Berchtesgadens Polizei gibt Entwarnung

Reise ungarischer Neo-Nazis: Viel Lärm um nichts?

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Berchtesgaden - Braunau, München, Obersalzberg: Vergangene Woche kursierte die Meldung, ungarische Neo-Nazis kämen zur Hitler-Gedenktour in die Region - wie lief ihr Besuch ab?

Eine "Hitler-Gedenktour" ungarischer Neo-Nazis des "Blood-and-Honour"-Netzwerkes durch Österreich und Bayern für das vergangene Wochenende meldeten die Agenturen vor einer Woche. Stationen wären unter anderem Wien, Landshut, Braunau, Nürnberg, München und der Obersalzberg. Veröffentlicht wurden die Pläne von der antifaschistischen Gruppe "a.i.d.a." aus München, auch das bayerische Innenministerium schloss sich deren Einschätzung an. Die SPD forderte ein Einreiseverbot für die Ungarn.

Am Sonntag sollte die Gruppe schließlich am Obersalzberg eintreffen. Und tatsächlich: Eine achtköpfige Reisegruppe aus Ungarn traf ein - beäugt von Berchtesgadener Polizeibeamten, teils in Uniform, teils in Zivil. Doch die Aufregung wäre wohl nicht nötig gewesen: "Das war eine ganz normale Reisegruppe, die eine geschichtliche Bayern-Tour gemacht hat", so Günther Adolph, Dienststellenleiter der Berchtesgadener Polizei im Gespräch mit BGLand24.de. Auch in Österreich hätten Beamte die Gruppe "betreut", doch auch dort habe man von Seite der Beamten das Engagement dann zurückgefahren.

Keine Uniformen, keine Abzeichen

"Ich bin da empfindlich und hätte wirklich kein Verständnis, wenn Nazis wieder den Obersalzberg besetzen", so Adolph, "aber wir haben keine Beweise, dass es sich dort um Neo-Nazis gehandelt hat." Die Ungarn seine weder in Uniformen, noch mit Abzeichen aufgetreten. Nach knapp zwei Stunden sei die Gruppe wieder weitergereist: "Nett und freundlich waren die", so der Polizeichef.

Auszuschließen ist es aber wohl nicht, dass es sich doch um rechtsradikale Gäste gehandelt haben könnte: "Aber wir können natürlich nicht von jedem, der da kommt, beispielsweise den Facebook-Account davor anschauen", so Günther Adolph. Zumindest eins steht fest: Auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden blieb beim Besuch der ungarischen Reisegruppe - welcher Gesinnung sie auch immer war - alles ruhig.

xe

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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