Landgericht Kempten

Opfer erstochen: 19-Jähriger wegen Mordes verurteilt

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Kempten - Wegen Mordes ist ein 19-Jähriger zu einer langen Jugendhaftstrafe verurteilt worden. Auch seine beiden Mithelfer müssen ins Gefängnis. Bei der Tat ging es wohl um Drogenschulden.

Das Motiv der Bluttat waren Drogenschulden und Bedrohungen: Ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines 21 Jahre alten Mannes in Kaufbeuren sind drei junge Männer zu langen Jugendstrafen verurteilt worden. Der 19-jährige Haupttäter muss wegen Mordes für neun Jahre ins Gefängnis. „Es gibt keinerlei Zweifel an seiner Täterschaft“, sagte der Vorsitzende Richter des Landgerichts Kempten am Donnerstag in seiner Urteilsbegründung.

Der zwei Jahre ältere Bruder des Täters und ein 19-jähriger Freund wurden wegen Beihilfe zum Mord verurteilt. Der Ältere erhielt sechseinhalb Jahre Jugendhaft, der Jüngere fünf Jahre und neun Monate. Alle drei Angeklagten sollen einen Teil der Haftzeit in Entziehungsanstalten verbringen.

Mit „massiver Wut und unbedingtem Tötungswillen“ stach der Hauptangeklagte nach Überzeugung des Gerichts am 4. Juli 2015 in seiner Wohnung 16 Mal mit einem Messer auf das Opfer ein. Wie der Richter sagte, sei dessen Beseitigung „eine gute Lösung“ gewesen, um sich von Schulden, Bedrohungen und Gewaltanwendungen zu befreien. Der Bekannte und zeitweise Mitbewohner hatte die Angeklagten mit Drogen versorgt und danach unter Druck gesetzt. „Er war untragbar geworden.“

Das Trio hatte die Tat genau geplant. Sogar das Datum, der Unabhängigkeitstag in den USA, war bewusst ausgewählt worden. Die beiden Mitangeklagten hatten später bei der Beseitigung der Leiche geholfen. Zunächst hatten sie versucht, die Leiche zu verbrennen. Sie legten den Toten in die Badewanne, schütteten Benzin darüber und zündeten ihn an. Da dies misslang, trugen sie den Toten nachts aus dem Haus und legten ihn im Fluss Wertach ab. Dort entdeckte ein Angler die Leiche.

Die Mitangeklagten, deren Verteidiger jeweils einen Freispruch gefordert hatten, hatten die Beseitigung der Leiche zum Prozessauftakt eingeräumt. Der Haupttäter hatte zu den Vorwürfen geschwiegen und erst in seinem Schlusswort Reue gezeigt: „Es tut mir wahnsinnig leid.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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