Bewerberanzahl erreicht neues Rekordtief

Fast 1500 Ausbildungsplätze in Oberbayern unbesetzt

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Oberbayern - Endlich fertig mit der Schule und was nun? Die unklaren Berufswünsche vieler Schulabgänger sorgen auch weiterhin für Stirnrunzeln bei den Betrieben und vor allem für leere Lehrstellen.

Landkreis Traunstein: jeder vierte Ausbildungsplatz unbesetzt

Die Betriebe im Landkreis Traunstein haben weiterhin große Mühe, genügend Azubis zu finden. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September sind noch 372 Lehrstellen frei. Damit setzt sich die Bewerberlücke auch in diesem Jahr fort. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unbesetzten Stellen zwar um 6,8 Prozent abgenommen, das gilt jedoch auch für die zur Verfügung stehenden Berufsausbildungsstellen mit 3,1 Prozent, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur.

Insgesamt wollen die Unternehmen im Landkreis in diesem Jahr 1438 Lehrlinge einstellen, somit ist vorerst noch fast jeder vierte Ausbildungsplatz unbesetzt. Nikolaus Binder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Traunstein, ist von dem Modell Ausbildung überzeugt. „Eine erfolgreiche Ausbildung ist der beste Start in das Berufsleben. Denn mit einer Lehre in der Tasche stehen alle weiteren Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung oder auch ein Studium offen. Eltern können stolz sein, wenn sich der Sohn oder die Tochter für eine Ausbildung als Zukunftsperspektive entscheidet.“

Mit Beginn des Ausbildungsjahres treten 606 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Traunstein an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Die Situation ist damit gegenüber 2015 nahezu gleich geblieben: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 2,2 Prozent gesunken. Vor Jahresfrist meldete die IHK einen Zuwachs von 0,5 Prozent.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe in Traunstein sind Einzelhandelskaufleute, Industriemechaniker, Kaufleute im Groß- und Außenhandel, Mechatroniker und Bürokaufleute. Nach Meinung von Nikolaus Binder sind die rückläufigen Zahlen der Schulabgänger von Mittel- und Realschulen ein weiterer Grund für den Bewerberengpass. Zurzeit sind 360 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der Ausbildung aktiv und stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

Landkreis Mühldorf: Bewerberlücke erreicht Rekordniveau

Auch im Landkreis Mühldorf haben die Unternehmen Probleme, Lehrstellen zu besetzen. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs am Noch 229 Lehrstellen sind frei. Damit erreicht die Bewerberlücke in diesem Jahr einen neuen Höchststand. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der unbesetzten Stellen um 3,2 Prozent gestiegen – bei einem gleichzeitigen Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen von 10,2 Prozent, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. Die Unternehmen im Landkreis wollen in diesem Jahr 726 Lehrlinge einstellen, somit sind vorerst 31 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt.

Wichtig ist in jedem Fall, dass sich die Schüler intensiv mit dem persönlichen Berufswunsch beschäftigen. Denn gibt es in der Ausbildung Probleme, nennen in einer IHK-Umfrage 72 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger als größtes Hindernis. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 360 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Mühldorf an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 1,7 Prozent gestiegen. Vor Jahresfrist meldete die IHK einen Rückgang von 1,9 Prozent.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis Mühldorf sind Industriekaufleute, Industriemechaniker, Kaufleute im Büromanagement, Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer. Ein weiterer Grund für den Bewerberengpass sind laut IHK-Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl die stagnierenden Schulabgängerzahlen: Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent. Insgesamt sind zurzeit 233 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der Ausbildung aktiv und stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

Landkreis Berchtesgadener Land: auch hier schockiert das Bewerbertief

Auch im Berchtesgadener Land zeichnet sich heuer eine Rekord- Bewerberlücke ab. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unbesetzten Stellen noch einmal um über 8,5 Prozent zugelegt, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. Da die Unternehmen im Landkreis in diesem Jahr 850 Lehrlinge einstellen wollen, ist vorerst noch fast jeder dritte Ausbildungsplatz unbesetzt.

Josef Frauenlob, stellvertretender Vorsitzender des Regionalausschusses Berchtesgadener Land, betont die Notwendigkeit einer ausführlichen Berufsorientierung. „Lehre bedeutet Karriere. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung stehen alle Entwicklungsmöglichkeiten offen – diese Botschaft müssen die Schulen den Jugendlichen und ihren Eltern noch besser vermitteln. Besonders wichtig ist aber auch, dass sich die Schüler ausführlich mit ihrem Wunschberuf auseinandersetzen.“ Frauenlob führt den Bewerberengpass auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 291 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Berchtesgaden an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Ausbildungsverträge somit um 7,9 Prozent zurückgegangen. Vor Jahresfrist meldete die IHK einen Zuwachs von 14,9 Prozent.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Berchtesgadener Land sind Einzelhandelskaufleute, Hotelkaufleute, Bankkaufleute, Kaufleute für Büromanagement und Verkäufer. Zurzeit sind 212 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der Ausbildung aktiv und stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

Landkreis Altötting: weiterhin stagnierende Bewerberzahlen

Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs 2015/2016 sind noch im Landkreis noch 240 Lehrstellen frei. Die Bewerberlücke setzt sich also auch in diesem Jahr wieder fort. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der unbesetzten Stellen zwar um 2,8 Prozent gesunken, jedoch auch die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 4,1 Prozent, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. 842 Lehrlinge wollen die Unternehmen einstellen, somit sind vorerst 28 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt.

Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf, unterstreicht die Vorteile der Ausbildung. „Eine Ausbildung ist der beste Start in das Berufsleben. In der Vielfalt an unterschiedlichen Berufen finden die jungen Erwachsenen die richtigen Stellen, um individuelle Stärken und Interessen bestens einzusetzen und weiterzuentwickeln. Und mit einer erfolgreichen Lehre stehen alle Wege offen – auch ein Studium. Eltern können also stolz sein, wenn sich der Sohn oder die Tochter für eine Ausbildung entscheidet.“

Zum Ausbildungsjahr starten laut der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern (Stand: Ende August) 451 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Altötting an. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 4,4 Prozent gesunken. Vor Jahresfrist meldete die IHK einen Rückgang von 7,1 Prozent.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis Altötting sind Chemikant, Industriemechaniker, Kaufleute im Einzelhandel, Kaufleute für Büromanagement und Elektroniker für Automatisierungstechnik. Insgesamt sind zurzeit 230 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der Ausbildung aktiv und stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

Landkreis Mühldorf: über 200 freie Lehrstellen

Einen neuen Höchststand erreicht die Bewerberlücke in diesem Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der unbesetzten Stellen um 3,2 Prozent gestiegen – bei einem gleichzeitigen Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen von 10,2 Prozent, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. 726 Lehrlinge werden insgesamt gesucht, somit sind vorerst 31 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt.

Mit Beginn des Ausbildungsjahres treten 360 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Mühldorf an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 1,7 Prozent gestiegen. Vor Jahresfrist meldete die IHK einen Rückgang von 1,9 Prozent.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis Mühldorf sind Industriekaufleute, Industriemechaniker, Kaufleute im Büromanagement, Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer. Insgesamt sind zurzeit 233 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der Ausbildung aktiv und stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

Pressemitteilung IHK München und Oberbayern

Rubriklistenbild: © dpa

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