Immer weniger Lebensmittelgeschäfte

Ladensterben in Bayern: Ist auch Ihr Landkreis betroffen?

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Weite Wege müssen viele Menschen in Bayern auf sich nehmen, wenn sie Lebensmittel kaufen wollen.

München - In 500 Gemeinden in Bayern gibt es kein einziges Lebensmittelgeschäft mehr, immer mehr kleine Geschäfte müssen aufgeben. Schwindet auch in Ihrer Gemeinde die Nahversorgung?

Mal schnell Milch und Zucker aus dem Laden um die Ecke holen - in mehr als 500 Ortschaften in Bayern ist das nicht möglich, denn dort gibt es kein Lebensmittelgeschäft mehr. In 157 Dörfern müssen die Einwohner sogar zum Semmelholen ins Auto oder aufs Fahrrad steigen, denn dort gibt es nicht einmal einen Bäcker oder Metzger.

Die Nahversorgung in Bayern ist in Gefahr - das geht aus den Daten hervor, die der "Bayerische Rundfunk" jetzt exklusiv veröffentlichte und die im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftministeriums von der Firma "Trade Dimensions" erhoben wurden. Am dramatischsten ist das Sterben der Supermärkte im Osten Bayerns: Im Landkreis Wunsiedel in Oberfranken sank die Zahl der Lebensmittelgeschäfte in den vergangenen zehn Jahren um ein sattes Drittel. Insgesamt gibt es in Bayern heute 5883 Lebensmittelgeschäfte, 2005 waren es noch 6501. Und das, obwohl die Bevölkerung gleichzeitig gewachsen ist.

In Oberbayern gibt es ein Nord-Süd-Gefälle

In Oberbayern ist die Lage nicht so dramatisch. Doch auch hier müssen viele Dorfbewohner ohne Lebensmittelgeschäft, manche sogar ohne einen Bäcker auskommen. In den oberbayerischen Landkreisen zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle: Hat sich an der Supermarkt-Versorgung nördlich von München seit 2005 nicht viel geändert oder ist diese zum Teil sogar besser geworden, zeigt sich im Alpenvorland ein anderes Bild.

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist die Zahl der Lebensmittelläden um 16 Prozent gesunken: 2005 gab es noch 68 Supermärkte, 2015 nur noch 58. Allein im letzten Jahr machten drei Läden dicht. Zwei Gemeinden sind unversorgt, haben also nicht mal Bäcker und Metzger im Ort. Ähnlich ist die Lage im Landkreis Garmisch-Partenkirchen (-13,1 Prozent, acht Geschäfte weniger). In fünf Orten im Garmischer Landkreis gibt es keine Lebensmittel zu kaufen, in drei Gemeinden nicht mal Brot und Semmeln. Im Landkreis Miesbach nahm die Zahl der Läden um zehn Prozent ab - fünf Geschäfte machten seit 2005 dicht. Überall fällt auf, dass vor allem kleinere Geschäfte schließen mussten, während sich große Märkte hielten oder sogar neu eröffneten.

Je näher an München, desto besser die Versorgung

Die Landkreise, die näher an München sind, haben dagegen kaum mit dem Schwinden der Nahversorgung zu kämpfen. Im Landkreis Dachau gibt es heute sogar sieben Geschäfte mehr als 2005 (+13 Prozent). Auch in Freising (+7,3 Prozent), Starnberg (+10 Prozent) und München (+12 Prozent) nahm die Zahl der Händler zu. Relativ konstant blieb die Anzahl der Supermärkte in den Landkreisen Ebersberg (+3,7 Prozent), Weilheim-Schongau (+3,1 Prozent) und Erding (-1,7 Prozent).

smu

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