Tajik-Rallye

Thomas und Michael sind als Erste im Ziel!

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Thomas (links) und Michael (hier wenige Tage vor der Abfahrt) haben als geteilte Erste das Ziel in Duschanbe erreicht

Polling - Nach 17 Tagen und über 10.000 Kilometern haben Thomas und Michael Duschanbe erreicht - als Erste! Dabei hatten sie sich zuvor erneut die Zeit genommen, um anderen zu helfen.

Die beiden Pollinger Thomas Fürfanger und Michael Nicklbauer sind am Mittwoch um 20 Uhr unserer Zeit am Ziel in Duschanbe angekommen - nach Informationen unserer Redaktion als geteilte Erste, gleichauf mit dem Team "Back Valley" aus Österreich. Damit holten sich die Pollinger schon den zweiten Titel. Bei der Abfahrt am 9. August in Landshut war ihr Panda mit weitem Abstand zum besten Auto der Rallye gewählt worden.

Allerdings geht es bei der Tajik-Rallye von Deutschland nach Duschanbe in Tadschikistan nicht primär ums gewinnen, die Veranstaltung ist eine Benefizrallye. Alle Fahrzeuge werden am Zielort versteigert, außerdem hatten alle Teilnehmer bereits vor den Start Spenden für Projekte in Tadschikistan sammeln müssen. Für viele Teilnehmer stand außerdem der Spaß und das Abenteuer im Vordergrund. Viele Teams wählten deshalb nicht unbedingt die schnellste, sondern eher die spannendste Route.

Die Pollinger helfen den "Eichkatern"

Dass der Fiat Panda von Thomas und Michael aber nicht ganz unverdient den Titel des besten Autos trägt, hat sich in den letzten Tagen gezeigt. Einmal zog das Gefährt der Pollinger das Auto eines anderen Teams aus dem Sand, einmal gab der kleine Panda einem SUV Starthilfe und zuletzt ließen Thomas und Michael das Team "Blauroter Eichkater" nach zwei Tagen gemeinsamer Fahrt hinter sich, weil deren Auto mit dem Panda nicht mithalten konnte.

Bis nach Duschanbe mussten Thomas (im Bild) und Michael mit ihrem Panda mehrere Pässe überqueren (zum Vergrößern Bild anklicken)

Thomas und Michael haben auf ihrer 17 Tage langen Tour viele Male anderen geholfen, zuletzt dem Team "Blauroter Eichkater". Weil einige Abschnitte des Pamir Highways wegen Schlammlawinen derzeit gesperrt sind, mussten die Teams über den Wachankorridor fahren. Teilweise gab es dort nur eine Sandpiste, und die Autos mussten sogar durch Bäche fahren. Das Auto des Teams "Blauroter Eichkater" hat das nicht unbeschadet überstanden. "Den Eichkatern hat's eine Lagerung von der Kardanwelle verbogen. Und da die Kameraden keinen Plan vom Auto haben, haben wir ihnen das wieder hergerichtet", berichtet Thomas in seiner letzten Nachricht von unterwegs.

Dem Panda wird die Luft zu dünn

Ganz ohne Pannen schafften es aber auch die beiden Pollinger nicht bis nach Duschanbe. Zuletzt hatten sie einen geplatzten Reifen. Außerdem hatte ihr Panda kurz vor der Passhöhe Ak-Baital massive Probleme. "Die Kontrollleuchte der Einspritzdüse hat aufgeleuchtet und wir haben bei heftigem Schneetreiben gleich alles zerlegt und die Düse sauber gemacht", berichtet Thomas. "Das hat aber nichts gebracht, also sind wir mit Ach und Krach noch drüber. Wie sich herausgestellt hat, war ihm einfach auf den letzten Paar Metern die Luft zu dünn. Seitdem haben wir keine Probleme mehr."

Auf einem Pass wäre dem Panda beinahe die Luft zu dünn geworden

Auf dem letzten Teilstück hatten Thomas und Michael aber wieder Zeit zum Genießen. "Im Wachan ist es echt brutal schön und die Leute sind unglaublich gastfreundlich", schwärmt Thomas. Als sie in einem Krankenhaus nach einem Gasthaus gefragt haben, wurden sie spontan von den Krankenschwestern bekocht. "Die ganze Belegschaft war da, die waren ganz aus dem Häuschen." Entlang der Strecke herrschte regelrechte Partystimmung. Etwa 600 Kilometer sind Thomas und Michael an der Grenze zu Afghanistan entlang gefahren. "Wir haben in Wachan gefühlte 3000 Leute gegrüßt, die sind echt alle saugut drauf. Die Kinder stehen am Straßenrand und strecken die Hände raus und wir müssen im Vorbeifahren abklatschen."

Rückflug am 29. August

Auch am Zielort dürfte inzwischen ebenfalls einiges los seit. Seit dem heutigen Donnerstag ist das Ziel offen, die beiden Pollinger haben mit ihrer Ankunft gestern Abend unserer Zeit (die Zeitverschiebung eingerechnet) eine Punktlandung hingelegt. In den nächsten Tagen gibt es zwei Zielpartys, für Samstag, 29. August, haben Thomas und Michael ihren Flug in die Heimat gebucht.

Bilder aus den letzten Tagen

Thomas und Michael auf dem Weg ins Ziel

Update, Freitag, 14 Uhr:

Thomas und Michael sind endlich - und als Erste - in Duschanbe angekommen

Uns hat eine weitere Nachricht von Thomas und Michael erreicht. Als sie als gemeinsam mit dem Team Back Valley als Erste in Duschanbe angekommen waren, haben sie sich riesig gefreut - auch wenn es für den ersten Platz keinen Preis gibt. "Wir haben es gar nicht glauben können, weil wir uns im Pamir schon Zeit gelassen haben. Und viele Teams ja nicht drüber gefahren sind", berichtet Thomas. Die Teams "Ostdeutsche Windhunde" und "Zentralasiatischer Steppeniltis" - beide teilweise Weggefährten der Pollinger -  hatten übrigens weniger Glück als Thomas und Michael. Die "Windhunde" hatten eine gebrochene Hinterachse und den "Iltissen" ist der Motor kaputt gegangen. Sie mussten einen Lastwagen mieten, um ihre Autos nach Duschanbe zu bringen.

Ganz anders der Panda der Pollinger, der auch am Ende der Tajik-Rallye noch gut in Schuss ist. "Der Pandabär war wirklich ein super Rallyeauto und es tut uns jetzt schon ziemlich weh, dass wir ihn in Tadschikistan zurücklassen müssen", sagt Thomas.

Quelle: innsalzach24.de

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