Verurteilt zu 14 Jahren wegen Mordes

Hier sitzt der WM-Mörder hinter Gittern

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Bad Reichenhall/Ebrach - Für 14 Jahre sitzt Christoph R. nun im Gefängnis, angeordnet in einer sozialtherapeutischen Einrichtung: Wo ist der WM-Mörder inhaftiert? Nimmt er die Therapie an?

14 Jahre Haft in einer sozialtherapeutischen Einrichtung - so lautete das Urteil, das das Traunsteiner Landgericht am 10. Juli über Christoph R. fällte. Mit insgesamt über 40 Messerstichen tötete er im Juli 2014, die Nacht des WM-Finales, einen Rentner in Bad Reichenhall und verletzte kurz darauf auch noch ein Mädchen schwer. Sarah F. ist heute auf einem Auge blind.

"Es ist eine Chance für Sie, diese Therapie anzunehmen. Nur wenn man Ihnen eine positive Prognose attestiert, dass Sie keine Gefahr mehr für die Gesellschaft darstellen, wird es am Ende des Strafvollzugs keine Sicherungsverwahrung geben." Diese Worte gab Richter Weidmann dem inzwischen rechtskräftig verurteilten Christoph R. mit auf den Weg.

Inhaftiert in einem alten, oberfränkischen Kloster 

Hier sitzt der WM-Mörder ein: Das Kloster Ebrach in Oberfranken. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

Die kleine Gemeinde Ebrach beheimatet keine 2000 Einwohner, liegt auf halbem Weg zwischen Würzburg und Bamberg. Mitten im Ort: das jahrhundertealte Kloster Ebrach. Bereits seit über 160 Jahren wird es als Gefängnis genutzt - und mit diesen alten Gemäuern macht seit dem Urteil in Traunstein auch Christoph R. Bekanntschaft. In der dortigen Jugendstrafanstalt sitzt der WM-Mörder ein.

"Die sozialtherapeutische Einrichtung dort ist abgesondert von den übrigen, normal Inhaftierten", weiß Harald Baumgärtl. Er verteidigte den Ex-Soldaten im monatelangen Gerichtsverfahren. Noch heute steht man in Kontakt und pflegt weiter ein "Vertrauensverhältnis", wie es der Anwalt nennt. Wie geht es dem verurteilten Mörder heute? Nimmt er die Therapie an? "Ja, er will das machen. Therapiebereitschaft besteht in jedem Fall", so Baumgärtl: "Er öffnet sich mit allen Konsequenzen der Therapie und setzt sich mit den Taten auseinander."

Christoph R. hat einen von 235 Einzelhafträumen

Christoph R. ist in Ebrach einer von über 300 Gefangenen, belegt dort einen der 235 Einzelhafträume. Bis zu 343 verurteilte junge Männer können im alten Kloster Platz finden. Ihnen stehen gut 200 Bedienstete gegenüber: Vollzugsdienst, Werkdienst, Krankenpfleger, Anstaltsleitung. Sie müssen sich mit ihrem Neuling erst auseinandersetzen: "Die Therapie wird wahrscheinlich noch gar nicht richtig begonnen haben. Das muss man erst alles abklopfen, sich gegenseitig kennenlernen", so Harald Baumgärtl. Erst im Laufe der langen Haftjahre wird sich herausstellen, ob für Christoph R. auch noch eine anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet wird.

Baumgärtl steht nach wie vor in Briefkontakt mit seinem früheren Mandanten. "Jeder Gefangene hat das Recht, unbeschränkt Schreiben zu empfangen und abzusenden. Der Schriftwechsel wird durch die Anstalt überwacht", heißt es in den Ebracher Gefängnisregularien. Was dagegen nicht geht: Gegenstände in den Briefen, Pakete mit Nahrungs- oder Genussmitteln, Buchzusendungen von privater Seite. Zeitungen oder Zeitschriften müssen Christoph R. erst genehmigt werden, Telefonate, Faxe oder Emails sind nicht erlaubt. "Es ist der für alle richtige Weg", so Baumgärtl abschließend zur sozialtherapeutischen Haft von Christoph R.

xe

Quelle: BGland24.de

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