Die aktuelle Lage am Freitag

Terrorwarnung! So reagiert München am Tag danach

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München - Die Münchner Polizei warnte kurz vor Mitternacht vor einer konkreten Terrorgefahr in der Landeshauptstadt. Der Münchner Hauptbahnhof sowie den Bahnhof in Pasing wurden geräumt. 

Die wichtigsten Informationen im Überblick: 

- Die Polizei warnte kurz vor Mitternacht an Silvester über Facebook und Twitter vor möglichen Terroranschlägen in München

- Der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing wurden geräumt

- Man befürchtete mehrere Selbstmordanschläge gegen Mitternacht in der Silvesternacht

- Erst am frühen Freitagmorgen wurden die Bahnhöfe wieder freigegegeben

- Die Polizei spricht von zwei "ernstzunehmenden, konkreten Hinweisen"

- Die Hinweise sollen von amerikanischen und französischen Sicherheitsbehörden stammen

- Es soll sich um eine von fünf bis sieben islamistischen Tätern handeln

- Die Verdächtigen sollen aus dem Irak und Syrien stammen

- Ihre Namen sind bekannt, nicht aber ihr Aufenthaltsort

- Laut Bayerns Innenminister Herrmann gehören diese dem Islamischen Staat an

- Es läuft auch am Freitag noch ein Polizei-Großeinsatz in der ganzen Stadt. Die Münchner Polizei wird unterstützt von Kräften aus dem südbayerischen Raum. 

- Die Polizei in München vergleicht die Terrorwarnung mit der Gefahrenlage in Hannover im November. Damals wurde aus Sicherheitsbedenken das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden abgesagt.

Fotos: Terrorwarnung in München

Angespannte Lage am Hauptbahnhof am Neujahrstag

Der Münchner Hauptbahnhof am Neujahrstag

Polizeieinsatz in der Nacht: 

München: Abgesperrter Hauptbahnhof und PK in der Nacht

Polizeieinsatz nach Terrorwarnung am Münchner Hauptbahnhof

UPDATE 14.20 Uhr: Das sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter

"Ich bin zuallererst einmal froh, dass nichts passiert ist und niemand zu Schaden kam." Er halte das Vorgehen der Polizei für richtig und bedanke sich. Er habe die ganze Nacht über in engem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden gestanden. 

"Gleichzeitig war es richtig und gut, dass München gestern trotzdem gefeiert hat. Wir werden unser Leben nicht wegen solcher Bedrohungen ändern. Gemeinsam sind wir stärker als die Terroristen", so Reiter weiter. 

UPDATE 12.30 Uhr: Die neuen Infos aus der Polizei-Pressekonferenz

Am Freitagmittag hielt die Polizei eine zweite Pressekonferenz nach der nächtlichen PK mit Innenminister Joachim Herrmann ab (siehe UPDATE vom Neujahrsmorgen). 

Polizeipräsident Hubertus Andrä teilte mit, dass derzeit 100 zusätzliche Polizeibeamte in München im Einsatz sind. Er wehrt sich dagegen, von einem "Fehlalarm" zu sprechen. Man wolle nun anhand der Namen, die man hat, die Personen ausfindig machen. Bei den mutmaßlichen Tätern soll es sich um Iraker und Syrer handeln, so Andrä. Ihr Aufenthaltsort ist noch unbekannt.

Zwei Trittbrettfahrer sind nach der Terrorwarnung am Silvesterabend aufgetreten. Die Polizei ist dabei ihre Identitäten zu ermitteln. Teilweise hätten Veranstalter von Silvester-Partys bei der Polizei angefragt, ob sie ihre Feiern fortsetzen sollten. Das habe die Polizei dann bejaht.

Mehr zur Pressekonferenz finden sie hier auf tz.de.

UPDATE 11.40 Uhr: Neue Informationen zu den Warnhinweisen

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks gingen die ersten Informationen auf einen bevorstehenden Terroranschlag bereits vor mehreren Tagen bei den Bundesbehörden und bei der bayerischen Polizei ein. Sie kamen von us-amerikanischen Nachrichtendienste. 

Demnach wurde mitgeteilt, dass fünf bis sieben Iraker in München mit Kalaschnikow-Maschinenpistolen einen Anschlag verüben wollten, ähnlich wie die Attentate von Paris. Es wurden auch Namen mitgeteilt laut BR, sowie die Information,dass die Verdächtigen in einem Appartement-Hotel an der Landsberger Straße wohnen würden. Es folgte eine groß angelegte tagelange Observation der Bewohner des Hauses, die allerdings zu keinen konkreten Hinweisen führte.

Am Silvesterabend dann erreichte das Bundeskriminalamt zusätzlich eine Warnung der französischen Sicherheitsbehörden. Darin war von einem ähnlichen Anschlagsszenario die Rede. Es wurden zudem konkret der Münchner Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing als Anschlagsziele benannt - und ebenfalls wurden erneut die bereits von den Amerikanern genannten Namen der Verdächtigen übermittelt

Unklar ist jedoch momentan, ob sich die französischen udn amerikanischen Nachrichtendienste auf eine identische Quelle bezogen. Laut BR bestreiten die Nachrichtendienste das jedoch. Der Zusammenhang wird derzeit überprüft. 

UPDATE: Die aktuelle Lage am Freitagvormittag

Nach Informationen der BILD hat die Polizei zwar sieben Namen von Terrorverdächtigen, jedoch seien dies "arabische Allerweltsnamen". Geburtsdaten würden den Sicherheitsbehörden nicht vorliegen. Die Polizei bestätigt jedoch nicht, dass Namen der mutmaßlichen Terroristen vorliegen. 

In der Stadt gibt es eine hohe Polizeidichte. Wie die tz berichtet, finden weiterhin selektive Personenkontrollen an den Eingängen der Bahnhöfe statt. Das bedeutet; Die Beamten schauen sich alle Passagiere, die die Bahnhöfe betreten, ganz genau an. Auch in der Stadt wird kontrolliert.

UPDATE: Die aktuelle Lage am Neujahrsmorgen

Am frühen Freitagmorgen teilte die Münchner Polizei mit, dass der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing nun wieder freigegeben werden konnten.

Jedoch gibt es noch keine Entwarnung! Auch in den nächsten Tagen wird die Polizei "mit einer verstärkten Präsenz in München unterwegs sein", wie Polizeisprecher Werner Kraus der tz mitteilte. Man werde Selektivkontrolle an den Eingängen und Zugängen zu den Bahnhöfen durchführen, so Kraus weiter. 

Mitten in der Nacht informierte Innenminister Herrmann noch die Pressevertreter über den Stand der Ermittlungen. 

Auf einer Pressekonferenz in der tiefen Nacht teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit, dass die Terrormiliz Islamischer Staat hinter den Anschlagsplänen stecken soll. Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä führte auf der Pressekonferenz aus, dass man Selbstmordanschläge befürchtete und es sich um fünf bis sieben mutmaßliche Täter handelt. Laut Andrä waren in der Nacht rund 550 Polizisten im Einsatz, um einen Anschlag zu verhindern. Die Fahndung nach der Terrorgruppe laufe auf Hochtouren! 

Das Video zur Pressekonferenz von der tz:

Terroralarm in München: Hier die wichtigsten Aussagen von Innenminister Herrmann und Münchens Polizeichef Andrä im Video:

Posted by tz München on Donnerstag, 31. Dezember 2015

Der Bayerische Rundfunk berichtet, erste Hinweise kamen schon am Donnerstagmittag von amerikanischen Geheimdiensten, später auch vom französischen. Außerdem hätten sich sieben mutmaßliche Attentäter, allesamt Iraker, bereits in der Landeshauptstadt aufgehalten und sollen den Behörden auch namentlich bekannt sein. Auf der Pressekonferenz sagte Herrmann, der Hinweis habe die bayerischen Sicherheitsbehörden um 19.40 Uhr vom BKA erreicht. Dieser wiederum habe von einem befreundeten Nachrichtendienst die „dringende Warnung” vor einem Anschlag in München erhalten.

Derweil versuchte Pegida-Chef Lutz Bachmann die Verunsicherung für seine asylkritische politische Propaganda auszunutzen. Er provozierte noch in der Nacht mit diesem Tweet: 

UPDATE: Die aktuelle Lage nach Mitternacht

Kurz vor Mitternacht schockierte eine Meldung über eine konkrete Terrorwarnung in München ganz Deutschland. Danach überschlugen sich die Meldungen über die Nachrichtenticker. 

Nach ZDF-Informationen bestand jedoch keine "unmittelbare Gefahr"

Terrorwarnung in München: Die Polizei lässt den Hauptbahnhof und den Bahnhof Pasing räumen. Nach ZDF-Informationen aus Sicherheitskreisen bestehe aber "keine unmittelbare Gefahr eines Anschlags".

Posted by ZDF heute on Donnerstag, 31. Dezember 2015

Wie die Münchner Polizei mitteilt, nimmt die Behörde die Terrorgefahr jedoch sehr ernst. "Bitte bleibt wachsam", hieß es um kurz nach Mitternacht auf Twitter. Die Warnmeldung wurde auf Twitter auch in anderen Sprachen gepostet, unter anderem auf Englisch und Französisch.

So sah es kurz nach Mitternacht am Hauptbahnhof aus: 

Wie es in einer Sondersendung der tagesschau kurz nach Mitternacht hieß, gibt es unbestätigte Hinweise auf zwei mögliche Selbstmordattentäter. Der Krisenstab der Polizei geht von sechs Terrorverdächtigen mit islamistischen Hintergrund aus, das berichtet die SZ. Diese Terror-Warnungen haben die deutschen Sicherheitsbehörden aus Frankreich erreicht, heißt es.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter ist im engen Kontakt mit der Polizei. Die SZ berichtet, dass er gegen 22 Uhr seine Silvesterfeier verlassen hat und seitdem in Gesprächen mit dem Polizeipräsidium und den Sicherheitskräften sei.

Wie die Münchner Polizei mitteilt, werden außer dem Hauptbahnhof und dem Pasinger Bahnhof noch alle S- und U-Bahn-Stationen weitgehend nach Plan angefahren.

Trotz der Gefahrenlage scheinen viele Menschen doch den Weg zur Theresienwiese auf sich genommen zu haben. Nach Angaben der tz feierten dort tausende Menschen. Auch nach Mitternacht ging die Feier dort weiter, viele böllerten. Es dürfte die wohl größte Menschenansammlungen in dieser Nacht in der Landeshauptstadt gewesen sein.

Polizei hat zwei Hinweise: Bahnhöfe geräumt

Wie die tz meldet, sind sowohl der Hauptbahnhof als auch der Bahnhof in Pasing, als auch die umliegenden Gelände, mittlerweile geräumt. Die Züge fahren nicht mehr. Die Bahnhöfe bleiben voraussichtlich die ganze Nacht über gesperrt. Ein Sprecher der Polizei sagte zur tz: "Es ist vergleichbar wie in Hannover. Wir wollen das Risiko so gut wie möglich minimieren."

Laut Angaben des Bayerischen Rundfunks auf Facebook gibt es "ernstzunehmende, konkrete Hinweise". Es könne ein Angriff mit mehreren Gruppen von Terroristen an verschiedenen Orten in der Landeshauptstadt erfolgen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass beim Bundes- und Landeskriminalamt bereits den ganzen Tag auf Grund erster Anzeichen für eine mögliche Gefährdungslage erhöhte Alarmbereitschaft gegolten habe.

"Wir haben konkrete Hinweise, die wir nicht unter den Teppich kehren können", sagte eine Sprecherin auf Anfrage von Spiegel Online. Es soll sich um zwei Hinweise handeln. "Nach vorliegenden und von uns als ernst bewerteten Informationen soll es diese Nacht zu einem Anschlag kommen", teilte die Polizei auf Facebook mit. Größere Menschenmengen und der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing sollten gemieden werden.

Aber auch andere Großveranstaltungen in der Landeshauptstadt sollten nicht aufgesucht werden, da nicht auszuschließen sei, dass die Täter ausweichen, so die Behörde gegenüber FOCUS Online.

Der Pasinger Bahnhof sowie der Hauptbahnhof sind bereits jetzt geräumt und werden von den Bahnen nicht mehr angefahren....

Posted by Polizei München on Donnerstag, 31. Dezember 2015

Züge fahren nicht mehr

Auf Twitter teilte die Polizei um kurz nach 23 Uhr mit, dass keine Züge mehr fahren. Der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing wurden bereits geräumt. Die Polizei ist mit Einsatzkräften an beiden Orten präsent. Polizisten mit schweren Waffen sichern die Eingänge. 

Laut dem ARD-Terrorismusexperten Holger Schmidt soll die Quelle für die aktuellen Terrorwarnung in München französische Behörden sein. 

Vorsichtsmaßnahmen auch in Brüssel

Auch in der belgischen Hauptstadt Brüssel wollten die Behörden im Vorfeld der Silvester-Feierlichkeiten kein Risiko eingehen und untersagten ein Feuerwerk zum Neujahrsbeginn

mg

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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