Staatsschutz ermittelt in München

Neue Eskalation im Neuperlacher Mauer-Streit

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München - Eine vier Meter hohe Lärmschutz-Mauer vor einem Flüchtlingsheim sorgt in München für Kritik und Unverständnis. Sie ist vier Meter hoch und damit höher als die Berliner Mauer. Jetzt wurde die Mauer beschmiert - der Staatsschutz ermittelt.

In der Zeit von Montag, 07.11.2016, 17 Uhr, bis Dienstag, 08.11.2016, 7 Uhr, besprühten unbekannte Täter eine Lärmschutzwand in der Nailastraße auf dem Gelände der Baustelle einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

An der dortigen vier Meter hohen Lärmschutzwand wurden zwei Schmierschriften „Gegen Grenzen“ und „Rassismus pur“ aufgesprüht.

Die Schadenshöhe kann derzeit noch nicht beziffert werden. Die Ermittlungen wurden vom Staatsschutz (Kommissariat 43) übernommen und dauern noch an.

Zeugenaufruf

Wer hat im angegebenen Zeitraum in der Nailastraße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit dieser politisch motivierten Sachbeschädigung stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 43, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Stadt München verteidigt Bau

Die Stadt München hat den Bau einer Lärmschutzwand vor einem Heim für bis zu 160 jugendliche Flüchtlinge verteidigt. Der Bau einer Flüchtlingsunterkunft in dem Gewerbegebiet in Neuperlach war 2014 vom Stadtrat beschlossen worden. Anwohner protestierten.

Doch der Bau der 4-Meter-Mauer in München zum Schutz vor Flüchtlingen sorgt für politischen Unmut. Auch das Video von Guido Bucholtz sorgte für Furore: Wegen eines Kurzfilms über die Mauer in München-Neuperlach bekam der Lokalpolitiker Hass-Mails. Die Stadt hatte den Bau inzwischen verteidigt. 

Anwohner hatten sich wegen Lärm beschwert

Die Fronten seien verhärtet gewesen, sagte die für Soziales zuständige Dritte Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) am Montag. „Es lief eine Klage von Anwohnern.“ Deshalb habe es im Juni ein Gespräch im Rathaus mit Anwohnern, Bezirksausschuss und Verwaltung gegeben.

Dabei sei ein Lärmschutz als Kompromiss ausgehandelt worden, damit die Unterkunft endlich gebaut werden konnte. Es habe bereits ein Gutachten gegeben, das einen Lärmschutz für die Anwohner als notwendig erachtete.

Vier Meter hohe "Refugees Wall" in Neuperlach

mh/Polizeipräsidium München

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