Angeklagter räumt Tat ein

Nach Weinfest auf Ex-Kollegen eingestochen

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Würzburg - Nach dem alkoholreichen Besuch eines Weinfestes sticht ein 51-Jähriger auf einen ehemaligen Arbeitskollegen ein. Vor dem Landgericht Würzburg räumt er die Tat zwar ein. An die Details aber kann er sich nicht mehr erinnern.

Ein 51-Jähriger hat vor Gericht gestanden, nach dem Besuch eines Weinfestes auf seinen Ex-Kollegen eingestochen zu haben. Dies räumte der Angeklagte am Dienstag zu Beginn des Prozess wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Würzburg ein. Er habe sich wohl vor allem aufgrund seines starken Alkoholkonsums in eine Wut auf den ehemaligen Arbeitskollegen hineingesteigert und diesen im vergangenen Juni mit einem Messer leicht am Hals verletzt, hieß es in einer Erklärung des Angeklagten, die sein Anwalt verlas. Weil er stark betrunken gewesen sei, könne er sich an Details allerdings nicht erinnern.

Der Angeklagte und das Opfer waren bereits einige Tage vor der Tat bei einer zufälligen Begegnung in Streit geraten. Das spätere Opfer habe ihn provoziert und seine Mutter beleidigt, teilte der Angeklagte über seinen Anwalt mit. Stark betrunken habe er deshalb nach dem Besuch des Weinfestes mehrere Messer, darunter ein 26 Zentimer langes Fleischermesser, geholt und sei mit zwei Bekannten zum Haus des Geschädigten gegangen, mit dem er mehrere Jahre lang gemeinsam als Küchenhelfer gearbeitet hatte.

Als der Ex-Kollege die Tür öffnete, bedrohte ihn der Angeklagte nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft mit dem Tod und versetzte ihm einen Stich gegen den Hals. Ein 37 Jahre alter Mitangeklagter habe anschließend auf den Mann eingeschlagen, ein weiterer Bekannter Zeugen davon abgehalten, das Haus zu betreten. Das Opfer konnte sich zwar in seine Wohnung retten und wurde nur leicht verletzt. Der Angeklagte habe dessen Tod aber aus niedrigen Beweggründen billigend in Kauf genommen, heißt es in der Anklageschrift.

Über seinen Anwalt erklärte der 51-Jährige mit Blick auf das Opfer, er sei „erleichtert, dass er meine Gewalttaten überlebt hat“. Alle mutmaßlichen Angreifer wurden noch in der gleichen Nacht festgenommen. Der Hauptangeklagte sitzt seit dem vergangenen Juni in Untersuchungshaft.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa (Symbolbild)

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