Dramatische Szenen am Dienstag in München

Sorgerechtsstreit löst Schießerei in Maxvorstadt aus

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München - Großeinsatz in München: Am Dienstagabend hatte ein Mann einen anderen angeschossen, dann drohte er sich selbst zu erschießen. Auslöser war ein Sorgerechtsstreit.

Update 12.25 Uhr: Pressekonferenz der Münchner Polizei

Das Münchner Polizeipräsidium gab nach einer Pressekonferenz um 11.30 Uhr weitere Details zum Ablauf der Schießerei am Dienstag bekannt:

Nach derzeitigem Ermittlungsstand trafen offenbar zufällig ein 40-jähriger Iraker, seine 24-jährige getrennt lebende syrische Ehefrau, sowie deren neuer Lebensgefährte, ein 24-jähriger Syrer aufeinander. Sie hatten getrennt voneinander einen vereinbarten Termin bei einer Gutachterin, bei dem es sich um ein Sorgerechtsverfahren der beiden gemeinsamen Kinder handelte.

Bei diesem Zusammentreffen kam es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung, weshalb zu diesem Zeitpunkt durch die 24-jährige Frau die Polizei verständigt wurde. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung schoss der 40-jährige Tatverdächtige mit einem mitgeführten Revolver, den er illegal im Besitz hatte, auf den 24-jährigen Geschädigten.

Gleichzeitig bzw. kurz davor trafen erste Polizeikräfte am Tatort ein. Es kam zur Unterbindung der weiteren Tatausführung und zur Schussabgabe durch die Polizei auf den Tatverdächtigen, der hierbei am rechten Oberschenkel verletzt wurde. Passanten und Erstzugriffskräfte versorgten den 24-jährigen Geschädigten, der zur stationären Behandlung in ein Münchner Krankenhaus kam.

Die Pressekonferenz der Polizei

Der Sachverhalt, insbesondere die genau zeitliche Einordnung, bedarf noch eingehender kriminalpolizeilicher Ermittlungen. Diese werde durch das Bayerische Landeskriminalamt, hinsichtlich des polizeilichen Schusswaffengebrauchs und durch die Mordkommission München, hinsichtlich des versuchten Tötungsdeliktes geführt.

Fünfzehn Schüsse sollen durch die Beamten abgegeben wurden. Die Polizei geht davon aus, dass die Beamten dazugekommen sind, dass die Beamten dazukamen, als der Täter auf das Opfer schoss. Deshalb scheint es laut Polizei zum derzeitigen Zeitpunkt für gerechtfertigt, dass die Beamten das Feuer eröffneten.

Die Staatsanwaltschaft München I wird Haftbefehl gegen den 40-jährigen Iraker wegen versuchten Mordes beantragen.

Vorbericht

Am Dienstag Abend, 19.04.2016, kurz nach 18 Uhr erfolgten zahlreiche Anrufe bei der Einsatzzentrale der Münchner Polizei. Die Anrufer meldeten Schüsse in der Zentnerstraße im Stadtteil Maxvorstadt. Ersten Ermittlungen zufolge eskalierte ein Streit zwischen einem 40-jährigen Iraker, einem 24-jährigen Syrer und einer gleichaltrigen Syrerin.

Hier können Sie die Ereignisse im Ticker nachlesen.

Erste Erkenntnisse deuten auf einen Sorgerechtsstreit hin. Im Verlauf dieses Streits schoss der Iraker auf den Syrer und verletzte ihn schwer. Gleichzeitig eintreffende Polizeibeamte konnten durch den Einsatz ihrer Schusswaffen den Angreifer stoppen. Der Mann erlitt dabei eine leichtere Verletzung am Bein. Während der Iraker am Boden saß und sich seine Schusswaffe an den Kopf hielt, konnten die Einsatzkräfte den schwer verletzten 24-jährigen aus der Gefahrenzone bringen, so dass er notärztlich versorgt werden konnte.

Der Täter hielt sich nun knapp drei Stunden lang ständig die Waffe an den Kopf und drohte so damit, sich selbst das Leben zu nehmen. Sämtliche Versuche, den Mann zum Aufgeben zu bewegen schlugen fehl.

Gegen 21 Uhr gelang es den verständigten Spezialeinsatzkräften den Mann zu überwältigen und festzunehmen. Bei dem Zugriff wurde der 40-jährige nicht verletzt. Er kam jedoch in ein Münchner Krankenhaus, wo seine Schussverletzung behandelt wurde.

Schießerei in der Münchner Maxvorstadt

Während des ganzen Einsatzes waren zahlreiche Straßen rings um den Einsatzort gesperrt, Anwohner konnten ihre Häuser weder verlassen noch betreten.

Insgesamt waren etwa 100 Einsatzkräfte der Polizei im Einsatz.

Pressemitteilung Polizeipräsidium München

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