Sendlinger Tor

Flüchtlinge im Hungerstreik: 600 Beamte räumen Protestcamp

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München - Hungerstreik am Sendlinger Tor: Rund 80 Flüchtlinge hungern bereits seit fünf Tagen und hatten angekündigt, nun auch nichts mehr trinken zu wollen. Die Polizei hat die Sache am Freitagabend beendet.

UPDATE, 19:10 Uhr: Polizei räumt Protestcamp

Gegen 17:30 Uhr räumten 600 Beamte das Protestcamp von 62 Flüchtlingen am Sendlinger Tor. Laut Polizei lief die Räumung friedlich ab. Die ersten Demonstranten packten bereits kurz nach Ankunft der Polizisten ihre Sachen.

Die Flüchtlinge waren bereits durch einen vorherigen Marsch nach Nürnberg geschwächt, hieß es von der Polizei. Mit der Ankündigung des trockenen Hungerstreiks war die Grenze erreicht.

Laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) gelte es in solchen Fällen abzuwägen zwischen dem Demonstrationsrecht und der Gesundheit der Teilnehmer. In diesem Fall wurde entschieden, dass die Gefahr für Leib und Leben in diesem Fall zu groß sei. Seit Montag mussten bereits 18 Flüchtlinge notärztlich versorgt werden.

Erstmeldung

Rund 80 Flüchtlinge in München wollen nach fünf Tagen im Hungerstreik nun auch aufs Trinken verzichten. Wenn Politiker sie weiter ignorierten, beginne der trockene Hungerstreik am Samstag, sagte ein Sprecher der Organisation „Refugee Struggle for Freedom“ am Freitag. Die Flüchtlinge waren bei einem Protestmarsch durch Bayern unter anderem vors Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gezogen. Am Montag haben sie ihr Protestcamp am Sendlinger Tor wieder bezogen und essen seither nichts mehr.

Während der Pressekonferenz brachen zwei Flüchtlinge zusammen. Sanitäter versorgten die Männer umgehend. Nach Angaben einer Sprecherin mussten bisher zwölf Campbewohner ins Krankenhaus gebracht werden. Die Flüchtlinge, vorwiegend aus afrikanischen Staaten, fordern ein Bleiberecht und ein Ende von Abschiebungen in vermeintlich sichere Herkunftsländer. Zudem kritisieren sie, dass sie in den Asylunterkünften nichts zu tun hätten.

Das Münchner Kreisverwaltungsreferat hat die Demonstration unter Auflagen bis zum Beginn eines Weihnachtsmarkts am 14. November auf dem selben Platz genehmigt. Bis dahin müssen die Bewohner des Camps zulassen, dass Vertreter des Referats für Gesundheit und Umwelt, Rettungsdienste und Feuerwehr sich um die Menschen kümmern.

dpa

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