"Christoph 14" im Einsatz

16-Jähriger überlebt 50-Meter-Absturz

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Aufgrund von Nebel und schwierigen Sichtflug-Bedingungen konnten die weiteren Einsatzkräfte nur unterhalb der Unfallstelle abgesetzt werden

Ramsau/Schönau am Königssee - Schwieriger Rettungseinsatz der Bergwacht Ramsau – "Christoph 14" fliegt schwer verletzten Jugendlichen nach Abseil-Aktion durch Wolkenlücke ins Tal

Am Dienstagnachmittag kurz nach 14 Uhr wurden die Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers "Christoph 14" zu einem schweren Bergunfall an der Schärtenspitze im Hochkalter-Massiv alarmiert: Ein 16-jähriges Mitglied einer Alpenvereinsgruppe aus München war nach einer Klettertour vom Gipfel aus rund 50 Meter durch steiles Schrofengelände abgestürzt. Der Jugendliche hatte Glück im Unglück und blieb schwer verletzt oberhalb einer Wandstufe liegen.

Aufgrund von Nebel: Kein direkter Anflug möglich

Der Pilot von "Christoph 14" setzte den Notarzt und einen Ramsauer Bergwachtmann im Schwebeflug in der Nähe des Patienten ab und transportierte dann am 25 Meter langen Rettungstau vom Tal aus zwei weitere Bergretter mit zusätzlicher Ausrüstung zur Schärtenspitze, da der Abgestürzte im steilen Gelände gesichert und abgeseilt werden musste. Aufgrund von Nebel und schwierigen Sichtflug-Bedingungen konnten die weiteren Einsatzkräfte nur unterhalb der Unfallstelle abgesetzt werden. Sie mussten zum Patienten aufsteigen, Bohrhaken setzen und den vom Notarzt medizinisch versorgten Jugendlichen im Luftrettungssack zum Weg abseilen, da aufgrund einer Wolke kein direkter Anflug der Unfallstelle mehr möglich war.

Durch Wolkenlücke ins Tal geflogen

"Christoph 14" schaffte es dann von der Blaueishütte aus, den Notarzt und den Patienten durch eine zeitlich begrenzte Wolkenlücke per Tau abzuholen und ins Tal nach Ramsau zu fliegen. Dort wurde der Patient in den Hubschrauber umgelagert und sofort zum Klinikum Traunstein geflogen. Die drei Bergretter und eine unverletzte, aber betroffene Begleiterin des Abgestürzten mussten nach der aufwendigen Rettungsaktion mit der umfangreichen Ausrüstung zu Fuß in Richtung Blaueishütte absteigen. Die Besatzung des nachgeforderten Polizeihubschraubers "Edelweiß 1" holte sie dann am Fuß des Blaueisgletschers ab und flog sie nach Ramsau ins Tal. Die Bergwacht Berchtesgaden rückte mit ihrem Kerosinanhänger zweimal aus und tankte "Christoph 14" und "Edelweiß 1" für den Rückflug wieder auf. "Edelweiß 1" flog gegen 19.30 Uhr zum Münchner Flughafen zurück.

Schwere Verletzung am Sprunggelenk

Am Dienstagnachmittag gegen 15.30 Uhr verletzte sich ein 38-jähriger Italiener am Obersee so schwer am Sprunggelenk, dass er schmerzbedingt nicht mehr aus eigener Kraft zur Bootsanlegestelle am Königssee zurückgehen konnte. Die per Notruf alarmierten Einsatzkräfte der Bergwacht und der BRK-Wasserwacht Berchtesgaden brachten mit dem Rettungsboot das All-Terrain-Vehicle (ATV) der Bergwacht über den Königssee nach Salet und fuhren dann vom Anleger aus zur Unfallstelle. Der Italiener wurde medizinisch versorgt und dann mit dem ATV zum Boot gebracht, dort weiter versorgt und mit seiner Familie und Begleitern zur Seelände gefahren. Der Landrettungsdienst des Roten Kreuzes lieferte ihn in die Kreisklinik Bad Reichenhall ein. Der Einsatz dauerte zwei Stunden.

Am Mittwoch kurz nach 12.30 Uhr forderte die Polizei die BRK-Wasserwacht zu einer Vermisstensuche an den Hintersee an, wo ein neunjähriger Junge bei einer Wanderung verloren gegangen war. Die Mutter machte sich große Sorgen und informierte umgehend die Polizei, wobei das Kind dann aber rasch wieder unversehrt auftauchte. Die Einsatzkräfte der Wasserwacht konnten daraufhin wieder einrücken.

Pressemitteilung BRK BGL

Quelle: BGland24.de

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