Viel Arbeit für die Polizei rund ums Oktoberfest

Däne stirbt nach Wiesn-Besuch in Klinik

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München - Viel Arbeit für die Polizei im Rahmen des Oktoberfestes: Eine Vermisste, der Hitler-Gruß und Schlägereien forderten die Beamten. Es gab leider auch einen Toten.

Rettungsdienst gestört und in Arrestzelle gelandet

Am Dienstag, gegen 17 Uhr, wurde eine Einsatzgruppe der Wiesn-Wache zum Familienplatzl gerufen, da dort eine Person gestürzt war. Am Einsatzort wurde die Person bereits durch den Rettungsdienst ärztlich versorgt. Dies missfiel einem 47-jährigen Wiesnbesucher so sehr, dass er ständig versuchte, die Sanitäter vom stark alkoholisierten Gestürzten wegzudrücken. Den darauf folgenden Platzverweis missachtete er und begann stattdessen die umstehenden Polizeibeamten zu beleidigen.

Als er schließlich erneut mit Gewalt versuchte, zum Gestürzten vorzudringen, der bereits auf der Trage lag, wurde er von den Polizeibeamten zu Boden gebracht. Hierbei zog er sich leicht blutende Verletzungen im Mund- und Nasenbereich zu. Auf dem Weg zur Wiesn-Wache spuckte er einem 35-jährigen Polizeibeamten aus nächster Nähe blutigen Speichel ins Gesicht. Diese Attacke blieb für den Beamten jedoch ohne Folgen.

Gegen den 47-Jährigen wurde ein Anschlussgewahrsam in der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München angeordnet. Er wurde wegen einer Beleidigung und einer Körperverletzung angezeigt.

Verlust des Augenlichts droht

Bereits am Samstag befand sich ein 33-jähriger Hamburger zum Oktoberfestanstich mit Freunden in einem Festzelt. Gegen 19.45 Uhr suchte er alleine die Toilette im Zelt auf und stellte sich anschließend in die Schlange zum Händewaschen. Hier wurde er mehrmals von einem bislang unbekannten Mann angerempelt und geschubst. Als der 33-Jährige sich zu dem Mann umdrehte und ihn bat dies zu unterlassen, bekam er unvermittelt einen harten Schlag an die linke Gesichtshälfte. Benommen ging er zu Boden und es floss sofort Blut aus seiner Nase.

Von einem unbekannten Zeugen wurde er zum Rettungsdienst in den Behördenhof verbracht. Nach der Erstversorgung wurden seine beiden Risswunden im Gesicht genäht sowie die Nasenbein- und Jochbeinfraktur versorgt.

Nachdem die Gefahr bestand, dass er sein linkes Augenlicht verliert, wurde er in eine Spezialklinik verlegt, wo er in den nächsten Tagen operiert wird und mindestens bis Ende dieser Woche stationär verbleiben muss. Aufgrund der Härte des Schlages, geht der 33-Jährige davon aus, dass er mit einem Gegenstand, eventuell mit einem Maßkrug, geschlagen wurde.

Polizei findet vermisste Amerikanerin

Eine 75-jährige amerikanische Touristin verbringt derzeit mit ihrem Sohn in München ihren Urlaub. Am Dienstag besuchten beide das Oktoberfest. Gegen 14.45 Uhr begab sich die an Alzheimer erkrankte Frau in einem Festzelt auf eine Toilette. Danach wollte sie sich mit ihrem 43-jährigen Sohn vor dem Haupteingang des Festzeltes treffen. Dort traf sie jedoch nicht ein.

Der besorgte Sohn erstattete bei der Wiesn-Wache eine Vermisstenanzeige. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen verliefen zunächst ergebnislos. Gegen 18 Uhr wurde die 75-Jährige wohlbehalten von einer Einsatzgruppe hinter dem Hofbräuzelt aufgefunden werden.

Russe und Pole mit Hitler-Gruß

Am Dienstag gegen 18.40 Uhr stellten sich ein 32-jähriger Festbesucher aus Polen zusammen mit seinem vierjährigen Sohn und einem 46-jährigen Russen vor der Bavaria auf.

Als sich die beiden Männer richtig positioniert hatten, zeigten sie gemeinsam den Hitler-Gruß. Die anwesende Ehefrau des Polen hielt die Situation fotografisch fest. Dies wurde von einem 47-jährigen Münchner beobachtet, der umgehend die Polizei auf der Wiesn-Wache verständigte.

Beide Männer konnten noch vor Ort festgenommen werden. Zur Sicherung des Strafverfahrens musste jeder eine Sicherheitsleistung in Höhe von 500 Euro hinterlegen. Im Anschluss wurden sie aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen.

Däne stirbt nach Unfall in Krankenhaus

Wie bereits berichtet, befuhr am Samstag, 19.09.2015, gegen 23.30 Uhr, ein Linienbus die Bayerstraße stadtauswärts. Zum selben Zeitpunkt stieg ein 47-jähriger Däne mit seinen zwei Bekannten aus einer Rikscha aus und begab sich in Richtung Bahnhof. Aus bislang unbekannten Gründen stürzte der 47-Jährige und fiel nach vorne auf die Fahrbahn.

Trotz sofortiger Notbremsung durch den 38-jährigen Busfahrer, konnte ein Zusammenstoß nicht verhindert werden. Der Fußgänger wurde mit der Frontschürze des Busses erfasst und unter den Bus gezogen. Ein Überrollen mit der Vorderachse konnte gerade noch vermieden werden.

Der 47-jährige Fußgänger erlitt schwerste Verletzungen und kam zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Dort verstarb er am Dienstag um 18.12 Uhr.

Pressemeldung Polizeipräsidium München

Rubriklistenbild: © dpa

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