Welle von "Polizei-Betrügereien" schwappt über das südliche Oberbayern

Achtung! Plötzlich ruft die Notrufnummer 110 an

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Südliches Oberbayern - In den letzten Tagen wurden vermehrt Senioren durch den „Notruft-110 angerufen“. Neben Garmisch-Partenkirchen war am Mittwoch der Raum Holzkirchen und Miesbach stark betroffen. Es ist davon auszugehen, dass die Täter auch in weiteren Regionen noch aktiv werden. Die Polizei warnt: Vorsicht Betrüger! Die 110 wird nie bei Ihnen anrufen!

Vorsicht! Mindestens fünf Seniorinnen und Senioren im Alter zwischen 73 und 86 Jahren wurden am Mittwoch im Raum Holzkirchen durch den „Notruf“ angerufen und nach Wertgegenständen im Haus befragt. Der betrügerische Anrufer gaukelte vor, Polizeibeamter zu sein. Kollegen hätten eine Einbrecherbande festgenommen, weswegen nun bei möglichen Opfern nachgefragt würde.

Auch im Bereich Miesbach kam es zu solchen Telefonaten. Seltsam sind auch Anrufe der vergangenen Tage, ebenfalls mit der 110 im Display des Angerufenen, bei denen die Opfer gebeten wurden, ihre Alarmanlagen zu testen. Möglicherweise versuchten Unbekannte diese Personen auszuforschen und weitere Straftaten einzuleiten. Die Polizei warnt: 110 ist IHR Notruf. Sie können dort jederzeit bei Problemen anrufen. Was jedoch niemals passieren wird: 110 ruft Sie nicht an! 

Die Polizei wird sich bei Rückfragen immer mit einer „normalen“ Telefonnummer bei Ihnen melden. Steht 110 bei einem aktiven Anruf bei Ihnen auf dem Display, ist es sicher ein Betrugsversuch! Drehen sie den Spieß um: Melden Sie sich bitte bei solchen Betrugsversuchen über 110 bei uns, nur so erlangen wir erste Ermittlungsansätze.

Aktuelles Beispiel: Trickbetrüger überlisten ältere Frau aus Garmisch-Partenkirchen

Ausgangspunkt der Tat war ein Anruf am Sonntag gegen 23:00 Uhr, in welchem sich ein Mann bei einer 86-Jährigen meldete. Der Anrufer gab sich als Polizeibeamter aus und beunruhigte die Frau, man habe bei Straftätern einen Zettel mit Namen und Anschrift der Frau gefunden. Im weiteren Verlauf erfolgten erneute Anrufe, in welchen Anweisungen ergingen, die Frau müsse aus Sicherheitsgründen eine höhere Bargeldsumme von der Bank nach Hause holen.

In der Folge wurde der Frau erklärt, man müsse das Geld bei ihr abholen, da dieses bereits manipuliert wäre und deshalb einer Sicherheitsprüfung unterzogen werden müsse. Es kam zur Übergabe an einen angekündigten „verdeckten Ermittler“. In der Nacht Montag/Dienstag wurde die Frau unterrichtet, dass es hinsichtlich des Bargeldes einer eingehenderen Prüfung bedürfe.

In diesem Zusammenhang solle sie ferner für Ermittlungszwecke bzw. für weitere Festnahmen Geld überweisen. Dazu kam es nicht mehr. Die Frau erstattete Anzeige bei der Polizei Garmisch-Partenkirchen – die Kriminalpolizei hat den Fall übernommen.

Wichtig:

Informieren Sie sich und Angehörige über die Gefahren von Trickbetrug/-diebstahl! Warnen und unterstützen Sie ältere Menschen! Seien Sie misstrauisch! Bei Geldforderung: AUFLEGEN! Niemals Geld übergeben! Wählen Sie beim geringsten Verdacht den Polizeinotruf 110! Halten Sie dort oder mit Vertrauten Rücksprache! Präventions-Infos: www.polizei-beratung.de 

Andere Masche: Der Enkeltrick-Betrug

Erst Anfang Juli wurde eine 86-Jährige Opfer von Enkeltrick-Betrügern. In der Not übergab sie den Kriminellen Bargeld und Schmuck in Höhe von 11.000 Euro. Um weiteren Fällen vorzubeugen, gab das Polizeipräsidium Oberbayern Süd bereits eine Warnung mit zahlreichen Präventiv-Hinweisen heraus.

Pressmeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd/mwi

Rubriklistenbild: © Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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