josefs-Platz allseits mit Lob überschüttet wird, muss sein Kollege am Münchner Marienplatz viel Kritik und sogar Spott ertragen.

"Hängende Äste", "zerzaust" oder "o du schaurige": Die Fichte aus Ruhpolding muss einiges einstecken. Die Süddeutsche Zeitung beispielsweise zieht bei ihrem Fazit einen Vergleich zwischen dem zerzausten Baum und dem Fünf-Tage-Bart von Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler.

Als "ganz schön gerupft" bezeichnet die Abendzeitung das Aussehen des Baumes, der in 1100 Metern Höhe am Kanonenpass geschlagen wurde. Auf tz.de kommt "Tante Fichte" (der Baum selbst) sogar zu Wort: "Den Job hier mache ich nur bis 6. Januar. Danach werde ich zum Maibaum befördert." In der gedruckten Version geht die tz sogar noch weiter: Frei nach einem Weihnachtslied wird der Baum mit "O, du Schaurige" besungen.

"Kenne keine Familie, wo es keine Diskussion gibt"

Mit "O, du Schaurige" wirbt die tz in München.

Klar, dass da auch Claus Pichler ein kurzes Statement abgibt: "Ich kenne keine Familie, wo es keine Diskussion gibt, wenn das erste Mal der Christbaum daheim ist", scherzt er. Sobald er dann geschmückt ist, wäre alles wunderbar, meint der Ruhpoldinger Bürgermeister auf Nachfrage von chiemgau24.de. Zudem stellt Pichler klar, dass hoher Aufwand nötig war, um überhaupt einen Baum zu finden: "Der Baum muss mindestens 26 Meter hoch sein, soll auf allen Seiten gleichmäßig Äste haben und soll ein natürlicher Baum aus einem Gebirgswald sein - und keine Nordmann-Tanne oder Plastikbaum." Nach so einem trockenen Sommer habe dieser Baum als einziger alle Kriterien erfüllt.

Und die Ruhpoldinger können beruhigt sein - sie sind nicht die ersten, über deren Christbaum gelästert wird. Im Münchner Merkur gab es 2011 schon einen ganz ähnlichen Fall. Damals betroffen: Aschau im Zillertal. Der damalige Baum wurde als "Hungerfichte" oder gar als armselig bezeichnet.

"Dass a bisserl gefrotzelt wird, damit kann man leben"

Pichler sieht in dem Baum jedenfalls großes Potential: "Wenn der Baum dann geschmückt und beleuchtet ist, wird er dem Christkindlmarkt ein sehr gutes Bild schenken!" Und dass der Baum im Moment "derbleckt" wird, darüber kann der Ruhpoldinger auch schmunzeln: "Es gehört doch in Bayern dazu, dass a bisserl gefrotzelt wird, damit kann man leben."

Ein solches "Frotzeln" gibt's auch auf Facebook: Der BR hat sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen können...

Der Sieg im Christbaum-Derby geht nach Schwaben. Wie schaut's bei Ihnen aus - Prachttanne oder Magerfichte?

Posted by BR24 on Donnerstag, 12. November 2015

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anh

Rubriklistenbild: © tz

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