Flüchtlingsdemo

Flüchtlinge demonstrieren in Nürnberg

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Nürnberg - Am Montagmorgen haben rund 100 Asylanten vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für Änderungen in der Flüchtlingspolitik demonstriert.

Heute haben rund 100 Flüchtlinge vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF, demonstriert. Ihnen ging es hierbei darum, Veränderungen in der deutschen Flüchtlingspolitik herbeizuführen. Hauptsächlich aus Ländern wie dem Iran, Afghanistan, Syrien und Äthiopien kommend, taten die Demonstranten ihren Unmut bezüglich der Flüchtlingspolitik mit Hilfe von Plakaten und Reden friedlich kund.

Forderungen und Wünsche der Asylanten

Hauptsächlich ging es hierbei um die Forderung zur schnelleren Bearbeitung der Asylanträge. Einige der Demonstranten warten schon seit über zwei Jahren auf eine Entscheidung in ihrem Asylverfahren. Des Weiteren machten sich die Demonstranten dafür stark, die Zustände in den Flüchtlingsunterkünften zu verbessern.

Ein iranischer Flüchtling, der in seinem Heimatland wegen seines christlichen Glaubens verfolgt wird, sagte dem BR, dass er schon fünf Jahre auf eine Entscheidung warte und dass der einzige Unterschied zum Iran die Dauer seines Todes sei: "Wenn ich zurückkehre bin ich in einer Minute tot. Hier sterbe ich langsam, das ist der Unterschied."

Eine weitere Forderung der Flüchtlinge ist die Aufhebung des Arbeitsverbots, das eine erhebliche Einschränkung in der Lebensentwicklung der vor allem jungen Flüchtlinge darstellt. Auch wurde ein Brief an den Präsidenten des BAMF, Manfred Schmidt, aufgesetzt, in dem Flüchtlinge nochmals ihre Forderungen und Wünsche darlegen. Neben den bereits genannten Punkten, beklagen sich viele Flüchtlinge über zu wenig Verständnis der Deutschen. Viele würden als Schmarotzer bezeichnet und als "Menschen Dritter Klasse" abgestempelt, da sie auf Grund der deutschen Rechtslage keine Arbeitserlaubnis haben.

Leben in Angst - sogar in Deutschland

Viele Flüchtlinge leben auch in Deutschland noch in Angst. Nicht wegen politischer Verfolgung oder wegen eines Bürgerkriegs, sondern in Angst um ihre eigene Zukunft. Viele von ihnen werden nur geduldet jedoch nicht anerkannt und müssen somit ständig mit einer Abschiebung rechnen. Diese habe sogar schon so ernste Züge angenommen, dass einige Flüchtlinge an psychischen Erkrankungen, wie Depressionen oder akutem Schlafmangel erkrankt sind.

Ein Mitarbeiter des BAMFs hörte sich die Forderungen der Flüchtlinge an. Auch der oben bereits erwähnte Brief wird bearbeitet werden, so der Mitarbeiter vor Ort. Die Polizei teilte zudem mit, dass die Demonstration friedlich verlaufen sei.

rl

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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