Reicht eine mündliche Betriebserlaubnis?

Kinderheim Au: Geschäftsführer nimmt Stellung

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Ein herausfordernder Alltag in einem Kinderheim in Au am Inn: Jetzt hat sich der Geschäftsführer der Kongregation der Franziskanerinnen zu Wort gemeldet, nachdem es Vorwürfe gab, weil die Einrichtung lediglich eine mündliche Genehmigung hat.

Au am Inn - Der Alltag in einem Kinderheim in Au wurde in den vergangenen Monaten noch stärker beäugt, als es ohnehin der Regelfall ist. Nach Vorwürfen aufgrund von Aussagen eines ehemaligen Heilerziehungspflegers nimmt nun der Geschäftsführer der Einrichtung Stellung dazu.

Alois Haslberger, Geschäftsführer der Kongregation der Franziskanerinnen in Au hat am Freitag eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gegeben. Zuletzt wurden Diskussionen laut, weil das Kinderheim nach Aussagen des Bezirks lediglich eine mündliche, jedoch keine schriftliche Genehmigung hat.

Alois Haslberger: "Unser Kinderheim hatte immer eine Betriebserlaubnis. Diese Erlaubnis, ist nach § 45 SGB VIII mündlich ausgesprochen und rechtsgültig. Das heißt, es macht – anders als der Bayerische Rundfunk insinuiert – rechtlich keinen Unterschied, ob die Erlaubnis mündlich oder schriftlich erteilt wurde", so Haslberger.

Auch dem BR hat Haslberger diese Stellungnahme zukommen lassen, mit der Bitte, diese Informationen zu berücksichtigen und den BR-Beitrag entsprechend anzupassen

"Sämtliche Strukturen und Maßnahmen, die sich, ausschließlich am Wohl des Kindes orientieren, werden der Heimaufsicht ausführlich und differenziert dargestellt sowie fachlich begründet. Diese Strukturen und Maßnahmen werden regelmäßig überprüft, an die jeweiligen spezifischen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen angepasst und auf sie zugeschnitten. Aufgrund der laufenden Entwicklung von Strukturen, Maßnahmen und auch gebäudlichen Veränderungen war bisher eine abschließende schriftliche Regelung wenig sinnvoll. Entscheidend ist, dass die Heimaufsicht eng eingebunden ist, was sie stets war und weiter bleiben wird: Sie ist über den jeweils aktuellen Stand der Strukturen und Maßnahmen immer informiert und kontrolliert uns auch in angemeldeten und unangemeldeten Besuchen vor Ort engmaschig", betont der Geschäftsführer.

Den Bayerischen Rundfunkt bittet er, folgendes zu beachten: Die jeweiligen Tagespläne werden je individuell und aktuell erstellt, angepasst an die je individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen, die persönlichen Möglichkeiten abhängig von der Schwere der geistigen und psychischen Behinderung, der persönlichen Verfassung und der jeweiligen aktuellen Situation. Die individuelle Situation und die ebenfalls je individuellen, teils sehr komplexen Krankheitsbilder der in unserer Einrichtung betreuten Kinder und Jugendliche machen pauschale Aussagen unmöglich", so Alois Haslberger abschließend.

Ein ehemaliger Heilerziehungspfleger, der bereits nach wenigen Monaten noch während der Probezeit ersucht wurde, die Einrichtung zu verlassen, hatte schwere Vorwürfe erhoben, dass im Kinderheim untergebrachte Kinder und Jugendliche fixiert und eingeschlossen wurden und dies oftmals auch ohne richterlichen Beschluss vollzogen worden sei.

Quelle: innsalzach24.de

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