Mordkommission ermittelt

Messerstecherei auf der Wiesn - Verdächtige stellt sich

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München - Viel Arbeit für die Münchner Polizei beim ersten Oktoberfest-Wochenende: Unfälle, Schlägereien mit Maßkrügen und eine Messerstecherei beschäftigen die Beamten.

Fußgänger wird von Taxi erfasst

Am Samstag, 19.09.2015, gegen 21.15 Uhr, fuhr ein bislang unbekannter Fahrer mit seinem Taxi auf der Paul-Heyse-Straße stadtauswärts. Zum gleichen Zeitpunkt ging ein 26-jähriger Spanier vom Oktoberfest kommend in alkoholisiertem Zustand auf dem Gehweg der Bayerstraße stadteinwärts. An der Kreuzung wollte er die Paul-Heyse-Straße bei Grün überqueren.

Als er auf der Fußgängerfurt das von rechts kommende Taxi sah, ging er diesem auf der Fahrbahn entgegen, um es anzuhalten. Der Taxifahrer, welcher bereits Fahrgäste in seinem Taxi hatte, hielt jedoch nicht an. Kurz darauf erfasste das Taxi offensichtlich mit der linken Fahrzeugseite den 26-Jährigen und schleuderte ihn dadurch auf die Fahrbahn.

Obwohl der Fußgänger verletzt liegen blieb, entfernte sich der Taxifahrer ohne anzuhalten und kümmerte sich nicht um den Verletzten. Ein Rettungswagen brachte den 26-Jährigen anschließend in ein nahe gelegenes Klinikum, in welchem die Polizei verständigt wurde und der Spanier den Unfallsachverhalt schilderte. Der genaue Sachverhalt bedarf noch eingehender Ermittlungen.

Der 26-Jährige verlor durch den Unfall mehrere Zähne und erlitt Prellungen und Schürfwunden im Gesicht und am rechten Knie. Er konnte das Klinikum nach ambulanter Behandlung wieder an gleichen Tag verlassen. Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallhergang machen können, werden gebeten, sich mit dem Unfallkommando, Tegernseer Landstraße 210, 81549 München, Tel.: 089/6216-3322, in Verbindung zu setzen.

Wiesn-Ordner mit Weißbierglas verletzt

Am Sonntag, 20.09.2015, gegen 20.20 Uhr, sollte ein 38-jähriger Australier aufgrund seines aggressiven Verhaltens durch einen Sicherheitsdienstmitarbeiter aus einem Festzelt verwiesen werden.

Dagegen sträubte er sich und schlug den 36-jährigen Ordner ein Weißbierglas auf den Kopf. Dadurch erlitt dieser eine Kopfplatzwunde. Anschließend nahm der Australier den Ordner noch in den Schwitzkasten, woraufhin beide zu Boden fielen. Der 36-jährige Ordner kam zur ambulanten Versorgung seiner Verletzungen in ein Krankenhaus. Der 38-jährige Australier wurde festgenommen und der Haftanstalt im Polizeipräsidium München überstellt.

Besucher schlagen mit Maßkrügen aufeinander ein

Am Sonntag, 20.09.2015, gegen 22.00 Uhr, kam es beim Verlassen eines Festzeltes zwischen vier männlichen Wiesn-Besuchern zum Streit. Im Verlaufe des Streites schlugen alle vier Personen mit Maßkrügen zu. Dabei erlitten ein 21-Jähriger und ein 32-Jähriger mehrere Schnittverletzungen im Kopf- und Gesichtsbereich und kamen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.

Ein 22-jähriger Student erlitt eine Platzwunde am Kinn und am Hinterkopf und eine Schnittwunde am rechten Mittelfinger. Die Verletzungen wurden durch den Rettungsdienst vor Ort versorgt. Die vierte, ein 24-jähriger Münchner wurde nicht verletzt. Alle wurden nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Versuchtes Tötungsdelikt in der Nacht auf Sonntag

Wie bereits berichtet, kam es am Sonntag, 20.09.2015, kurz nach 01:00 Uhr im Bereich eines Rettungsweges neben einem Festzelt zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen. Ein 33-jähriger Deutscher erlitt hierbei eine lebensgefährliche Stichverletzung im Bauchbereich sowie eine Schnittverletzung am Hals.

Der 33-Jährige musste im Krankenhaus operiert werden, befindet sich jedoch jetzt außer Lebensgefahr.

Nach jetzigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass es beim Verlassen des Festzeltes bereits zu einem verbalen Streit zwischen dem Freund des späteren Geschädigten und einer Gruppe kam. Der Streit verlagerte sich dann in den späteren Tatortbereich und es kam neben massiven Beleidigungen auch zu Schubsereien. Hierbei kam der Freund des Geschädigten zu Boden, weshalb der 33-Jährige sich wieder einmischte und dabei verletzt wurde.

Nachdem durch die Mordkommission München Personen aus der gegnerischen Gruppe ermittelt werden konnten, stellte sich eine 33-jährige Hamburgerin mit ihrem Rechtsanwalt am gestrigen Nachmittag und räumte die Tat ein. Als Grund nannte sie die für sie bedrohliche Situation, die sie letztlich in Panik versetzte. Das in ihrer Handtasche mitgeführte Tatmesser warf sie nach der Tat weg.

Die 33-Jährige wird am heutigen Tag dem Ermittlungsrichter zur Entscheidung der Haftfrage vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft München I wird Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragen. Die Einzelheiten bezüglich des Ablaufes der Streitigkeiten erfordern noch weitere Ermittlungen.

Pressemeldung Polizeipräsidium München

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