Topjurist Peter Frank übernimmt Spitzenposten in Karlsruhe

Neuer Generalbundesanwalt kommt aus Bayern

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Gilt als Topjurist: Peter Frank ist am Montag von Bundesjustizminister Heiko Maas in sein Amt als Generalbundesanwalt eingeführt worden. Er hat in den vergangenen Jahren Spitzenpositionen übernommen.

Karlsruhe - Der neue Generalbundesanwalt Peter Frank ist am Montag von Bundesjustizminister Heiko Maas offiziell in sein Amt eingeführt worden. Er löst den im August entlassenen Harald Range ab.

Peter Franks Ruf als Jurist ist exzellent - doch sein Name ist der breiten Öffentlichkeit bislang kaum bekannt. Das wird sich nun vermutlich schnell ändern, nachdem Frank am Montag offiziell in sein neues Amt als Generalbundesanwalt eingeführt wurde.

Der 47-Jährige hatte zuvor in der bayerischen Justiz eine beachtliche Karriere gemacht. Frank sei "nicht nur ein exzellenter Jurist", sondern auch "ein engagierter Beamter mit politischer Sensibilität und mit Führungsstärke", lobte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) den neuen Generalbundesanwalt bei der Amtseinführung in Karlsruhe. Damit sei er "genau der richtige Mann für das Amt". Frank tritt die Nachfolge von Harald Range an, der im August über die mittlerweile eingestellten Landesverratsermittlungen gegen Journalisten des Internetportals "Netzpolitik.org" gestürzt war. Range wurde im Zuge der Affäre von Maas in den Ruhestand versetzt. Der Minister schlug dabei auch gleich den bayerischen Topjuristen als Nachfolger auf dem Posten des Generalbundesanwalts vor - die notwendige Zustimmung des Bundesrats und die offizielle Ernennung waren danach nur noch Formsache.

Peter Frank war bereits im Justizministerium, als Staatsanwalt und als Richter tätig

In Bayern hatte Frank in den vergangenen Jahren mehrere Spitzenpositionen eingenommen. Der CSU soll der Topjurist aber nicht angehören. Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) lobte ihn aber im August direkt nach Bekanntwerden der Personalie in höchsten Tönen: "Ich kann mir keinen Besseren für dieses hohe und verantwortungsvolle Amt vorstellen." Frank vereine "in seiner Person brillanten juristischen Sachverstand, ausgeprägte Führungskompetenz und ausgezeichnete Begabung im Umgang mit Menschen". Nach seinem Jurastudium in Würzburg hatte der aus Lauda in Baden-Württemberg stammende Frank seine Karriere 1995 im bayerischen Justizministerium begonnen. Danach wechselte er zwischen Staatsanwaltschaft, Gerichten und Ministerium: Nach Stationen als Staatsanwalt in der bayerischen Landeshauptstadt, in der Vertretung Bayerns beim Bund und als Richter am Landgericht München I kehrte er im November 2006 ins Justizministerium zurück. In den Jahren 2010 und 2011 war er dann Richter am Oberlandesgericht München. Es folgte schließlich eine erneute Rückkehr ins Justizministerium, wo er zuletzt die Personalabteilung leitete. Erst im März rückte Frank an die Spitze der Generalstaatsanwaltschaft München. Ein halbes Jahr später ist nun der nächste Karriereschritt perfekt. Seine vielfältigen Erfahrungen im Justizapparat dürften Frank geholfen haben, dass die Wahl auf ihn fiel. Denn schließlich war er nicht nur Staatsanwalt und Richter, sondern sammelte auch in Leitungspositionen im Ministerium Erfahrungen.

Er ist der jüngste Chef, den es je gab in der Karlsruher Behörde - und ihn erwarten brisante Aufgaben

War es aber nun Zufall, dass der neue Mann aus der bayerischen Justiz stammt? Wie die "Süddeutsche Zeitung" im August berichtete, soll die Besetzung des Postens schon bei den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl im Herbst 2013 ein Thema gewesen sein. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) habe versichert, es gebe im Freistaat gute Kandidaten. Nun kam mit Frank tatsächlich ein Topjurist aus Bayern zum Zuge, der aber auch vom SPD-Politiker Maas in den höchsten Tönen gelobt wird.

Frank ist mit 47 Jahren der jüngste Chef der Karlsruher Behörde, den es je gab. In Karlsruhe erwartet den ehemaligen Münchner Generalstaatsanwalt brisante Themen und viel Arbeit. Verfahren im Zusammenhang mit internationalem Terror nehmen zu; beim Rechtsextremismus gibt es seit dem Auffliegen des NSU besondere Sensibilität; Ende 2014 wurde das Verfahren um das vermutlich auch rechtsextremistisch motivierte Oktoberfestattentat wieder aufgenommen.

AFP/dpa

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