Nach viermaligem Missbrauch in Mühldorf

Trotz eindeutiger DNA-Spuren: Senegalese leugnet Vergewaltigung

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Traunstein/Mühldorf - Anfang September wurde eine junge Frau nachts an der Innlände in Mühldorf brutal vergewaltigt. Am Dienstag begann der Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger.

Dieser Fall hatte im Spätsommer 2015 die Region geschockt: Anfang September wurde eine junge Frau nachts an der Innlände in Mühldorf brutal vergewaltigt. Die 19-Jährige war gerade von einem Besuch im "Sinners" in Mühldorf auf dem Weg nach Hause, als sie – ihren Angaben zufolge – von einem dunkelhäutigen Täter in ein Gebüsch gezogen wurde. Dann verging sich der Mann an ihr. Nur einen Tag später konnte der mutmaßliche Vergewaltiger festgenommen werden. Dabei halfen die gute Täterbeschreibung und der Einsatz von Spürhunden. Es handelte sich dabei um einen zum Tatzeitpunkt 24-jährigen Asylbewerber aus dem Senegal, der seither in Landshut in Untersuchungshaft sitzt.

Laut Angeklagtem war es einvernehmlicher Sex

Am Dienstag musste sich der jetzt 25-jährige Senegalese vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten- wegen vierfacher Vergewaltigung jeweils mit vorsätzlicher Körperverletzung sowie Handyraubs.

Wie der Mühldorfer Anzeiger in seiner Ausgabe vom Mittwoch berichtet, verstrickte sich der Angeklagte immer wieder in Widersprüche. Nach Angaben des Mannes hat es sich nicht um eine Vergewaltigung, sondern um einvernehmlichen Sex zwischen ihm und einer 19-jährigen Mühldorferin gehandelt.

Opfer wurde viermal vergewaltigt

Ganz anders die Aussage der jungen Frau: Ein Mann sei ihr gefolgt und habe "Stop, wait" gerufen. Da sie dachte, jemand wolle sie nach dem Weg fragen, blieb sie stehen und sprach mit dem Unbekannten. Doch an der Bushaltestelle der Berufschule nahm das Unglück seinen Lauf. Der Asylbewerber soll ihr das Handy entrissen und eingesteckt haben. Anschließend habe er die junge Frau gepackt, in ein Gebüsch auf der anderen Straßenseite gezerrt, sie zu Boden gestoßen, geküsst und gefordert „I want to fuck you“. Der viermaligen Vergewaltigung durch den körperlich überlegenen Mann konnte die 19-Jährige nicht entkommen, obwohl sie sich nach Kräften gewehrt habe. Stimmen von der Straße hätten den Mann schließlich vertrieben.

Urteil am Donnerstag erwartet

Genmaterial des Angeklagten wurde laut Staatsanwaltschaft am Opfer und umgekehrt nachgewiesen, berichtet der Mühldorfer Anzeiger weiter.

Nach Ansicht des Vorsitzenden Richters Dr. Jürgen Zenkel passen einige Angaben des Mannes aber nicht zusammen. Er hat ihm deshalb nahegelegt ein Geständnis abzulegen; das würde eine mögliche Haftstrafe verringern. Der Senegalese hat sich darauf aber nicht eingelassen, so der Mühldorfer Anzeiger. Das Urteil soll am Donnerstag fallen. Glaubt man Experten, drohen dem Verdächtigen bei einer Verurteilung wegen Vergewaltigung sechs Jahre Gefängnis.

mh

 

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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