Schatzsuche: "Nicht wie im Wilden Westen"

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Ebbs - Seit eine deutsche Zeitung die Geschichte um einen Rosenheimer Geschäftsmann und fünf Millionen Euro "ausgegraben" hat, stehen die Telefone bei der Gemeinde nicht mehr still.

"Das Medieninteresse ist sehr groß, wir kommen gar nicht mehr zu unserer üblichen Arbeitsroutine", berichtet Anton Geisler, Gemeindeamtsleiter Ebbs. "Aber ich muss bei jedem Anruf schmunzeln." Auch einige Privatpersonen haben sich schon rund um den Schatz erkundigt.

Fünf Millionen Euro soll der Rosenheimer Finanzberater Augustin G. in einem Waldstück bei Eichelwang versteckt haben. Wer das Geld findet, bekommt einen Finderlohn in Höhe von 660.000 Euro .

Stürmen nun die Schatzgräber mit Schaufeln bewaffnet die Gemeinde? "Der Andrang ist nicht groß. Ein paar Schaulustige haben sich den Wald und die Gegend angesehen", erklärt Geisler. Durch den Wald führt ein Geh- und Radweg. Er liegt etwa vier Kilometer außerhalb des Dorfzentrums, einige Bauern teilen sich das Waldstück. Das Gebiet ist nicht abgesperrt und für jedermann zugänglich.

"Probleme mit der Polizei gibt es bislang auch nicht. Es geht hier nicht zu wie im Wilden Westen."

Goldgräberpauschale? Gibt es, aber...

Auch Karin Scholz, Direktorin des "Ferienland Kufstein"-Tourismusverbandes muss lachen, als wir sie zur Schatzsuche befragen. "Auch bei uns laufen die Telefonleitungen heiß. Die Leute rufen an und fragen, ob es sich um einen Scherz handelt."

Scholz bestätigt, dass "keine Schatzgräber mit Schaufel über der Schulter" zu sehen seien.

Es kam übrigens zu einer kleinen Verwechslung: "Wir bieten eine Schatzsuche im Kinderprogramm an. Das hat aber mit den vergrabenen fünf Millionen nichts zu tun", erklärt Scholz. Und die angebliche Goldgräberpauschale, die Pensionen rund um Ebbs den Schatzhungrigen anbieten? "Auch die gibt es nur in Zusammenhang mit dem Kinderprogramm." Allerdings räumt Karin Scholz ein: "Sollte das Interesse die nächsten Tage so groß bleiben, werden sicherlich einige Pensionen den angehenden Goldgräbern ein solches Angebot machen."

Und was sagt sie selbst zum vergrabenen Schatz? "Gäbe es konkrete Hinweise, würde es wohl keinen von uns auf unseren Bürostühlen halten."

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