Gericht verkündet Urteil

Prozess um Polizistenmord: Eklat bei Plädoyer

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Augsburg - Zwei Jahre lang verhandelte das Augsburger Landgericht den Mord an dem Polizisten Mathias Vieth und brauchte dafür zwei Prozesse. Nun will das Gericht das Urteil im zweiten Verfahren verkünden, die Verteidiger sprechen von einem unfairen Verfahren.

Im Prozess um den Mord an dem Polizisten Mathias Vieth will das Landgericht Augsburg nach einem ungewöhnlich kurzen Verteidigerplädoyer bereits am Donnerstagnachmittag das Urteil verkünden. Die beiden Anwälte des angeklagten 61-Jährigen hatten am Vormittag darauf verzichtet, sich inhaltlich mit dem Fall nochmals auseinanderzusetzen. Stattdessen warfen sie der Strafkammer ein unfaires Verfahren vor.

Rechtsanwalt Werner Ruisinger verlangte kurz und knapp einen Freispruch aus Mangel an Beweisen. Sein Kollege Adam Ahmed sagte: „Das Verfahren war längst gelaufen, bevor wir hier angefangen haben.“ Dies bezog sich darauf, dass die Kammer im vergangenen Jahr bereits den jüngeren Bruder des Angeklagten wegen Mordes an dem Polizisten verurteilt und den 61-Jährigen damals einen Mittäter genannt hatte.

Die Staatsanwaltschaft hat nun im zweiten Prozess um den Polizistenmord auch für den älteren Bruder lebenslange Haft, besondere Schwere der Schuld und Sicherungsverwahrung gefordert. Die gleiche Strafe hat der Bundesgerichtshof im Fall des 59-jährigen Bruders schon bestätigt. Auch die Nebenkläger-Anwälte verlangten in dem neuen Prozess die höchstmögliche Strafe für den 61-Jährigen.

Die beiden Brüder sollen den Beamten im Oktober 2011 nach einer wilden Verfolgungsjagd umgebracht haben. Im ersten Prozess war der ältere Bruder wegen seiner Parkinsonerkrankung vorübergehend verhandlungsunfähig; daher musste das Verfahren gegen ihn noch einmal von vorne beginnen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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